Landesmeisterschaften in Syke Karateka lernen nie aus

Syke. Es ist das erste Ma, dass der Syker Karate-Verein Skip die Landesmeisterschaften der Kinder und Schüler ausgerichtet hat. Doch die Zufriedenheit über den gelungenen Verlauf machte die Mühen am Ende wett.
20.09.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Karsten Bödeker

Syke. Es ist das erste Mal gewesen, dass der Syker Karate-Verein Skip die Landesmeisterschaften der Kinder und Schüler ausgerichtet hat. Dementsprechend groß war der Aufwand, doch die Zufriedenheit über den gelungenen Verlauf machte die Mühen am Ende wett.

Es war wahrlich ein Großaufgebot, das sich in der Syker Olympiahalle versammelt hatte: 20 Kampfrichter, jeweils fünf an jeder der vier Matten, der extra aus Hannover angereiste Landespräsident Dieter Mansky, zwei Dutzend Helfer und rund 150 Sportler waren gekommen. Rund 20 Aktive stellte alleine der gastgebende Skip, von denen wiederum einige den Wettkampf eher als Routineveranstaltung begreifen durften.

"Nöö, aufgeregt sind wir nicht besonders", erklärten beispielsweise Matthis Wernecke, Sebastian Müller, Antoni Gruber und Maris Beuke, allesamt zehn oder elf Jahre alt, aber schon erfahren in Wettkämpfen. "Sonst müssen wir immer so weit fahren, das ist heute natürlich besser", meinte Antoni, während Maris schon einmal seine Taktik verriet: "Man muss den Gegner antäuschen", bemerkte er. "Antäuschen ja, aber auf keinen Fall berühren", konkretisierte Günter Gumz, Pressewart bei Skip, die Karateregeln.

Selbstbehauptung durch Respekt

Beim Karate stehen zwar nicht Sieg oder Niederlage im Mittelpunkt, vielmehr geht es in dem fast zwei Jahrtausende alten Sport darum, dem Gegner mit Respekt zu begegnen und vor allem darum, den eigenen Charakter zu komplettieren. Selbstbehauptung, Respekt, die Beachtung der Regularien: Fair Play hat hier – anders als in anderen Sportarten – auch in der Praxis eine große Bedeutung. Das zeigt sich nicht nur in der Verbeugung zur Begrüßung, die bereits der Nachwuchs perfekt beherrscht.

Doch bei den Landesmeisterschaften in Syke ging es natürlich auch um Wertungen und Pokale. Einen davon bekam Antoni Gruber, der Vize-Landesmeister in der Gewichtsklasse bis 33 Kilogramm wurde. Kumite heißt der Wettkampf, in dem der Elfjährige erfolgreich war. Dabei stehen zwei Kämpfer auf einer Matte, die übrigens deutlich dünner ist als beim Judo. "Beim Karate fallen die Sportler ja auch nicht hin, der Schutz muss nicht so groß sein", erklärte Skip-Vorsitzender Oliver Marahrens.

Beim Kumite führen die Kontrahenten ihre Schläge, Finten und Manöver mit wenigen Zentimetern Abstand zum Gegner aus. Der Gegner muss diese Bewegungen abwehren. "Es geht darum, dem Kampfrichter deutlich zu machen, dass man den entscheidenden Treffer gelandet hätte", beschrieb Günter Gumz das Kampfziel. Es entsteht kein Vollkontakt. Fünf Punktrichter beobachteten den Verlauf ganz genau und hoben entweder die blaue oder die rote Flagge, je nachdem, ob der Karateka mit dem blauen oder dem roten Gürtel erfolgreich gewesen war.

Hochkonzentriert waren die Kleinen auch beim Üben abseits der Titelkämpfe. Nahezu überall in der Halle wurde Ausfallschritte geübt, die Arme wurden kurz und zackig, aber sehr gezielt nach vorne, oben oder zur Seite bewegt.

Auf den Matten fand derweil der Kata-Wettbewerb statt. Dabei traten zwei Sportler nacheinander an, um eine bestimmte Abfolge von Schritten und Schlägen allein gegen einen imaginären Gegner zu absolvieren – das Ganze möglichst exakt, ähnlich einer Turnkür. Anders als Kumite, das sich erst in den letzten hundert Jahren entwickelt hat, gehört Kata zur traditionellen Form des Karate.

Erstaunlich war, wie sehr die jungen Kämpfer die speziellen Techniken bereits verinnerlicht hatten. Doch am Ziel sind sie deshalb noch lange nicht. Denn eine der goldenen Regeln lautet: Karate üben heißt, es ein Leben lang zu üben.

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