Sport Prellballer, Volleyballer und Radpolospieler dürfen nicht in die Hallen

Prellballer, Volleyballer und Radpolospieler dürfen doch nicht in die Hallen. Ein kleines Wort in der Niedersächsischen Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sorgt dafür.
11.05.2020, 14:44
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Prellballer, Volleyballer und Radpolospieler dürfen nicht in die Hallen
Von Patrick Hilmes

Es sind die kleinen Dinge, die den Unterschied machen. So heißt es und so ist es auch im Fall der Sottrumer Prellballer, der Badener Volleyballer und der Etelser Radpolo-Damen. In unserem Artikel „Ein kleines Stück Normalität“, der in der Ausgabe am 8. Mai erschienen war, hieß es, dass diese Sportler wieder in die Hallen dürften. Doch nun heißt es: Kommando zurück.

„Der Betrieb und die Nutzung auch öffentlicher und privater Indoor-Sportanlagen zum Zweck des Trainings durch Sportlerinnen und Sportler des Spitzen- und Profisports ist ausnahmsweise schon jetzt zulässig [...] Dazu zählen auch Sportlerinnen und Sportler, die einer Mannschaft angehören, die ihre Sportart berufsmäßig ausüben beziehungsweise der 1. oder 2. Bundesliga, gleich welcher Sportart, angehören.“ So steht es in einem Artikel auf der Homepage der Landessportbund Niedersachsen (LSB), der am 7. Mai veröffentlicht wurde. Darin wurden Fragen beantwortet, was aufgrund der Corona-Lockerungen nun im Sport möglich sei. Die Quelle dieser Fragen und Antworten ist der Artikel „Antworten auf häufig gestellte Fragen rund ums Sporttreiben“ auf der Homepage des Landes Niedersachsen.

Demnach hätten die Bundesliga-Prellballer des TV Sottrum, die Zweitliga-Volleyballer des TV Baden und die Bundesliga-Rapolo-Damen des RV Etelsen wieder in ihren Hallen trainieren dürfen. Doch beim Verfassen des Artikels „Antworten auf häufig gestellte Fragen rund ums Sporttreiben“ auf der Homepage des Landes Niedersachsen ist den Autoren ein kleiner, aber entscheidender Fehler unterlaufen. In der offiziellen Niedersächsischen Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie heißt es nämlich: „...einer Mannschaft angehören, die a) aus Sportlerinnen oder Sportlern besteht, die ihre Sportart berufsmäßig ausüben, und b) der 1. oder 2. Bundesliga, gleich welcher Sportart, angehört...“ Das kleine Wort „und“ macht den Unterschied. In den Artikeln steht hingegen das Wort „beziehungsweise“ zwischen den Punkten „berufsmäßig ausüben“ und „1. oder 2. Bundesliga angehören“. Beide Artikel werden nun entsprechend berichtigt, versicherte ein Mitarbeiter der LSB gegenüber unserer Zeitung.

Das heißt: Es dürfen lediglich Sportler in die Hallen, die ihre Sportart berufsmäßig ausüben und zugleich in der 1. oder 2. Bundesliga ihrer Sportart spielen. Das trifft weder auf die Sottrumer Prellballer, noch auf die Badener Volleyballer oder Etelser Radpolo-Damen zu. Sie alle betreiben ihren Sport als Hobby. Und darüber ist angesichts der Auswirkungen durch die Corona-Pandemie Badens Teammanager Peter-Michael Sagajewski auch sehr froh: „Zum Glück haben wir keine Berufsspieler, sonst müssten wir sie in Kurzarbeit schicken oder gar entlassen. Manche Teams aus der 2. Bundesliga haben dieses Problem.“ Wie alle anderen Sportler auch dürfen sie im Freien den Trainingsbetrieb unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln wieder aufnehmen, doch die Türen zu ihren Hallen bleiben vorerst weiter verschlossen. Auch dieser Umstand ist für Sagajewski kein Problem. „Das trifft uns nicht in der Härte, wir wollen eh erst in den Sand.“

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