Oberliga der Frauen: HSG Hude/Falkenburg fertigt TV Dinklage mit 38:18 ab / Torhüterinnen überragend „Immer zu gewinnen, ist auch langweilig“

Ganderkesee. In der ersten Minute warf der TV Dinklage das erste Tor und in der letzten Minute das letzte. Dazwischen zappelte der Ball aber zumeist im eigenen Netz.
13.04.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
„Immer zu gewinnen, ist auch langweilig“
Von Patrick Hilmes

In der ersten Minute warf der TV Dinklage das erste Tor und in der letzten Minute das letzte. Dazwischen zappelte der Ball aber zumeist im eigenen Netz. Die Oberliga-Handballerinnen der HSG Hude/Falkenburg überrollten ihren Gegner beim 38:18 (20:8)-Heimsieg phasenweise. „Immer zu gewinnen, ist auch langweilig“, betonte die Huder Torhüterin Karen Tapkenhinrichs schmunzelnd. Gewinnen ist für ihr Team nichts Besonderes mehr. Der Sieg gegen Dinklage war der 20. im 22. Spiel und der achte in Serie.

Garanten für den erneuten Triumph waren Tapkenhinrichs und Katharina Woltjen. Die beiden Torhüterinnen zeigten zusammen 27 Paraden und kamen dadurch auf eine Quote von 60 Prozent. Tapkenhinrichs wehrte elf Schüsse ab, Woltjen 16. „Das lief heute klasse“, freute sich Woltjen. Tapkenhinrichs konnte dem nur zustimmen: „Es lief super. Wir ergänzen uns sehr gut.“ Das war auch nötig, denn Tapkenhinrichs hatte nur Luft für 20 Minuten, weil sie sich mit einer Erkältung herumschlug. Bis dato lag ihre Quote bei überragenden 73 Prozent, die Gastgeberinnen führten mit 13:4, und das Spiel war bereits entschieden. Zu deutlich war der Unterschied zwischen dem Liga-Primus und dem Tabellensiebten. Jessica Galle und Mareike Zetzmann trafen nach Belieben. Am Ende hatte Galle elf Tore erzielt und Zetzmann neun. Galles Sieben-Meter-Bilanz war zudem makellos: Sechs Mal warf sie vom Punkt, und sechs Mal zappelte der Ball im Netz. Die Dinklager Defensive war zu löchrig, um den Huder Offensivdrang bändigen zu können. Beispielhaft dafür war eine Szene in der elften Minute. Franziska Bohlken lief auf den Kreis zu und markierte das 9:3, während die Dinklagerinnen nur zuschauten und Spalier standen.

Lediglich in der Anfangsphase hatten die Gastgeberinnen einige kleinere Probleme. Bis zur vierten Minute dauerte es, ehe Mareike Zetzmann ihre Mannschaft erstmals in Front brachte. Diese Führung gaben die Huderinnen danach nicht wieder ab. Schnell wurde deutlich, wer die Punkte einfahren würde. Nicht nur in der Offensive, auch in der Defensive wusste Hude zu überzeugen. „Wir standen hart, aber gut“, freute sich Coach Thorsten Stürenburg. Immer wieder antizipierten seine Spielerinnen die gegnerischen Angriffe richtig und konnten so durch Tempogegenstöße zu leichten Treffern kommen. Die Dinklagerinnen hingegen verzweifelten zusehends an Hudes Deckung und Torhüterinnen. Mit 20:8 ging es in die Pause, und die Köpfe der Gäste hingen bereits tief.

Eins für Dinklage, vier für Hude

Auch in der zweiten Hälfte ließ die Heim-Sieben nicht locker. Auf ein Gegentor antwortete sie fast immer mit vier bis fünf eigenen Treffern. Nach 45 Minuten hatte Hude erstmals einen 20-Tore-Vorsprung. Die Frage lautete schon längst nicht mehr, ob das Team gewinnen würde, sondern wie hoch es gewinnen würde. „40 wären schön gewesen, das hatten wir in dieser Saison erst zwei Mal“, fand Tapkenhinrichs ein kleines Haar in der Suppe. Dass die 40-Tore-Marke nicht geknackt wurde, lag aber nicht daran, dass die Huderinnen keine Chancen dazu hatten – sie ließen einfach zu viele davon aus. „Wenn du schon so viele Tore machst, dann ist es ganz normal, dass man einige Möglichkeiten liegen lässt“, erklärte Stürenburg, der den Gegner auch besser einschätzte, als es den Anschein hatte: „ So schlecht, wie es das Ergebnis vermuten lässt, ist Dinklage nicht.“ Dabei hatte der Trainer wohl mehr das Hin- als das Rückspiel im Kopf, als Hude nur knapp mit 25:22 siegte.

Vier Ligaspiele muss die HSG noch in dieser Saison bestreiten, sollten alle gewonnen werden, darf sie den Titelgewinn feiern. Ob sie sich dann auch gleichfalls über den Aufstieg freuen darf, ist aber noch offen. Hintergrund: Der Deutsche Handball Bund will die dritten Ligen zur kommenden Spielzeit verkleinern, weshalb nur sechs der zwölf Oberliga-Meister aufsteigen sollen. Der Handball Verband Niedersachsen hat dagegen bereits geklagt. Der Ausgang ist noch offen. Sollte es Hude gelingen, die Spitzenposition gegenüber dem Zweiten VfL Stade zu verteidigen, stehen dann vielleicht noch Relegationsspiele an. Stürenburg will sich Anfang Mai auf jeden Fall schon einmal mögliche Gegner anschauen.

Aber egal, wer sich den Huderinnen entgegenstellt, sie wollen unbedingt hoch. „Ich will auf jeden Fall aufsteigen. Dritte Liga wäre richtig klasse“, sagte Tapkenhinrichs. Dann hätte sich das ständige und langweilige Gewinnen wohl auch erledigt.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+