Lilienthaler „Wölfe“ deklassieren den Nachbarn TV Eiche Horn Bremen klar mit 15:1

Jaakko Akman: Torjubel als Hampelmann

Lilienthal. „Die Nummer eins im Norden sind wir“, skandierten die Anhänger des TV Lilienthal mehrfach beim 15:1-Kantersieg der Hausherren gegen den Lokalrivalen TV Eiche Horn Bremen in der 1. Floorball-Bundesliga von der mit 290 Zuschauern mehr als vollen Tribüne der Lilienthaler Schoofmoorhalle.
30.01.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Karsten hollmann
Jaakko Akman: Torjubel als Hampelmann

Miska Grönvall (Mitte) eröffnete mit dem Ausgleichstreffer gegen den TV Eiche Horn den Torreigen für den TV Lilienthal.

Hans-Henning Hasselberg

Lilienthal. „Die Nummer eins im Norden sind wir“, skandierten die Anhänger des TV Lilienthal mehrfach beim 15:1-Kantersieg der Hausherren gegen den Lokalrivalen TV Eiche Horn Bremen in der 1. Floorball-Bundesliga von der mit 290 Zuschauern mehr als vollen Tribüne der Lilienthaler Schoofmoorhalle. Aber auch wenn der Zweite dies mit 15 Treffern untermauerte, bereitete der Gast dem Favoriten zunächst große Probleme.

Die Bremer attackierten im ersten Drittel früh und ließen die etwas nervös wirkenden Gastgeber nicht zur Entfaltung kommen. Erst ganz spät im ersten Abschnitt drehten Miska Grönvall, Niklas Bröker, Dennis Heike und Antti Mähönen den Spieß nach einem 0:1-Rückstand durch Helge Heitmann mit einem 4:1 um. „Eiche hat es zunächst gut in einem kampfbetonten Derby gemacht“, lobte „Wölfe“-Trainer Remo Hubacher seine Ex-Formation. Hubacher war während des dritten Drittels so gut gelaunt wie wohl selten zuvor bei laufendem Spiel. Da gab er dem Fernsehteam von Radio Bremen dann auch ausnahmsweise mal bereits vor dem Schlusspfiff ein erstes Interview. Seine Stimmung war auch nach dem Ende des Nachbarschaftsduells glänzend. Über seinen Versprecher, dass der „Knochen“ nach dem Ausgleich von Niklas Bröker geplatzt sei, amüsierte sich der Schweizer blendend.

Seine Mannen hatten ihm aber auch spätestens im zweiten Drittel allen Grund gegeben, sich zu freuen. Frank Brinkmann leitete nur wenige Sekunden nach Wiederanpfiff das zweite Tor von Antti Mähönen ein. Der finnische Winterneuzugang wusste vor allem mit seiner enormen Schnelligkeit auf Anhieb zu gefallen. „Antti ist auf jeden Fall eine Verstärkung für unser Team. Er ist ein wesentlicher Baustein dafür, dass wir nun immer mit drei Reihen spielen können, die sich heute auch allesamt in die Scorer-Liste eingetragen haben“, sagte Hubacher.

Mitte des Spiels machte sich auch der zahlreich mitgereiste Anhang der Gäste lautstark bemerkbar: „Auf geht‘s, Eiche schießt ein Tor.“ Trotz 1:5-Rückstands. Kurz darauf machte Niklas Bröker auf Vorlage von Mark-Oliver Bothe das halbe Dutzend Treffer voll. Dann flog auch noch ein großes Stück von einem Schläger eines Bremers meterhoch durch die Luft. „Der Ausrüster hat große Probleme mit dem Material“, informierte TVL-Spartenleiter Harm Otten. Nur gut, dass die Lilienthaler einen anderen Schläger-Hersteller besitzen. Endgültig den Zahn zogen die Hausherren ihrem Nachbarn mit dem 7:1 in Unterzahl. Torschütze Jaakko Akman zeigte, dass er der Mann für große Gesten ist. Nachdem er ausgelassen die Arme zum Jubeln ausgebreitet hatte, formte er ein Herz für seine Freundin Essi. „Sport ist auch Show“, rechtfertigte der Finne seinen immer etwas anderen Torjubel. Bei seinem 8:1 krempelte er sich seine Hosenbeine hoch und stapfte als Hampelmann durch die Halle. Torben Kleinhans erhöhte noch im zweiten Drittel auf Vorarbeit von Antti Mähönen auf 9:1.

Das Heimteam blieb torhungrig. Auch das 10:1 von Janos Bröker fädelte Mähönen per blitzschnellem Konter ein. Mit flüssigem Passspiel nahmen die „Wölfe“ ihren Kontrahenten nach allen Regeln der Kunst auseinander. Da störte es auch nicht, dass ein Scheibenschießen in Überzahl ohne Torerfolg endete. Mit voller Wucht erzielte Janos Bröker das 11:1, ehe seinem jüngeren Bruder Niklas mit einem Distanzschuss das 12:1 gelang. Nun bekamen die Lilienthaler Fans endgültig Oberwasser. „Ihr könnt nach Hause fahren“, verhöhnten sie ihren Gegner. Den Aluminiumtreffer von Antti Mähönen konnte der Titelanwärter locker verschmerzen. In der Schlussphase funktionierte einfach alles. Jaakko Akman, Torben Lange mit seinem ersten Bundesliga-Tor sowie Frank Brinkmann konnten draufhalten, wie sie wollten: Der Ball zappelte hinterher im Netz. TVL-Kapitän Fabian Diaz de Armas verabschiedete den Gegner mit warmen Worten: „Bleibt in der Liga. Wir wollen das Derby auch in der nächsten Saison spielen.“

TV Lilienthal: Hallerstede; Diaz de Armas, Bothe, Janos Bröker (2 Tore), Minnermann, Kleinhans (1), Brinkmann (1), Akman (3), Niklas Bröker (3), Grönvall (1), Osmers, Bauer, Mähönen (2), Grabau, Lange (1), Siljamo, Heike (1), Seitz, Stierle.

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