Andre Kucharski hat sich in Melchiorshausen zu einem Führungsspieler entwickelt Kapitän in schwierigen Zeiten

Melchiorshausen. Plötzlich läuft es wieder, und Andre Kucharski kann die Frage nach dem "Warum" selbst nicht so recht beantworten. "Es ist einfach ein Phänomen", sagt der aktuelle Kapitän des Fußball-Bremen-Ligisten TSV Melchiorshausen, "im vergangenen Jahr war es ja auch nicht anders. Wir hatten einen riesigen Durchhänger, und erst als der Abstieg schon beschlossene Sache schien, spielten wir auf einmal befreit auf." Damals gelang dem TSV noch der Klassenerhalt, und auch diesmal stehen die Chancen recht gut - obwohl ein Großteil der Saison erneut verkorkst war.
13.05.2011, 05:00
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Kapitän in schwierigen Zeiten
Von Jens Hoffmann

Melchiorshausen. Plötzlich läuft es wieder, und Andre Kucharski kann die Frage nach dem "Warum" selbst nicht so recht beantworten. "Es ist einfach ein Phänomen", sagt der aktuelle Kapitän des Fußball-Bremen-Ligisten TSV Melchiorshausen, "im vergangenen Jahr war es ja auch nicht anders. Wir hatten einen riesigen Durchhänger, und erst als der Abstieg schon beschlossene Sache schien, spielten wir auf einmal befreit auf." Damals gelang dem TSV noch der Klassenerhalt, und auch diesmal stehen die Chancen recht gut - obwohl ein Großteil der Saison erneut verkorkst war.

Doch die jüngsten drei Partien machen Mut - mehr noch: Sie haben gezeigt, dass die Melchiorshauser das Niveau für Bremens höchste Spielklasse grundsätzlich besitzen. Angefangen mit dem verdienten 1:0 beim VfL 07 Bremen, dem sehr unglücklichen 2:3 gegen den Tabellenvierten SG Aumund-Vegesack und schließlich dem souveränen 3:0 gegen Oberneuland II haben sich die Melchiorshauser im Kampf um den Ligaverbleib zurückgemeldet. Das überrascht insofern, als dass sie zuvor über viele Wochen nicht den Eindruck vermittelten, die finale Chance mit der allerletzten Konsequenz zu suchen.

Immer mit Einsatz

Andre Kucharski allerdings zählte immer zu jenen Kickern, denen man eines ganz bestimmt nicht vorwerfen konnte: mangelnden Einsatz. Der 29-Jährige hat sich mit seiner kämpferischen Art, seinem Laufpensum und seiner natürlichen Motivation den Respekt seiner Mitspieler erworben.

Dabei ist Kucharski erst im zweiten Jahr beim TSV aktiv. Trotzdem trägt er schon jetzt die Kapitänsbinde anstelle von Jan Schmötzer, der zuletzt oft aus beruflichen Gründen passen musste. "Das ist für mich natürlich schon etwas Besonderes", gesteht der in Heiligenrode aufgewachsene Kucharski, "immerhin spiele ich seit meinem sechsten Lebensjahr Fußball, bin aber zuvor nie Kapitän gewesen."

Nicht nur deshalb hat sich sein Wechsel in die Bremen-Liga für ihn persönlich ausgezahlt, auch wenn die Zeit in Melchiorshausen sportlich nicht immer leicht war. So hat sich Kucharski über seine fußballerische Zukunft noch nicht endgültig ausgelassen. Er, der zuvor für den TSV Heiligenrode, TuS Varrel, TuS Syke und SV Heiligenfelde aktiv war, hätte grundsätzlich nichts gegen eine weitere Spielzeit im Melchiorshausen-Trikot einzuwenden - unabhängig vom Klassenerhalt.

Aber: "Wir brauchen neue, frische Leute", fordert der Mannschaftsführer, "Leute, bei denen man das Gefühl hat: Mit denen kann man etwas bewegen." Der personelle Umbruch, den die Melchiorshauser ohnehin planen, würde demnach ein Bleiben Andre Kucharskis begünstigen.

Und dass der halblinke Mittelfeldspieler, der in Melchiorshausen deutlich zentraler agiert als bei seinen früheren Stationen, bleiben soll, steht sowieso außer Frage. "Wir würden ihn selbstverständlich gerne behalten", verrät Co-Trainer Andree Bitterer und liefert die Gründe gleich mit: "Er ist extrem wichtig fürs Team und hat sich hier schnell als Führungsspieler herauskristallisiert. Andre gibt immer alles, auch wenn es bei uns nicht läuft." Zudem sei der 29-Jährige einer, der den Mund aufmache und den Rest der Truppe wachrütteln könne. Diese Qualität war in den vergangenen knapp zwei Jahren oft gefragt.

Und demnächst? Andre Kucharski, der mittlerweile in Moordeich lebt und für den Jugendhilfeträger in Bremen-Nord arbeitet, will sich Anfang, Mitte Juni mit den Verantwortlichen in Melchiorshausen zusammensetzen und eine endgültige Entscheidung fällen.

Ob die Bremen-Liga gehalten wird oder nicht - darauf hat er allerdings keinen finalen Einfluss mehr. Zwar ist der Kapitän beim Heimduell gegen den 1. FC Burg am morgigen Sonnabend noch mit an Bord, danach aber nicht mehr - ausgerechnet in den entscheidenden Derbys in Brinkum und gegen Weyhe. "Ich heirate und bin dann auf Hochzeitsreise", erzählt der Ehemann in spe, der seinen TSV-Kollegen aus der Ferne die Daumen drücken wird.

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