Verein musste nach FIFA-Anweisung absteigen

Keine Regionalliga-Rückkehr: SV Wilhelmshaven verliert vor dem BGH

Amateurverein SV Wilhelmshaven hat einen lange Klageweg hinter sich. Am Ende erfüllt sich das Ziel der Niedersachsen nicht. Der Club dümpelt nun weiter in der Bezirksliga herum.
20.05.2020, 15:43
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von dpa
Keine Regionalliga-Rückkehr: SV Wilhelmshaven verliert vor dem BGH

Im August 2013 gastierte Borussia Dortmund zum Erstrundenspiel im DFB-Pokal beim damaligen Regionalligisten SV Wilhelmshaven. Nur ein Jahr später musste der Verein aus der Regionalliga absteigen.

Joerg Sarbach / dpa

Die Hoffnung des SV Wilhelmshaven auf eine Wiedereingliederung in die Fußball-Regionalliga ist endgültig geplatzt. Die obersten Zivilrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) wiesen am Mittwoch in Karlsruhe die Revision des heutigen Siebtligisten gegen ein Urteil des Oberlandesgerichts Bremen zurück. Eine Rückkehr in die vierthöchste deutsche Spielklasse ist daher nicht möglich. Die BGH-Richter wiesen die Revision des SV Wilhelmshaven ohne Verhandlung bereits am 24. April per Beschluss zurück.

Die Begründung des Gerichts: Die Wilhelmshavener hätten nicht nachgewiesen, dass sie ohne den Abstieg heute noch in der Regionalliga spielen würden. Eine Zulassung zum Spielbetrieb in der nächsten Saison könne deshalb nicht verlangt werden (Az. II ZR 417/18). „Wir müssen das ganze erst einmal sacken lassen“, sagte Wilhelmshavens Teammanager Christian Schütze der „Nordwest-Zeitung“. „Es ist aber nun gut, wie es ist.“

Lesen Sie auch

Der SV Wilhelmshaven hatte auf Anweisung des Weltverbandes FIFA nach der Saison 2013/14 aus der viertklassigen Regionalliga absteigen müssen, weil er in den Jahren zuvor eine Ausbildungsentschädigung in Höhe von 157 500 Euro für den 2007 verpflichteten argentinischen Spieler Sergio Sagarzazu an zwei Clubs nicht gezahlt hatte. 2016 entschied der Bundesgerichtshof, dass dieser Zwangsabstieg nicht gerechtfertigt war. Seither hatte der Verein versucht, seine Wiedereingliederung durchzusetzen.

Nach der neuen Entscheidung des BGH kann der Club zwar als Schadenersatz die Herstellung des Zustands verlangen, der bestünde, wenn er nicht abgestiegen wäre. Laut Statut und Spielordnung des Norddeutschen Fußball-Verbands (NFV) beziehe sich ein solcher Anspruch aber nur auf die jeweils nächste Spielzeit. Der Verein könne also nur dann wiederaufsteigen, „wenn mit hinreichender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden könnte, dass er bei einer Teilnahme in der Spielzeit 2014/2015 auch heute noch in der Regionalliga Nord spielen würde“. Dafür fehle der Nachweis, urteilte das BGH.

Lesen Sie auch

Heute spielt der SV Wilhelmshaven in der Bezirksliga Weser-Ems 2. Mit 38 Punkten nach 18 Partien steht der Club derzeit auf Platz zwei, hinter Lokalrivalen WSC Frisia. Allerdings wird nur der Erstplatzierte in die Landesliga aufsteigen. Derzeit wird im niedersächsischen Amateurfußball jedoch über einen Saisonabbruch aufgrund der Coronavirus-Pandemie debattiert.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+