Werders Fußballerinnen starten gut in Frankfurt – und doch verlieren sie 0:4 Kleine Fehler, große Wirkung

Bremen. Das war deutlich, zu deutlich, um zufrieden zu sein.
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Von Stefan Freye

Bremen. Das war deutlich, zu deutlich, um zufrieden zu sein. „Unsere Erwartungen waren groß, und deshalb ist die Enttäuschung um so größer“, meinte Carmen Roth nach der 0:4 (0:2)-Niederlage von Werders Fußballerinnen am Sonntagmittag beim 1. FFC Frankfurt. Es half der Trainerin auch nur wenig, dass das Ergebnis ein bisschen zu hoch ausgefallen ist, ihre Mannschaft also längst nicht so unterlegen aufgetreten war, wie das Ergebnis vermuten lässt. Denn nach dem 2:3 beim Spitzenreiter in Wolfsburg hatte sich Werder eine Menge vorgenommen für das Spiel beim Tabellenvierten der 1. Bundesliga.

Noch ein bisschen selbstbewusster wollte der Aufsteiger antreten, ruhig mal das Heft des Handelns in die Hand nehmen und nicht erst nach einem Rückstand mutig auftreten. „Wir wollten mit dem Pressing bereits in der gegnerischen Hälfte für Druck sorgen“, so Roth. Ihrem Team war dann auch tatsächlich ein guter Start gelungen. Ein Distanzschuss von Nina Lührßen (4.) hatte unterstrichen, dass der FFC es mit einem Gegner zu tun bekommen würde, der sich nicht auf die Defensive beschränkt, sondern angriffslustig auftritt.

Doch dann kam die Szene, die den Plan der Grün-Weißen erst einmal „zunichte machte“, wie Carmen Roth später feststellte. Dabei war es gar nicht so leicht, die Verantwortung für das 0:1 zu klären. Per Freistoß hatte Laura Störzel nämlich ins Bremer Tor getroffen, aus 18 Metern und unhaltbar für Torfrau Anneke Borbe. „Da müssen wir lernen, keinen Freistoß in dieser Zone zuzulassen“, fand Carmen Roth. Ein kleiner Fehler nur, mit großer Wirkung. Denn nach diesem Treffer benötigte der Gast schon einige Minuten, um an die gute Anfangsphase anzuknüpfen.

In der 25. Minute stand Werder dann aber doch vor dem Ausgleich: Nach einem tollen Pass von Lina Hausicke war Nina Lührßen allein aufs Frankfurter Tor zugelaufen, aber an Keeperin Bryane Heaberlin gescheitert. „Ein Treffer hätte uns neue Energie verliehen“, haderte Roth später mit einer weiteren entscheidenden Szene. Sie wusste bereits in der ersten Hälfte: Ihre Mannschaft trat zwar nicht in der Form vom guten Spiel in Wolfsburg an, aber es fehlte ihr diesmal auch am nötigen Glück. Eine Vermutung, die kurz vor der Pause bestätigt wurde, als Jacky Groenen den wichtigen zweiten Treffer des Gastgebers besorgte.

Die 2:0-Pausenführung war sicher nicht gänzlich unverdient für einen optisch überlegenen 1. FFC Frankfurt. Zwingend waren die Treffer allerdings nicht gerade gefallen. Das galt auch für das dritte Tor des Gegners: Als die Bremer Abwehr den Ball nach einer Ecke nicht aus dem Strafraum bekam, war Katrin Hendrich zur Stelle und traf aus kurzer Distanz zur Entscheidung. Denn angesichts des 0:3 kam nun auch nicht mehr wirklich viel von den Bremerinnen. „Da haben wir gemerkt: Das Spiel ist durch“, sagte Carmen Roth, lobte aber auch „die Moral“ ihres Teams. Obwohl Lise Munk mit dem Abpfiff den vierten Frankfurter Treffer erzielte, hatte Werder immerhin das Nötigste getan, um eine noch deutlichere Niederlage zu verhindern. Zu mehr reichte es nicht.

Das lag sicher am unglücklichen Spielverlauf, aber natürlich gab es auch andere Gründe. „Wir konnten einfach nicht an die Leistung von Wolfsburg anknüpfen“, so Roth. Für die Trainerin macht sich mittlerweile ein gewisser Substanzverlust bemerkbar. Schließlich absolvierte ihre Mannschaft in Frankfurt bereits das fünfte Auswärtsspiel in Folge. Lediglich beim 6:1 im Pokalspiel gegen den TSV Limmer gelang dabei ein Sieg. Nun absolviert Werder ein Heimspiel, tritt am kommenden Sonntag gegen Essen an. „Das ist ganz wichtig“, findet Carmen Roth.

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