Handball-Drittligist kann noch keine Neuzugänge präsentieren

Irek Faciejew: Ich bin enttäuscht

Achim. Der Trainer des Handball-Drittligisten SG Achim/Baden, Irek Faciejew, ist enttäuscht. "Uns fehlt ein Torwart. Denn für die 3. Liga brauchen wir Erfahrung", so der Coach. Allmählich läuft den Achimern die Zeit davon.
04.07.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Michael Schön

Achim. Trainer vergleichen ihre personellen Kontingente gerne mit Anzügen, die knapp oder weit geschnitten sein können. Mitunter zwicken sie auch. Der Anzug beim Handball-Drittligisten SG Achim/Baden wiederum stellt sich sogar regelrecht unfertig dar, als ob es der Schneider etwa versäumt hätte, Knöpfe anzunähen. "Uns fehlt ein Torwart. Denn für die 3. Liga brauchen wir Erfahrung", gibt Trainer Irek Faciejew unumwunden zu.

Nichts gegen Arne von Seelen (Jahrgang 1990) oder gegen den noch ein Jahr jüngeren Mirco Thalmann. Beiden Torleuten bescheinigt Faciejew sehr viel Talent, und beide haben schon in der vergangenen Saison einen großen Schritt nach vorne gemacht, Thalmann allerdings in der Verbandsligamannschaft. In der Ersten wurde er nur einmal eingesetzt.

Einmal ganz abgesehen davon, dass zu einem konkurrenzfähigen Drittliga-Kader eigentlich drei Torleute gehören, ist es laut Faciejew auch "gefährlich", sich ausschließlich auf Youngster zu verlassen, die über wenig bis gar keine Erfahrung im Halbprofi-Handball verfügen. Von Seelen und Thalmann kommen in der Summe ihrer Lebensjahre nicht einmal auf das Alter von Jörg-Uwe Lütt. Der 47-jährige Ex-Nationaltorwart hat beim finanzkräftigen Mitaufsteiger TS Großburgwedel angeheuert.

Korb von Kümmel

Sicherlich birgt ein solcher Sprung ins kalte Wasser auch Chancen. Der ehemalige Achimer Keeper Björn Scholvin verdiente sich in einer solchen Situation unter Trainer Tomasz Malmon einst beim VfL Fredenbeck seine ersten Zweitliga-Sporen.

Doch die Risiken scheinen offenbar so sehr zu überwiegen, dass die SG Achim/Baden jetzt sogar dorthin ging, wo es richtig wehtut. Beim ATSV Habenhausen ließ der im Bremer Süden wohnhafte Faciejew über den jetzt für Achim spielenden Ex-Habenhauser Torben Schierenbeck vorfühlen, ob Olaf Kümmel an einem Wechsel auf die nördliche Weserseite interessiert wäre. Der 1,96 Meter große Ex-Stralsunder ist 28 Jahre alt und zählte in der vergangenen Saison zu den besten Torleuten der Oberliga Nordsee. Kümmel hat der SG inzwischen einen Korb gegeben.

"Ich bin enttäuscht", sagt Faciejew. Mehrfach hätten sich seine Hoffnungen auf Neuzugänge zerschlagen. Und allmählich läuft den Achimern die Zeit davon. Der Trainingsauftakt (23. Juli) liegt nicht mehr fern, und das erste Punktspiel (3. September bei HF Springe) rückt ebenfalls näher. Und es müssen ja nicht nur die abgewanderten Torleute Ole Prehn (Laufbahnende) und Bastian Bormann (TSV Ottersberg) ersetzt werden, sondern auch der Linksaußen Roman Döhling (kein Leistungssport mehr) und ein Rückraumspieler wie Malvin Patzack, für den Anfang Oktober ein viermonatiger Auslandsaufenthalt beginnt. Faciejew weiß, dass die Konkurrenz in der 3. Liga stark ist und personell überwiegend sogar noch zugelegt hat.

Der SV Beckdorf beispielsweise hat ordentlich Geld in die Hand genommen und gerade den früher für Achim jede Menge Tore werfenden Rückraummann Maris Versakovs als Neuzugang vorgestellt. Der lettische Nationalspieler trug zuletzt das Trikot des VfL Edewecht. Doch die SG Achim/Baden, die sich den Klassenerhalt zum Ziel gesetzt hat (Faciejew: "Das wird ein Jahr zum Lernen!"), ist wiederum auch nicht der einzige Drittligist mit "Baustellen". Dem Auftaktgegner HF Springe ist gerade sein Trainer Sven Lakenmacher abhanden gekommen. Und auch hier sind die ersten B-Pläne nicht aufgegangen. Wunschkandidat Nei Cruz Portela hat abgesagt.

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