Ehemaliger Achimer Trainer vom Sieg des SV Beckdorf im Schlüsselspiel an früherer Wirkungsstätte überzeugt Inderthal erwartet "Kampf der Systeme"

Uwe Inderthal hat schon als aktiver Rückraummann lieber einen intelligenten Bodenpass gespielt als sich in der Deckung aufzureiben. Inzwischen Trainer des SV Beckdorf, hat sich an der offensiven Grundausrichtung des früheren Meistermachers der SG Achim/Baden wenig geändert. Vor dem Derby in der 3. Handball-Liga bei seinem alten Verein sprüht er förmlich vor Angriffslust: "Das ist ein Schlüsselspiel für die SG. Achim hat bis zum Ende der Hinserie nur schwere Gegner und kann noch am ehesten gegen uns gewinnen! Wir aber haben individuelle Vorteile, die wir einsetzen werden."
17.11.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Michael Schön

Uwe Inderthal hat schon als aktiver Rückraummann lieber einen intelligenten Bodenpass gespielt als sich in der Deckung aufzureiben. Inzwischen Trainer des SV Beckdorf, hat sich an der offensiven Grundausrichtung des früheren Meistermachers der SG Achim/Baden wenig geändert. Vor dem Derby in der 3. Handball-Liga bei seinem alten Verein sprüht er förmlich vor Angriffslust: "Das ist ein Schlüsselspiel für die SG. Achim hat bis zum Ende der Hinserie nur schwere Gegner und kann noch am ehesten gegen uns gewinnen! Wir aber haben individuelle Vorteile, die wir einsetzen werden."

Achim. Das Duell der Traditionsvereine, Tabellennachbarn und Lokalrivalen ist tatsächlich ein wegweisendes. Neben Beckdorf und Achim/Baden weisen auch der VfL Fredenbeck und der HSV Insel Usedom 8:14 Punkte auf und damit nur einen Zähler mehr als der auf dem dritten, dem besten der drei Abstiegsplätze liegenden Stralsunder HV. "Es ist alles sehr eng", sagt Uwe Inderthal, der aber weiterhin an seine Mannschaft "glaubt" und mit einem Mittelfeldplatz rechnet. Inderthal: "Wir waren schon in der vergangenen Saison die beste Rückrundenmannschaft!"

Den Achimern, die er 2003 und 2006 in die 2. Bundesliga führte, traut er nicht so viel zu. "Die Punkte, die sie geholt haben, mussten sie holen, um überhaupt eine Chance zu haben, in der Klasse zu bestehen." Das Achimer Restprogramm sei enorm schwer. "Sie müssen daheim noch gegen die Mannschaften von oben spielen. Und mit Auswärtspunkten können die im Abstiegskampf verwickelten Vereine kaum rechnen", argumentiert Inderthal.

Achim/Baden hatte beispielsweise am vergangenen Wochenende auf zwei Punkte bei den daheim zuletzt etwas glücklosen und viermal hintereinander unterlegenen Fredenbeckern spekuliert, um dann dort mit 32:25 relativ deutlich abgefertigt zu werden. Das erhöht den Druck auf die Männer um Kapitän Cord Katz, die nach dem Derby gegen Beckdorf in diesem Jahr noch ein Heimspiel gegen den TSV Altenholz haben, beim Spitzenteam SV Henstedt-Ulzburg antreten müssen und die Hinrunde mit dem Kellerderby beim DHK Flensburg beschließen.

Für Inderthal wird es am Sonnabend (19 Uhr Anwurf in der Gymnasiumhalle an der Achimer Bergstraße) zu einem "Kampf der Systeme" kommen. Hier die abwehrstarke Spielgemeinschaft, dort der SV Beckdorf, dem immer wieder bescheinigt wird, offensiv zu den Klassenbesten zu gehören.

Dass Beckdorf sich in dieser Saison dennoch ständig in den unteren Tabellenregionen bewegt, liegt nach Meinung des Trainers einerseits am "hammerharten Auftaktprogramm", andererseits aber auch der Schwäche in der Defensive, die auch am vergangenen Wochenende beim 40:39 gegen den DHK Flensburg noch keineswegs abgestellt war. "Wir müssen uns hier erst noch stabilisieren", gibt Inderthal zu. Der Ausfall Alexander Kientopfs (ein Jahr Handballpause) wiegt doch schwerer als angenommen. Die Stärken der Neulinge Henning Scholz (Norderstedter SV) und Maris Versakovs (VfL Edewecht) liegen im Angriffsspiel, aber nicht so sehr in der Defensive. "Wir haben zudem viele Verletzte, konnten bisher praktisch nie komplett trainieren."

Versakovs vor Vertragsverlängerung

Besonders Maris Versakovs, der zu den drei Rückraum-Protagonisten der SG Achim/Baden in der großartigen Zweitliga-Saison 2007/08 gehörte, ist zwar immer für jede Menge Tore gut, hat aber gerade in der Verteidigung noch "Luft nach oben", was Inderthal nicht weiter verwundert, pflegte der lettische Nationalspieler doch bei seinen vorherigen Stationen häufig nur im Wechsel Angriff/Abwehr eingesetzt zu werden. "Da muss er natürlich noch einiges aufarbeiten!" Insgesamt habe sich der Hoffnungsträger aber "bombastisch eingelebt". Laut Inderthal wird bereits über eine Vertragsverlängerung nachgedacht. Der gelernte Zollbeamte ist bei einem wichtigen Beckdorfer Sponsoren beschäftigt. "Maris hat im Blick, dass es auch eine Zeit nach dem Handball gibt!"

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