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Entscheidender Doppelschlag kurz vor dem Pausenpfiff

Die Elf von Turan Büyükata kniet sich gegen das Regionalliga-Topteam mächtig rein und bleibt lange Zeit ohne Gegentor. Ein Doppelschlag vor der Pause entscheidet die Partie.
26.10.2020, 09:55
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Von Sven Hermann
Entscheidender Doppelschlag kurz vor dem Pausenpfiff

Der JFV-Nachwuchs hatte es schwer gegen starke St. Paulianer. Für Najib Gabriel Garuba. (weißes Trikot) und seine Mitspieler setzte es trotz großen Einsatzes eine 0:4-Niederlage.

Michael Braunschädel

Weyhe. Die C-Junioren-Fußballer des JFV Weyhe-Stuhr waren gewarnt. Gegner FC St. Pauli, Tabellenführer der Regionalliga Nord, hatte seine vergangenen beiden Spiele bei Holstein Kiel (10:1) und auch gegen den Niendorfer TSV (10:0) zweistellig gewonnen. Und auch beim ersten Auftritt gegen das JLZ Emsland im SV Meppen (5:3) ballerten die jungen Kiezkicker so richtig los. Der Neuling hatte dagegen seine letzte Partie beim VfL Wolfsburg glatt mit 0:8 verloren. Kein Wunder also, dass JFV-Coach Turan Büyükata gegen den hohen Favoriten verständlicherweise auf eine kompakte Defensive setzte. Beim 0:4 (0:2) schlug sich seine junge Elf wacker.

Mit einer 4-2-3-1-Grundausrichtung trat der Außenseiter den körperlich robusteren Hamburgern zunächst entgegen und tat das bis kurz vor der Halbzeit mit Erfolg. Immer wieder ordnete Büyükata, der nach seiner Erkrankung wieder an der Seitenlinie agieren durfte, seine Defensive. Ein Synonym für den großen Kampfgeist des Aufsteigers war der mit viel Leidenschaft agierende, noch zum jüngeren Jahrgang zählende Linksverteidiger Tom Ganter, der sich den körperlich schier übermächtigen Gegenspielern oftmals mit Erfolg entgegenwarf, viele Bälle erkämpfte und damit etliche Angriffe der Paulianer unterband.

Liedtke pariert

Offensiv traten die Gastgeber in den ersten 35 Minuten allerdings nicht in Erscheinung. Nach einem Foul an Ebadulah Sahil beförderte Leonandis Kohl den anschließenden Freistoß aus aussichtsreicher Position in die Gästemauer – das war es auch schon in Sachen eigener Torschüsse (11.). St. Paulis Eric da Silva Moreira scheiterte danach an JFV-Schlussmann Tom Liedtke (14.). Der prallte bei einer Rettungstat nach einem Kopfball von Oluwaseun Ogbemudia gegen den Pfosten, zog sich glücklicherweise jedoch keine Verletzung zu (26.). Die Chancen der Gäste häuften sich. Die erste richtig große Gelegenheit vergab Angreifer Mohamad Qodrati, der die Kugel nach einem Pass seines Sturmpartners da Silva Moreira über das Tor beförderte (28.).

Ein Doppelschlag vor der Pause machte die vagen Hoffnungen der JFV-Kicker auf eine eventuelle Überraschung dann zunichte. Nach vorzüglicher Vorarbeit des starken St. Paulianer Mittelfeldakteurs Niklas Schöning blieb da Silva Moreira eiskalt und schob zur Führung ein (33.). Noch vor dem Pausenpfiff erhöhte Amed Ormangören nach einer Flanke von Qodrati per Kopfball (35.). „Weyhe-Stuhr stand sehr tief und hat es, was das Defensivspiel anging, sehr gut gemacht. Sie haben deutlich entschlossener, kompakter und aggressiver verteidigt als unsere beiden vorherigen Gegner. Da wir ansonsten überwiegend auf Kunstrasen spielen und trainieren, mussten wir uns den Begebenheiten auf Rasen erst anpassen. Zunächst haben wir das nicht super ausgespielt und es hat Zeit gebraucht, um die Aufgaben zu lösen“, analysierte St. Paulis Trainer Thorben Sahs.

„Wenn wir mit einem Unentschieden in die Pause gegangen wären, wäre es vielleicht anders gelaufen. Von der Physis und Technik her war St. Pauli ein Gegner mit ganz anderer Qualität. Die Jungs sind über ihre Grenzen gegangen“, sprach Büyükata seinem aufopferungsvoll kämpfenden Team ein Kompliment aus. Mit Gabriel Koomson brachte der Coach zur zweiten Halbzeit dann einen weiteren Angreifer, um die Offensive zu verstärken, stellte auf 4-4-2 um. Zunächst verhinderte jedoch Liedtke einen höheren Rückstand, als gleich drei Gästespieler hintereinander scheiterten (44.). Dann nahm da Silva Moreira eine Flanke seines Mitspielers Jury Reiners seelenruhig an und markierte seinen zweiten Treffer (46.).

Die dicken Brocken geschafft

Im Anschluss ließ Stürmer Najib Gabriel Garuba, der nach einem Fehler von Defensivspieler Ogbemudia und trotz dessen darauffolgenden Einwirken zum Abschluss kam, die größte Möglichkeit der Platzherren aus. St. Paulis Keeper Tim Tempel konnte einen Treffer vereiteln. Büyükata hatte dabei ein klares Foul vom Abwehrakteur der Gäste gesehen. „Das war ein klarer Elfer. Wenn der reingeht, steht es nur noch 1:3“, kommentierte der Übungsleiter. Stattdessen gelang den Gästen auch noch Tor Nummer vier. Nach einem schlechten Rückpass auf Liedtke gewann da Silva Moreira den anschließenden Pressschlag gegen den Torhüter und traf danach den Pfosten. Doch Qodrati brachte den zweiten Versuch schließlich im Tor unter (66.). „Die Spiele gegen die drei erstplatzierten Teams haben wir jetzt hinter uns. Jetzt bleiben uns zwei Wochen Zeit, um uns auf die Aufgabe beim SC Vorwärts Wacker vorzubereiten“, sieht Büyükata in den Hamburgern dann einen Gegner auf Augenhöhe.

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