Sportpolitik Ironische Sporthilfe-Kampagne pro Spitzenathleten

Frankfurt/Main. Die Stiftung Deutsche Sporthilfe (DSH) hat zum Jahresanfang eine besondere Anzeigen-Kampagne in den Medien zur Situation deutscher Spitzenathleten geschaltet.
04.01.2010, 14:40
Lesedauer: 2 Min
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Frankfurt/Main. Die Stiftung Deutsche Sporthilfe (DSH) hat zum Jahresanfang eine besondere Anzeigen-Kampagne in den Medien zur Situation deutscher Spitzenathleten geschaltet.

Dabei machten sieben Weltmeister, Olympia-Sieger und Paralympics-Gewinner stellvertretend für alle Sporthilfe-Athleten in einer gemeinsamen Demonstration in Baden-Baden auf die soziale Situation deutscher Spitzensportler aufmerksam: Thomas Lurz (Schwimmen), Britta Heidemann (Fechten), Ole Bischof (Judo), Steffi Nerius (Leichtathletik), Nicole Reinhardt (Kanu), Gerd Schönfelder (Behindertensport) und Max Hoff (Kanu).

«Das ist eine Darstellung über die Belastung von Deutschlands Top- Athleten und deren finanzielle Situation in gewollt ironischem Stil», betonte Sporthilfe-Pressesprecher Hans-Joachim Elz in Frankfurt/Main. In Form einer Stellenanzeige wird in Zeitungen und Magazinen nach einem Spitzensportler gesucht, der beispielsweise als Schwimmer bei 80 Kilometern pro Woche im Becken sich im täglichen Training ab 6 Uhr morgens für wenig Geld motivieren soll.

Nach einer an der Deutschen Sporthochschule in Köln gefertigten Studie verdienten die von der DSH geförderten Hochleistungsathleten bei 600 Euro netto im Monat im Schnitt deutlich weniger als der durchschnittliche Erwerbstätige, hieß es. Die Athleten müssten sich noch Sorgen über die Zeit nach der Spitzensport-Karriere machen und parallel ihre berufliche Ausbildung vorantreiben.

«Die Studie soll in 14 Tagen vorgestellt werden. Die Anzeigen- Kampagne vorab ist ein erster Einstieg, um die Aufmerksamkeit auf die Situation der Spitzensportler zu wecken», sagte Elz nach der repräsentativen Umfrage unter 1133 Athleten. Die in den Sporthilfe- Vorstand berufene ehemalige Schwimmkönigin Franziska von Almsick bestätigte die Summen und sagte dazu in der Bild-Zeitung: «Die Leute glauben immer, dass man als Olympiasieger oder Weltmeister ausgesorgt hat... Dieser Ruhm verfliegt schnell. Und dann muss es darum gehen, dass diese Sportler sich eine berufliche Karriere aufbauen - parallel zum Sport. Sie müssen trainieren, studieren, arbeiten, alles gleichzeitig. Viele haben keine Vorstellung, was ein Athlet leisten muss, um ganz nach oben zu kommen.»

Schon im Dezember hatte die DSH mitgeteilt, dass das Netzwerk des deutschen Sports in Zukunft auf alle Sportinteressierten setzt, die die Athleten als Kleinsponsoren unterstützen können. «Wir laden jeden ein, schon mit einem kleinen Betrag von drei Euro im Monat ein Förderer der Sporthilfe-Athleten zu werden», hatte DSH-Vorstandschef, Werner E. Klatten in einem Interview gesagt. Die DSH hat seit Jahren mit sinkenden Einnahmen zu kämpfen. Bislang generierte sie Gelder vor allem aus dem Verkauf von Sportbriefmarken und dem jährlichen Ball des Sport, um die derzeit 3800 Spitzensportler zu unterstützen. (dpa)

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