Olympia ohne russische Leichtathleten Kommentar: Glaubwürdigkeit durch Ausschluss

Die russischen Leichtathleten werden nach aktuellem Stand nicht an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teilnehmen dürfen. Das hat der Internationale Leichtathletikverband jetzt entschieden.
17.06.2016, 16:18
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Kommentar: Glaubwürdigkeit durch Ausschluss
Von Kea Müttel

Die russischen Leichtathleten werden nach aktuellem Stand nicht an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teilnehmen dürfen. Das hat der Internationale Leichtathletikverband jetzt entschieden.

Jetzt ist es also so weit. Die russischen Leichtathletinnen und Leichtathleten dürfen nach aktuellem Stand nicht an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro (Brasilien) teilnehmen. An dem wichtigsten Sportereignis des Jahres. Und an der Veranstaltung, auf die sie mindestens vier Jahre akribisch hingearbeitet haben. Manche von ihnen wahrscheinlich weitaus länger. Bitter, für die einzelnen Sportler. Bitter, für alle von ihnen, die tatsächlich nichts mit Doping zu tun haben und hatten.

Aber auf der anderen Seite auch die einzig richtige Entscheidung. Denn dass es in Russland systematisches Doping gegeben hat, war spätestens seit der Ausstrahlung der ARD-Reportage „Geheimsache Doping – Wie Russland seine Sieger macht“ von Hajo Seppelt 2014 öffentlich und in aller Munde.

Aber der russische Leichtathletik-Verband hat seitdem nicht genügend Konsequenzen aus den aufgedeckten Mängeln gezogen- obwohl diverse Funktionäre ausgetauscht und öffentlich der Wille zu Veränderung gezeigt wurde. Ähnlich wie bei den russischen Hooligan-Ausschreitungen bei der Fußball-EM schien es nur eine Strategie zu geben: Verhamlosen und vertuschen.

Ein wirklicher Wille zu Veränderungen war kaum zu sehen. Das zeigen auch die neuen Anschuldigungen, die die Welt-Doping-Agentur vor wenigen Tagen öffentlich machte: In Russland sollen im Mai diverse Dopingkontrollen nicht durchgeführt und Kontrolleure sogar massiv behindert und eingeschüchtert worden sein.

Und deshalb ist es gut und wichtig, dass sich der Internationale Leichtathletikverband IAAF jetzt doch zur weiteren Sperre - und damit zum wahrscheinlichen Olympia-Ausschluss - der russischen Athleten durchgerungen hat. Das gibt der Leichtathletik in Zeiten von Doping- und Korruptionsskandalen ein Stück Glaubwürdigkeit zurück. Glaubwürdigkeit, die nicht nur diese Sportart dringend braucht!

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+