Judo

„Judo ist nur mit Partner möglich“

Judo ist eine Sportart, die man nur mit einem echten Partner ernsthaft ausüben kann, sagt Bremens Verbands-Chef Norbert Specker. Er ist froh, dass nun wieder richtig gekämpft werden darf.
25.06.2020, 10:36
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
„Judo ist nur mit Partner möglich“
Von Frank Büter
„Judo ist nur mit Partner möglich“
Christina Kuhaupt

Herr Specker, in der jüngsten Senats-Pressekonferenz wurde verkündet, dass im Land Bremen Kontaktsport mit bis zu zehn Personen wieder möglich ist. Wie haben Sie diese Nachricht aufgenommen?

Norbert Specker: Wir freuen uns sehr darüber. Es wird langsam grüner in Deutschland. Man muss allerdings auch wissen, dass es diese Lockerung in anderen Landesverbänden schon deutlich früher gegeben hat.

Dass diese Lockerung nun auch Bremen erreicht hat, lässt Sie aber aufatmen?

Natürlich jubeln wir Judoka, dass wir uns wieder anfassen dürfen. Judo ist eine Sportart, die nur mit Partner möglich ist, die man nur mit echten Partnern ernsthaft ausüben kann.

Weil nur echte Partner sich auch wehren?

Richtig. Ich kann zwar technisch das Werfen mit Wurfpuppen üben, aber das ähnelt dann eher der rhythmischen Sportgymnastik mit einem 22 Kilogramm schweren Sportgerät. Wirklich hilfreich ist das nicht.

Es wird ohnehin schwierig gewesen sein, dass Training inhaltlich attraktiv zu gestalten ...

Tatsächlich hat man sich schon gefragt, wie viele Wochen und Monate man das durchhalten will. Judo ist ein Indoorsport, Judo ist ein klassischer Kontaktsport. Es war schwer, Abwechslung zu schaffen. Angebote wie Radfahren, Laufen, Gymnastik sind keine echte Alternative. Es ist mehr ein Hilfsprogramm, um den Kontakt untereinander zu halten. Aber auch das war in dieser Phase sehr wichtig.

Jetzt haben die Vereine wieder die Möglichkeit, andere Akzente im Training zu setzen ...

... und das wird auch ganz sicher schnell umgesetzt werden. Denken Sie doch nur mal an die vielen Kinder und Jugendlichen. In der Altersgruppe der Sechs- bis Zehnjährigen etwa ist es doch unmöglich gewesen, die Kinder auf der Matte länger als zehn Minuten auf Abstand zu halten. Dafür fehlt da die Disziplin, das ist gar nicht machbar.

Das Gespräch führte Frank Büter.

Info

Zur Person

Norbert Specker (55)

ist Vorsitzender des Bremer Judoverbandes und steht an der Spitze der rund 1200 Aktiven im Landesverband. Rund zwei Drittel der Mitglieder sind unter 14 Jahre alt.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+