Landesliga: Wildeshausen kassiert durch das 0:2 gegen Spitzenreiter Bersenbrück die fünfte Niederlage in Serie – und muss wieder zittern Katerstimmung im Krandelstadion

Wildeshausen. Als Schiedsrichter Rainer Aschemann die Partie längst abgepfiffen hatte, blieb Marcel Bragula noch eine Zeit lang allein auf seiner Trainerbank sitzen – den Kopf auf die Hände gestützt, den Blick starr geradeaus. Es schien fast so, als wollte der Coach des VfL Wildeshausen seine Worte gegenüber den Pressevertretern dieses Mal ganz besonders genau abwägen.
09.05.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Daniel Cottäus

Als Schiedsrichter Rainer Aschemann die Partie längst abgepfiffen hatte, blieb Marcel Bragula noch eine Zeit lang allein auf seiner Trainerbank sitzen – den Kopf auf die Hände gestützt, den Blick starr geradeaus. Es schien fast so, als wollte der Coach des VfL Wildeshausen seine Worte gegenüber den Pressevertretern dieses Mal ganz besonders genau abwägen. Nach einem kurzen, gestenreichen Zwiegespräch mit Fußball-Obmann Ottmar Jöckel machte sich Bragula dann auf den Weg, um seine Einschätzung zur 0:2 (0:1)-Heimniederlage gegen den Landesliga-Spitzenreiter TuS Bersenbrück abzugeben – mit seinen Spielern ging er dabei überraschend hart ins Gericht.

Zunächst einmal sagte der Trainer: gar nichts. Dann lautete sein erstes Wort: „Enttäuschung.“ Bersenbrück sei der Tabellenführer, ja. Sei auch technisch und spielerisch besser, ja, alles schön und gut, „aber wenn wir unseren Plan durchziehen, dann holen wir heute einen Bonuspunkt“. Weil daraus am Ende nichts geworden ist, stand für den Aufsteiger Wildeshausen die fünfte Pleite in Serie zu Buche, seit acht Spielen hat die Mannschaft nun schon nicht mehr gewonnen. In der Tabelle heißt das Platz elf mit nur noch zwei Zählern Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, den der nächste Gegner TV Dinklage (Freitag, 19 Uhr) belegt. „Wenn wir da nicht gewinnen, brennt es lichterloh. Ich hoffe, dass das so langsam mal alle kapieren“, sagte Bragula.

Gemeinsam mit seinem Trainerkollegen Marco Elia hatte er sich etwas einfallen lassen, um gegen die beste Offensive der Landesliga bestehen zu können. Die Wildeshauser agierten im 5:3:2-System, in dem Lukas Schneider, Jan Gusfeld-Ordemann, Lennart Flege, Niklas Heinrich und Kai Meyer die Fünferkette bildeten. Bis zur 40. Minute ging dieser Schachzug auf, denn der Liga-Primus tat sich im Spiel nach vorne schwer. Und so waren es die Gastgeber, die die erste dicke Möglichkeit des Nachmittags hatten. Janek Jacobs zog aus rund 20 Metern knallhart ab und zwang Bersenbrücks Torhüter Arne Torliene zu einer Glanztat (36.). „Fast die ganze erste Halbzeit lang haben es die Jungs gut gemacht, aber dann sind es wieder dumme Fehler, die uns schwächen“, ärgerte sich Elia. Vor dem Bersenbrücker 1:0 durch Dato Romanovi verlor Wildeshausen ein wichtiges Kopfballduell im Strafraum und ließ dem am langen Pfosten lauernden Torschützen viel zu viel Freiraum (41.).

Zu Beginn der zweiten Hälfte zeigten die Wildeshauser dann ihre stärkste Phase. Erst kam Maximilian Seidel nach schönem Zuspiel von Jacobs gegen Torliene nur einen Schritt zu spät (46.), dann schoss Jacobs knapp über den Kasten (61.). Das Heim-Team wirkte nun deutlich entschlossener in seinen Aktionen, hatte hinten allerdings auch Glück. So scheiterte Bersenbrücks Julius Liegmann an der Latte (56.) und verzog danach aus guter Position (62.). Bragula und Elia brachten in der Folge erst Stürmer Lennart Feldhus (69.) und dann Mittelfeldmann Sebastian Bröcker (74.) ins Spiel – zufrieden waren die Trainer mit den Leistungen ihrer Joker nicht. „Wenn ich in so einem Spiel eingewechselt werde, dann muss der Rasen brennen. Das habe ich nicht gesehen“, kritisierte Bragula.

Für die Entscheidung sorgte schließlich Max Tolischus. Nach Flanke von Andrej Homer, gegen den Schneider nicht gut aussah, köpfte der Stürmer den Ball gegen die Laufrichtung von Wildeshausens Keeper und Kapitän Sebastian Pundsack – 2:0 (72.). „Auch das haben wir schlecht verteidigt“, sagte Bragula, der sich dann an seine Mannschaft wandte. Die Spieler hatten nur wenige Meter von der Presserunde entfernt auf dem Boden gelegen und kein Wort gesagt.

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