Kommentar über Staatsanwälte beim DFB

Eigene Welt

Erneut Ermittlungen gegen den Deutschen Fußball-Bund. Diesmal lautet der Verdacht Steuerhinterziehung. So lange Staatsanwälte vorbeischauen, fühlt der DFB sich wenigstens nicht einsam, meint Jean-Julien Beer.
08.10.2020, 05:00
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Von Jean-Julien Beer
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Wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in besonders schweren Fällen hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main am Mittwoch die Geschäftsräume des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sowie Privatwohnungen von DFB-Verantwortlichen durchsucht.

Frank Rumpenhorst /dpa

Man wundert sich nicht mehr, wenn beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) Staatsanwaltschaften zu Hausdurchsuchungen anrücken. Man fragt sich nur noch: Worum geht es diesmal? Jetzt sollen Einnahmen aus Bandenwerbung bei Länderspielen falsch verbucht worden sein, um Steuern in Millionenhöhe zu sparen. Schon nach der WM-Vergabe 2006 mit Zahlungen quer durch die Welt ermittelten diverse Staatsanwaltschaften. Es ging um alles, außer Fußball: Zu den Vorwürfen zählten Betrug, Geldwäscherei, Veruntreuung und, auch hier, Steuerhinterziehung. Für einen gemeinnützigen Verband ist das fatal. Auch eine langjährige Kumpanei mit dem Rechtehändler Infront geriet ins Visier. Nun also die Bandenwerbung.

Der größte Sportverband der Welt scheint entrückt von seiner Basis, von Millionen Fußballern, denen er dienen soll. Ein Präsident stolperte über die WM-Affäre, der nächste über eine Luxus-Uhr. Unter dem jetzigen, Fritz Keller, reiste das Nationalteam während der Klimakrise per Flugzeug von Stuttgart ins benachbarte Basel. Offenbar lebt der DFB in einer eigenen Welt. So lange Staatsanwälte vorbeischauen, fühlt er sich dort nicht einsam.

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