Golf Kaymer in Frühform: Zweiter Titel in Abu Dhabi

Abu Dhabi. Martin Kaymer hat die Golfsaison auf der Europa-Tour mit einem Paukenschlag eröffnet und wie schon 2008 die Abu Dhabi Golf Championship gewonnen.
24.01.2010, 16:48
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Abu Dhabi. Martin Kaymer hat die Golfsaison auf der Europa-Tour mit einem Paukenschlag eröffnet und wie schon 2008 die Abu Dhabi Golf Championship gewonnen.

Im Duell mit dem Engländer Ian Poulter setzte sich der 25 Jahre alte Rheinländer aus Mettmann nach 267 Schlägen vor dem Briten (268) und dem Nordiren Rory McIlroy (269) durch. Für seinen fünften Europa-Tour-Titel erhielt er 250 000 Euro Prämie und katapultierte sich in der Weltrangliste vom 14. auf den sechsten Rang erstmals unter die Top Ten. So gut platziert war bisher von den deutschen Profis nur Altmeister Bernhard Langer, der nach seinem ersten Major-Titel 1985 dieses Ranking sogar kurz anführte.

«Das waren fantastische vier Tage und die wunderbarste Runde heute, die ich jemals auf der Tour gespielt habe», jubelte Kaymer nach dem dramatischen Foto-Finish mit einem Birdie am 18. Loch. «Das war zweifellos heute mein wichtigster Putt. Wir drei haben alles gegeben. Dass ich da erfolgreich durchgekommen bin, macht mich stark und ist mir einen große Hilfe, um mein Ryder-Cup-Debüt in diesem Jahr zu schaffen.» 2008 hatte Kaymer seinen allerersten Europa-Tour-Titel dort gewonnen und im vergangenen Jahr den zweiten Platz belegt.

Im Kampf um die Ryder-Cup-Plätze im Europa-Team von Kapitän Colin Montgomery für das Match gegen die USA im Oktober in Wales meldete sich der Aufsteiger in der Wüste zurück. Nach einem Fußbruch hatte er noch eine achtwöchige Pause im August einlegen müssen und trägt seitdem eine Metallplatte in dem Fuß. Mit seiner ersten Jahresprämie arbeitete er sich in der Geldrangliste gleich auf Rang zwei hinter den Südafrikaner Charl Schwartzel (488 850 Euro) vor, der zuletzt zwei Siege in seiner Heimat nacheinander gefeiert hatte.

«An erster Stelle steht der Ryder Cup. Ich will als Spieler helfen, den Ryder Cup nach Europa zu holen.» Dieses Saisonziel hatte Kaymer sich schon nach seinen harten Trainingswochen in seiner Wahlheimat Arizona gesteckt und bei seinem ersten Start in diesem Jahr gleich perspektivisch umgesetzt.

Mit gewohnter Konstanz war er bei seinen ersten drei 67er Runden in Abu Dhabi mit einem Schlag vor Ryder Cup-Sieger Poulter und dem erst 20-Jährigen McIlroy ins Finale gegangen. Über Platz 13 hatte er sich von Donnerstag an stetig nach vorn gearbeitet. Dabei kam ihm auch die Platzkenntnis zugute. Mit vier Birdies bis zum zehnten Grün gelang Kaymer in der letzten Runde ein äußerst vielversprechender Start. Aber der 34 Jahre alte «Fuchs» Poulter hielt dagegen.

Sechs Birdies bis zum zwölften Grün verschafften dem Briten, der bereits acht Siege auf der Europa-Tour geschafft hat, eine knappe Führung. Aber am 14. Grün zog Kaymer mit einem Birdie wieder mit Poulter gleich und lieferte sich bis zum letzten Schlag ein Kopf-an- Kopf-Rennen. McIlroy war nach einem Bogey am fünften Grün ins Hintertreffen geraten und verteidigte mit seinem bekannt risikoreichen Angriffsgolf noch den dritten Rang.

Als aber Kaymer das 18. Grün mit seinem zweiten Schlag erreichte, war Poulter geschlagen. Mit einem Birdie beendete der Rheinländer seinen Auftritt standesgemäß und lässt auch den Deutschen Golf Verband (DGV) jubeln. Mit dem Sieg ist Kaymer ein noch wichtigerer Botschafter des DGV bei der deutschen Ryder Cup-Bewerbung 2018. Im Frühjahr 2011 fällt die Entscheidung im Ausrichter-Sechskampf gegen Frankreich, Schweden, Spanien, Portugal und die Niederlande. (dpa)

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