Fußball-Kreisliga

Jahn zittert wieder

Der TuS Heidkrug siegte im Derby gegen den TV Jahn durch zwei ganz starke Aktionen mit 2:0. Die Violetten bangen wieder um den Klassenerhalt.
21.05.2018, 20:02
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Von Ralf Kilian
Jahn zittert wieder

Jan Adolph (l.) spielte gut für Jahn, doch Marc Metzner (r.) und Heidkrug siegten.

Rahn

Delmenhorst. Spiele auf Augenhöhe werden ja oft durch Kleinigkeiten entschieden. Der TuS Heidkrug löste das am Pfingstmontag etwas anders und entschied das Fußball-Kreisliga-Derby gegen den TV Jahn durch zwei Aktionen für sich, die fast das Prädikat „Weltklasse“ für sich beanspruchen könnten. Zunächst jagte Stürmer Luca Reinhold einen Dropkick von der linken Strafraumkante zum 0:1 in den rechten Winkel, in der zweiten Halbzeit verhinderte Torwart Maximilian Hiller mit einer überragenden Reaktion gegen Paul Fuhrken den möglichen Ausgleich. Am Ende nahmen die Gäste mit 2:1 (1:0) etwas glücklich die Punkte mit und verschärften die Abstiegssorgen der Jahner wieder. „Wir haben heute gegen Maxi Hiller verloren“, meinte Jahn-Coach Arend Arends. „Aber wir behalten die Köpfe oben und versuchen am Freitag, Ganderkesee zu schlagen.“

Erst drei Tage zuvor hatte der hart erkämpfte 2:1-Erfolg über Atlas II für etwas Durchatmen gesorgt. Aber durch die Niederlage gegen Heidkrug muss der Tabellen-14. (28 Punkte aus 28 Partien) wohl noch einen Dreier einfahren, da der SV Achternmeer und der Ahlhorner SV nicht nur erst 27 Begegnungen absolviert haben, sondern auch beide noch gegen die Punktelieferanten des TSV Ippener ran dürfen. Heidkrug kann dem Ortsrivalen mit einem Erfolg in Ahlhorn Schützenhilfe leisten. „Wir werden nichts verschenken“, unterstrich der derzeit verantwortliche Co-Trainer Jorge Jacinto. Selim Karaca genießt gerade seine Flitterwochen auf den Malediven.

Zumindest das Wetter in Delmenhorst wollte dem Klima auf den Malediven in nichts nachstehen. Wohl auch dadurch waren gut 250 Zuschauer an den Blücherweg gepilgert, viele zur Unterstützung ihrer Mannschaft in lila Trikots. Der Beginn war allerdings relativ zäh, bis Reinhold sein „Riesending“ (Jacinto) zum 0:1 in den Winkel feuerte. „Danach haben wir ein bisschen den Faden verloren“, gab Jacinto zu. Artjom Priebs Volleyschuss (18.) war ein erster Weckruf. Die Violetten – erneut mit vier A-Jugendlichen angetreten – kamen durch den 18-jährigen Jan Adolph jeweils nach Eckbällen zu Chancen (27./28.), dann setzte Prieb einen Fallrückzieher knapp über Hillers Kasten und vergab schließlich nach listiger Freistoßvariante von Marcel Maus frei vor Hiller die größte Möglichkeit (34.). „Zur Pause hatten wir 4:2 Chancen, leider haben wir die nicht gemacht“, erklärte Arends. Auf der Gegenseite hatte Reinhold noch ein ganz dickes Ding, das er einen Meter vorm Tor verstolperte (44.).

Den Druck der finalen Viertelstunde konnte Jahn nicht in Halbzeit zwei mitnehmen. Heidkrug agierte jetzt ballsicherer, dafür sorgten insbesondere Innenverteidiger Marcel Winkler und Spielmacher Philipp Kahlert, der schon das 0:1 vorbereitet hatte. Einen strammen Schuss von Prieb holte Hiller mühelos aus dem Eck (60.), Winklers Freistoß an den Außenpfosten hätte fast das 0:2 bedeutet (68.). Dann kam die eingangs beschriebene klasse Parade von Hiller, der den Direktschuss von Fuhrken nach Ablage von Adolph reaktionsschnell abwehrte.

Allerdings häuften sich jetzt die Heidkruger Konter. Nils Giza scheiterte am ebenfalls starken Jahn-Keeper Mario Lucka (76.), dann rettete Lucas Meinlschmidt unmittelbar vor Nico Faulhaber auf der Linie (81.). Aus ähnlicher Position wie knapp zehn Minuten zuvor gelang Linksaußen Giza schließlich das 0:2, eingeleitet von Kahlert und vorbereitet von Gabriel Kaya. Ein etwas umstrittener Elfmeter für Jahn machte es noch einmal richtig spannend: Luca Hoffschmidt hatte Fuhrken gerempelt, Okan Özcan verwandelte zum 1:2-Anschluss (88.). Der Heidkruger Sieg geriet jedoch nicht mehr in Gefahr. „Das war eine sehr, sehr, sehr bittere Niederlage. Wir waren die bessere Mannschaft, ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen“, sagte Arends, nachdem er seine Mannschaft im Kreis wieder aufgemuntert hatte.

Das kommende Wochenende kann vom sicheren Klassenerhalt bis zum Abstiegsplatz alles bringen. Neben Jahn gegen Ganderkesee und Achternmeer gegen Ippener (beide Freitag) gibt es am Sonnabend noch ein Kellerduell zwischen Ahlhorn und Berne.

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