Schock beim ATSV Karriereende für Janina Gawehn

Scharmbeckstotel. Diese Szene am vorigen Sonntagmittag wird Janina Gawehn vermutlich nie vergessen. Zu groß war der Schmerz, zu tief der Einschnitt in ihr weiteres Leben.
01.09.2010, 06:21
Lesedauer: 1 Min
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Karriereende für Janina Gawehn
Von Werner Maaß

Scharmbeckstotel. Diese Szene am vorigen Sonntagmittag wird Janina Gawehn vermutlich nie vergessen. Zu groß war der Schmerz, zu tief der Einschnitt in ihr weiteres Leben. Die Partie in der Fußball-Oberliga der Frauen zwischen der FSG Twist und dem ATSV Scharmbeckstotel war erst fünf Minuten alt, da schirmte die Ausnahmestürmerin Janina Gawehn den Ball an der Außenlinie gegen eine Gegnerin ab. Gawehn kam zu Fall, verdrehte sich dabei das Knie. Die Diagnose am Montag war einfach nur niederschmetternd: Das Innenleben im Knie gleicht einem Trümmerfeld. Mit der Folge, dass Janina Gawehn ihre Karriere beenden muss. Sofort, von heute auf morgen - von hundert auf null.

Janina Gawehn, die Tormaschine des ATSV, eine 27 Jahre junge Frau, in deren Leben der Fußball weit mehr war als nur eine Freizeitbeschäftigung. 'Momentan kann ich das wirklich noch nicht realisieren. Ich werde das wahrscheinlich erst wahrnehmen, wenn ich irgendwann am Spielfeldrand stehe und zugucken muss', sagte Gawehn. Am heutigen Freitag wird sie operiert. Es folgen sechs Wochen an Krücken, Physiotherapie. Dann stehen irgendwann Schwimmen, Rad fahren und Fitnessstudio an. Alles ohne Ball, nur kein Kontakt zu einer Gegnerin. Eine Tortur für eine Fußballerin, für die bislang einzig und allein der Ball die Motivation zum Laufen war.

35 Tore hatte Gawehn in der Oberligasaison 2008/2009 für den ATSV erzielt, rund 1,5 Treffer pro Spiel. In der vorigen Spielzeit waren es 'nur' 29, die technisch so versierte Stürmerin traf fast auf Bestellung. Nun ist Schluss, mit 27 Jahren, in einem Alter, in dem für so manche Fußballerin die Karriere erst so richtig Fahrt aufnimmt.

Fahrt hatte die Karriere von Janina Gawehn schon früh aufgenommen. Mit 17 Jahren war sie zum Bundesligisten VfL Wolfsburg gewechselt. Ein Jahr spielte Gawehn in der ersten Liga, ehe es die Orthopädie-Schuhmacherin zurück in ihre Heimat zog. Gawehn heuerte 2002 beim ATSV an. Es ging steil bergauf mit dem Verein - nicht zuletzt dank Gawehn. Der große Traum bleibt ihr aber nun verwehrt: 'Ich wollte mit dem ATSV in die Regionalliga aufsteigen, dort noch ein Jahr spielen und dann aufhören. Doch das wird jetzt nichts mehr.'

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