Vor zehn Jahren erreichte Royal Highness das Finale der Dressurpferde-WM in Verden / Erfolgreiche Nachkommen

Königliche Pferdefamilie

Verden. Das Programm ist prall gefüllt, in diesem Jahr dauert das Internationale Dressur- und Springfestival in Verden sogar einen Tag länger als gewöhnlich (4. bis 9.
25.07.2015, 00:00
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Von Julia Basic
Königliche Pferdefamilie

Starkes Team: Royal Highness, geritten von Hannes Baumgart, stand 2005 in einer Reihe mit Ausnahmehengsten wie Totilas und Damon Hill.

Hans-Henning Hasselberg

Das Programm ist prall gefüllt, in diesem Jahr dauert das Internationale Dressur- und Springfestival in Verden sogar einen Tag länger als gewöhnlich (4. bis 9. August). Nicht nur aus sportlicher Sicht sind die sechs Turniertage interessant, sondern auch für die Züchter aus aller Welt, aber vor allem für diejenigen aus dem Hannoveraner-Zuchtgebiet. Für die Nachwuchspferde gibt es zahlreiche Startmöglichkeiten. Bereits am Dienstag, 4. August stehen die besten dreijährigen Stuten im Mittelpunkt bei der Herwart-von-der-Decken-Schau. Am Tag darauf folgen die ersten Qualifikationen für die Hannoveraner Reit- und Springpferdechampionate.

Die erste Qualifikation für die Weltmeisterschaft der jungen Dressurpferde folgt am dritten Turniertag. Hier messen sich die besten fünfjährigen Reitpferde aus aller Welt. Einer, der weiß wie es sich anfühlt, bei einem solchen Wettbewerb zu reiten, ist der Döhlbergener Hannes Baumgart. Vor genau zehn Jahren ritt er den Hengst Royal Highness aus dem Stall des Verdeners Axel Windeler im Finale der Weltmeisterschaft in Verden und belegte mit ihm den sechsten Platz. „Das war damals eine Riesensache und ich bin auch immer noch sehr dankbar, dass ich das Pferd reiten durfte“, sagt Baumgart.

Die Auftritte der beiden wurden damals zu Publikumsmagneten, die Zuschauer strömten regelrecht zum Dressurviereck, während des Ritts herrschte gespannte Stille unter den Zuschauern, wie unsere Zeitung damals berichtete. „Er war einfach ein tolles, sehr ausdrucksstarkes Pferd. Bis dahin das beste, das ich je geritten bin“, schwärmt Baumgart. In der Qualifikation hielt sich Royal Highness schadlos aber etwas verhalten, zeigte noch nicht sein gesamtes Können. „Im Finale war er dann einfach spitze, auf den Punkt. Er hätte noch ein bis zwei Plätze weiter nach vorne gehört. Aber dennoch war das ein Riesenerfolg“, erinnert sich Baumgart.

Den Sieg machten damals westfälische Pferde unter sich aus. An der Spitze stand später der Hengst Damon Hill mit seiner Reiterin Helen Langehanenberg. Im vergangenen Jahr brachten die beiden eine Gold- und zwei Silbermedaillen von den Weltreiterspielen im französischen Caen mit nach Hause. Übrigens: Der Hengst Totilas, der aktuell zum deutschen EM-Team gehört, wurde 2005 Vierter bei der Dressurpferde-WM in Verden. Für Royal Highness und Hannes Baumgart ging es im Anschluss zum Bundeschampionat in Warendorf. Dort waren die beiden in der Final-Qualifikation nicht zu schlagen und erhielten die Traumnote 9.3. Inzwischen ist der Hengst nur noch in der Zucht im Einsatz. Doch die Nachkommen von Royal Highness knüpfen an die Erfolge ihres Vaters an. Seine Tochter Rom gewann zuletzt mit Juliane Brunkhorst (Harsefeld) die Landesmeisterschaft der Dressurreiter in Hannover. Sein Sohn Royal Ascot hat sich in den vergangenen Jahren stetig gesteigert, von Dressurpferdeprüfungen über die Bundeschampionatsqualifikation bis zu seinem jüngsten Sieg in der Klasse S gelang ihm bisher alles, vieles davon unter seiner Reiterin Dora Asendorf (Rieda), die das Pferd besonders lange prägte und förderte.

Mit der US-Amerikanerin Jennifer Hoffmann im Sattel gewann Royal Ascot jüngst das Westdeutsche Berufsreiterchampionat. Inzwischen haben sich die Besitzer, Familie Windeler und Bernd Möhlmann (Soltau), darauf geeinigt, den Rappen von Ann-Christin Wienkamp (Ibbenbüren) trainieren zu lassen. Das Ergebnis: gleich ein Sieg im St. Georg. Die Reiterin schwärmt: „Er ist einfach ein Traum.“ In Verden soll er in der Qualifikation zum Burgpokal der sieben- bis neunjährigen Pferde antreten. Die Prüfungen stehen ab Freitag, 7. August, an.

„Unser Ziel ist es, mit guten Stuten und guten Hengsten gute Sportpferde zu züchten“, betont Axel Windeler. Das gelang dem Züchter beinahe von Beginn an. Anfang der 1990er Jahre kaufte er den Hof in Verden-Walle und sammelt seitdem einen züchterischen Erfolg nach dem anderen. Bei der Stutenschau der Tarmstedter Ausstellung zählen seine Pferde zu den Abonnement-Siegern. Aktuell überzeugte die Royal-Highness-Tochter Royal Lady mit ihren beiden Töchtern. 2014 verlieh ihm der Hannoveraner Verband den Fritz-von- der-Decken-Preis – eine Ehrung für den erfolgreichsten Hengstaufzüchter. In den vorangegangenen zehn Jahren hatten neun seiner Hengste ein positives Körurteil und damit die offizielle Zulassung für die Hannoveraner-Zucht erhalten.

Aktuelles Aushängeschild der Windelers ist neben Royal Highness auch Benetton Dream, der derzeit in Schweden erfolgreich im Grand Prix ist. Und auch die Nachkommen beider Hengste überzeugen die Fachleute. Der Hengst Black Type (von Benetton Dream/Royal Highness) wurde zum Prämienhengst der Körung des Zuchtverbands für deutsche Pferde ernannt und gewann jüngst unter Sandra Frieling (RV Aller-Weser) seine erste Reitpferdeprüfung.

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