Kommentar über Bundesliga-Profis

Es sind Menschen

Nach drei positiven Corona-Tests beim 1. FC Köln zeigt sich, dass das medizinische Konzept der Bundesliga wie ein Kartenhaus wirkt, das bei weiteren Infektionen zusammenfallen könnte, meint Jean-Julien Beer.
04.05.2020, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Jean-Julien Beer
Es sind Menschen

Beim Bundesligisten 1. FC Köln sind drei positive Coronavirus-Tests aufgetreten.

Federico Gambarini /dpa

Nach drei positiven Corona-Tests in seinem Team gab der Kölner Profi Birger Verstraete in seiner belgischen Heimat ein Interview, mit dem er vielen Spielern aus der Seele sprach: Es ging um die Angst vor Ansteckung, selbst beim Training in Kleingruppen. Verstraete hatte mit den Infizierten engen Kontakt, seine Lebensgefährtin ist schwer herzkrank.

Der devote 1. FC Köln versuchte das Thema zu bereinigen, als gehöre das zum gepriesenen Hygiene-Konzept der Liga: Alles laufe prima, Teile des Interviews seien falsch übersetzt worden. Eine fast schon dreiste Darstellung. Verstraetes Freundin wurde sicherheitshalber trotzdem aus dem Land gebracht. Die Vorgänge von Köln zeigen, woran der Comeback-Versuch der Bundesliga scheitern könnte: an Menschen. Profis, Trainer und Betreuer sind keine Maschinen. Das medizinische Konzept der Liga wirkt wie ein Kartenhaus, das bei weiteren Infektionen zusammenfallen könnte. Corona-Fälle in den Teams zeigen eben nicht nur, wie gut die Überwachung funktioniert. Sondern auch, dass noch kein Mannschaftssport betrieben werden sollte – wenn man die Eindämmung des Virus für wichtig hält.

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