Sportpolitik Kanzlerin Merkel trifft Sport-Asse in Kienbaum

Kienbaum. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Deutschlands größtes Bundesleistungszentrum in Kienbaum mit dem Sonderpreis «Gelebte Einheit» im Rahmen der Kampagne «Deutschland - Land der Ideen» geehrt.
19.07.2010, 20:17
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Kienbaum. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Deutschlands größtes Bundesleistungszentrum in Kienbaum mit dem Sonderpreis «Gelebte Einheit» im Rahmen der Kampagne «Deutschland - Land der Ideen» geehrt.

Damit werden zwölf Standorte in Deutschland ausgezeichnet, die im 20. Jahr der deutschen Einheit durch besondere Kreativität und Ideenvielfalt aufgefallen sind.

«Anfangs gab es noch Spannungen unter den Sportlern aus Ost und West. Jetzt vollzieht sich in Kienbaum gelebte deutsche Einheit von Sportlern aus allen Teilen Deutschlands», erklärte Merkel, die als erste Kanzlerin das Zentrum 30 Kilometer östlich Berlins besuchte. Zuvor hatte Angela Merkel den Schlüssel für einen neu errichteten Pavillon an Diskus-Weltmeister Robert Harting und den WM-Dritten im Kugelstoßen, Ralf Bartels, übergeben. «Kienbaum ist ja wohl für Euch schon wie eine zweite Heimat geworden», konstatierte Merkel. Kienbaum sei eine Mischung aus Hightech und Wohlfühl-Atmosphäre.

Bei einem minutiös geplanten Rundgang im Rahmen des traditionellen Sommerfestes besuchte die Kanzlerin in dem in den vergangenen Jahren komplett modernisierten Areal am Liebenberger See deutsche Top-Sportler wie Turn-Champion Fabian Hambüchen oder Kanu-Weltmeister Max Hoff beim Training in den modernen Hallen. Sie verschaffte sich einen Überblick über die 66 Millionen Euro teuren neuen Bauten und führte zahlreiche Gespräche mit deutschen Top-Stars.

In der Trainingshalle begrüßte Merkel auch Ex-Turner Ronny Ziesmer, der sich hier bei der Olympia-Vorbereitung 2004 so schwer verletzt hatte, dass er heute querschnittsgelähmt im Rollstuhl sitzt, aber nie aufgab und schon zum zweiten Mal den Start beim Berlin- Marathon im September plant. «Ich habe jetzt eine bessere Vorstellung von Kienbaum. Ich sehe, was hier alles getan wurde und was auch noch getan werden muss. Ich werde das auch bei den sicher nicht einfachen Haushaltsberatungen im Hinterkopf behalten», versprach Merkel.

Früher war Kienbaum die abgeschottete Kaderschmiede der DDR inklusive einer Unterdruckkammer, in der Höhenbedingungen simuliert werden konnten. Diese Kammer ist längst außer Betrieb, doch zählt zu den jüngsten Investitionen des Bundesinnenministeriums eine Kältekammer, mit deren Hilfe Athleten bei Temperaturen von bis zu minus 110 Grad schneller wieder regenerieren können. «Wenn man nach zwei Minuten da wieder rauskommt, fühlt man sich erholt und frisch und kann die Intensität im Training gleich wieder hochfahren», sagte Nadine Müller, die weltbeste Diskuswerferin der Saison, die kurz zuvor für die EM in Barcelona nominiert worden war.

Bei einem Essen mit Prominenten hatten an Merkels Tisch nicht nur DOSB-Generaldirektor Michael Vesper, sondern auch DFB-Sportdirektor Matthias Sammer, die vielfache Berliner Paralympics-Siegerin Marianne Buggenhagen, der erfolgreichste Bobpilot der Welt, André Lange, und Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius Platz genommen. (dpa)

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