Bundesliga-Bogenschützen des SV Dauelsen streiten sich um eines der begehrten Tickets für das DM-Finale

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Dauelsen. Andreas Hehenberger ist ein wenig zerknirscht. Man könnte auch sagen, dass er angesäuert ist.
03.02.2017, 00:00
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Von Malte Bürger
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Weltklasseschütze und Leistungsträger Florian Kahllund steht den Dauelsern kurioserweise nur für einige Duelle zur Verfügung.

FOCKE STRANGMANN

Dauelsen. Andreas Hehenberger ist ein wenig zerknirscht. Man könnte auch sagen, dass er angesäuert ist. Dabei hätte er eigentlich allen Grund, vor sportlicher Vorfreude und Aufregung das berühmte Kribbeln im Körper zu spüren. Schließlich geht es um vieles, eigentlich um alles. Seinen Bundesliga-Bogenschützen des SV Dauelsen steht nämlich ein wahrer Krimi bevor, am vierten und letzten Wettkampftag im hessischen Schöffengrund werden die allerletzten Tickets für das Finale der Deutschen Meisterschaften in Wiesbaden vergeben. Klar, dass auch der Titelträger von 2015 nur zu gern wieder dabei wäre. Doch es gibt Hindernisse. Und die schmecken dem Trainer der Dauelser überhaupt nicht.

Es kommt fraglos nicht selten vor, dass Mannschaften auf einen wichtigen Akteur verzichten müssen. Wenn die Gründe dafür aber eher schwierig nachzuvollziehen sind, dann hebt das nicht gerade die Stimmung. So ist es auch bei Andreas Hehenberger, der mit Florian Kahllund einen seiner wichtigsten Schützen ersetzen muss. Zumindest streckenweise. Und genau das ist der Punkt. „Am Sonnabend findet eben nicht nur unser Wettkampf, sondern abends in Wiesbaden auch der traditionelle Ball des Sports statt“, sagt Hehenberger. „Dort trifft sich alles, was in Deutschland Rang und Namen hat – und natürlich sind auch die besten Bogenschützen geladen.“ Heißt: Auch Florian Kahllund wird sich auf die Reise in die hessische Landeshauptstadt machen. „Ich finde es auch gut, dass er dort dabei ist. Das ist eine ganz tolle Sache und eine große Ehre.“

Hehenbergers Missmut richtet sich demnach auch nicht gegen seinen Schützling, sondern gegen den Deutschen Schützenbund (DSB). „Durch eine andere Terminierung würden dann nämlich nicht die besten Schützen aus der Saison herausgezogen werden“, meint der SVD-Trainer. Schließlich reisen neben Kahllund auch dessen Freundin und Olympia-Silbermedaillengewinnerin Lisa Unruh (Berlin) und vermutlich auch Florian Floto (Querum) vorzeitig aus Laufdorf ab.

„Es wird unendlich viel Geld in das DM-Finale, das in zwei Wochen ebenfalls in Wiesbaden stattfindet, gepumpt, aber die vorherigen Wettkämpfe sind dem DSB anscheinend nicht so wichtig“, kritisiert Hehenberger. „Wenn dann bei der DM aber plötzlich einer der Topschützen fehlt, wird sich gewundert, wieso die Mannschaft die Qualifikation nicht geschafft hat. So könnte es uns oder eben auch Querum treffen.“ Bei den Berlinern sieht es dagegen etwas anders aus. „Ihnen tut es nicht so weh, wenn eine Lisa Unruh plötzlich fehlt, die schieben dann einfach einen anderen Nationalkader-Schützen hinterher.“

Daher machen sich die Dauelser bereits darauf gefasst, dass auf sie ein zweigeteilter Wettkampf wartet. Die Liga ist, anders als die Südstaffel, derart eng beieinander, dass noch sechs Vereine um die vier DM-Plätze streiten. „Wir müssen unsere Punkte wahrscheinlich in der ersten Hälfte des Tages holen“, sagt Andreas Hehenberger. Allerdings beginnt der Tag direkt mit einem eminent wichtigen Duell gegen Querum – mit Florian Floto, mit dem Dauelser Heiko Keib und mit Hendric Schüttenberg. Das Trio landete zuletzt bei der niedersächsischen Landesmeisterschaft (siehe Bericht auf dieser Seite) unter den ersten Acht. „Eine Niederlage gegen Querum wäre noch nicht das Aus, aber natürlich auch alles andere als ein optimaler Start“, sagt der SVD-Trainer. „Es redet bei uns aber keiner negativ. Alle sind davon überzeugt, dass wir es packen. Das Gute ist, dass wir es selbst noch immer in der Hand haben.“

Darüber hinaus gibt es ja immer noch den Vorteil, dass eben auch andere Mannschaften im Verlauf des Tages personell gebeutelt werden. Wenn es denn tatsächlich ein Vorteil ist. „Es gibt einerseits Teams, die zwar keine Topschützen, aber dann auch keine Ausfälle haben“, sagt Hehenberger. „Des Weiteren müssen wir hoffen, dass bis zum Ende alle fair schießen und nicht zurückstecken, weil schon die Quali geschafft ist.“ Stichwort: Wettbewerbsverzerrung. Doch egal, was auch passiert: „Wir werden nicht aufgeben und den Kopf in den Sand stecken. Wir wollen wieder nach Wiesbaden.“ Als Mannschaft, nicht nur Florian Kahllund allein.

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