Ski-Freestylerin

Kea Kühnel aus Bremerhaven ist Sportstipendiatin des Jahres

Die Deutsche Sporthilfe hat Kea Kühnel am Mittwoch zur Sportstipendiatin des Jahres 2019 gekürt. Die Ski-Freestylerin aus Bremerhaven setzte sich gegen vier andere Kandidaten durch.
28.08.2019, 20:00
Lesedauer: 3 Min
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Kea Kühnel aus Bremerhaven ist Sportstipendiatin des Jahres
Von Olaf Dorow
Kea Kühnel aus Bremerhaven ist Sportstipendiatin des Jahres

Kea Kühnel ist als Siegerin der Abstimmung Nachfolgerin des Speerwurf-Olympiasiegers Thomas Röhler.

Frank Thomas Koch

And the winner is. . . Jawohl, sie ist es geworden: die Frau aus der Exoten-Sportart, die eine Exotin in ihrer Sportart ist. Die Ski-Freestylerin Kea Kühnel, die aus Bremerhaven stammt und immer noch für den SC Bremerhaven startet, wurde am Mittwochabend auf einer Gala der Deutschen Sporthilfe in Frankfurt/Main zur Sport-Stipendiatin des Jahres 2019 gekürt. In einem Online-Voting waren 14 000 Stimmen abgegeben worden. Die meisten davon entfielen auf Kea Kühnel, die in der vergangenen Saison Weltcup-Dritte in der Disziplin Big Air geworden war und die im Februar 2018 als erste Wintersportlerin des Landes Bremen den Sprung zu den Olympischen Spielen geschafft hatte.

"Unglaublich. Das bedeutet mir sehr viel", sagte Kea Kühnel. Sie habe auch vor drei Jahren im Gala-Saal gesessen. Sie hatte sich beworben und war nicht ausgewählt worden. "Ich hatte nichts vorzuweisen." Es erfülle sie mit großem Stolz, wenn sie auf die vergangenen drei Jahre zurückschaue. An diesem Donnerstag wird sie nun zu den X-Games reisen, von der Wertigkeit in anderen Sportarten mit einer Champions League zu vergleichen. Sie hat für Oslo eine Einladung als Ersatzfrau erhalten.

Die Auszeichnung "Sport-Stipendiat des Jahres" wird seit 2013 vergeben. Spitzensportler können sich bewerben, diesmal waren mehr als 100 Bewerbungen eingegangen. Eine Jury wählt die fünf Kandidaten für die finale Abstimmung aus. Die Deutsche Bank als Sporthilfe-Förderer erhöht den vier Finalisten neben Kea Kühnel für die kommenden anderthalb Jahre den monatlichen Förder-Betrag um 50 Prozent: Karatekämpferin Jana Bitsch, den Para-Athleten Johannes Floors (Leichtathletik) und Anna-Lena Forster (Ski alpin) sowie Ruderer Johannes Weißenfeld. Für die Siegerin gibt es für diesen Zeitraum eine Verdopplung. Bislang hatte Kühnel von der Deutschen Sporthilfe 700 Euro erhalten, wovon die Deutsche Bank 400 beisteuerte. Fortan wird die 28-jährige Freestylerin also mit 1100 Euro pro Monat unterstützt.

Die Frau des Abends: Ski-Freestylerin Kea Kühnel als Siegerin der Abstimmung zum Sport-Stipendiat des Jahres.

Die Frau des Abends: Ski-Freestylerin Kea Kühnel als Siegerin der Abstimmung zum Sport-Stipendiat des Jahres.

Foto: Florian Gerlach/Deutsche Bank

"Kea Kühnel ist wieder ein herausragendes Beispiel, wie studierende Spitzenathleten die hohe Doppelbelastung meistern können. Sie hat sich trotz vieler Hürden fest im internationalen Ski-Freestyle-Zirkus etabliert. Parallel absolviert sie erfolgreich nicht nur einen, sondern sogar zwei Studiengänge – das ist in höchstem Maße beeindruckend und verdient jede Förderung“, sagte Michael Ilgner. Er Vorsitzender des Sporthilfe-Vorstands, dem auch der ehemalige Bremer Spitzenruderer und Werder-Direktor Oliver Rau angehört.

Christian Sewing, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, sagte bei der Preisverleihung, dass die meisten deutschen Spitzensportler keine Großverdiener seien und sich bereits parallel zum Sport ihre berufliche Zukunft aufbauen müssen. Sewing: "Wir fördern deshalb mit dem Sport-Stipendium besonders diejenigen, die Leistungssport und Studium miteinander verbinden. Die fünf Finalisten, aber auch alle 400 Top-Athleten, die wir unterstützen, sind absolute Vorbilder für uns.“

Kea Kühnel, die in der vergangenen Saison in der Disziplin Big Air Weltcup-Dritte geworden war, studiert in ihrem Wohnort Innsbruck im Master "Accounting, Auditing and Taxiation", dazu macht sie in einer Art Fernstudium in München noch einen zweiten Bachelor in Sinologie. Sie will Wirtschaftsprüferin werden und beschäftigt sich intensiv mit Geschichte, Kultur und Wirtschaft Chinas. In China liegen auch sportliche Fernziele der Freestylerin von der Nordseeküste: die Weltmeisterschaften 2021 sowie die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking.

+++Dieser Text wurde um 22.29 Uhr aktualisiert+++

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