Schach

Keine einvernehmliche Lösung

Entscheidung vertagt: Die Auseinandersetzung zwischen dem Schachklub Kirchweyhe und dem Landesschachbund Bremen ging vor dem Landgericht weiter. Eine Einigung gab es jedoch nicht.
15.12.2018, 09:00
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Von Thorin Mentrup
Keine einvernehmliche Lösung

Die Auseinandersetzung zwischen dem Schachklub Kirchweyhe und dem Landesschachbund Bremen ging vor dem Landgericht Bremen weiter. Eine Einigung gab es jedoch nicht.

CARMEN JASPERSEN

Darf der Schachklub Kirchweyhe 2 doch noch in der Stadtliga starten oder nicht? Eine Antwort auf diese Frage wird es am 20. Dezember geben. Vor dem Landgericht Bremen konnten am Donnerstag die Verfahrensgegner Schachklub (SK) Kirchweyhe und Landesschachbund Bremen (LSB) keine Einigung erzielen.

Rund 90 Minuten lang versuchte Peter Orantek, Vorsitzender des SKK, das Gericht davon zu überzeugen, dass eine Aufnahme in die höchste Bremer Spielklasse gerechtfertigt sei. Die drei Richter machten in einem Güteversuch den Vorschlag, die LSB-Entscheidung, Kirchweyhe den freien Platz in der Stadtliga nicht zu geben, zu akzeptieren, die Kosten zu teilen und den Streit nicht weiterzuführen. Der Kläger, dessen einstweilige Verfügung bereits vom Amtsgericht abgewiesen worden war, entschied sich jedoch dafür, die Berufung nicht zurückzuziehen. Der Anwalt des Landesschachbundes, Dr. Joachim Asendorf, beantragte dagegen, die Berufung zurückzuweisen. LSB-Präsident Dr. Oliver Höpfner wohnte der Verhandlung trotz der Anordnung des Gerichts nicht bei – laut Dr. Asendorf, um die Emotionen nicht weiter hochkochen zu lassen.

Der Anwalt betonte mehrfach, dass Vorstandsmitglieder vielleicht Sympathie dafür geäußert hätten, den freien Platz in der Stadtliga, die nur mit neun Teams spielt, an Kirchweyhe 2 zu geben, doch eine Zusage niemals erfolgt sei. Außerdem habe die Saison bereits begonnen. Orantek schilderte unter anderem, dass die 127Schach-Stiftung, die den SKK unterstützt, viel Geld in die Hand genommen habe, um ausländische Spieler, etwa aus der Mongolei, einfliegen zu lassen. Ein Spieltag koste 8000 Euro, so Orantek. Auf eine Saison mit neun Spieltagen gerechnet, kämen also 72 000 Euro zusammen. Zusätzlich zum finanziellen entstehe auch ein immaterieller Schaden, weil der SKK 2 „nur“ in der A-Klasse spiele. Darüber hinaus verwies die Klägerseite darauf, dass der LSB in der Vergangenheit Klassen, in denen weniger als die ihrer Ansicht nach in der Turnierordnung vorgeschriebenen zehn Teams spielen, aufgefüllt habe. Damit sei eine Selbstbindung eingetreten. Zudem seien Vorstandsmitglieder befangen.

Dieser Argumentation konnten die Richter nicht folgen. Dagegen hielten sie die Urteilsbegründung des Amtsgerichts, dass nur Mannschaften eine Liga auffüllen sollten, die sich in der unteren Klasse bewährt hätten, durchaus für schlüssig. Als Aufsteiger aus der B-Klasse konnte Kirchweyhe 2 in der A-Klasse dies bislang noch nicht. Die Richter verwiesen zudem auf die Vereins- und Verbandsautonomie. Die Kirchweyher hatten darauf gehofft, mit einem positiven Beschluss bereits an diesem Sonnabend das erste Nachholspiel in der Stadtliga bestreiten zu können. Allerdings werden sie nun am Sonntag in der A-Klasse beim SK Bremen-Nord 3 antreten.

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