Hoffenheim macht 15 Minuten lang Ernst und schlägt den FCI 5:2 Konsequent unbarmherzig

Sinsheim. Es war ein seltsames Bild, das sich für den FC Ingolstadt nach dem deftigen 2:5 (1:1) bei der TSG Hoffenheim ergab: Einerseits war Trainer Maik Walpurgis „total zufrieden“ mit seiner Elf, „die 75 Minuten sehr gut aufgetreten ist und ein Spiel komplett auf Augenhöhe abgeliefert hat“. Andererseits aber stellte FCI-Abwehrspieler Romain Bregerie bitter enttäuscht fest: „In den letzten 15 Minuten waren wir eine Mannschaft, die ich nicht kenne.
05.03.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Tobias Schächter

Sinsheim. Es war ein seltsames Bild, das sich für den FC Ingolstadt nach dem deftigen 2:5 (1:1) bei der TSG Hoffenheim ergab: Einerseits war Trainer Maik Walpurgis „total zufrieden“ mit seiner Elf, „die 75 Minuten sehr gut aufgetreten ist und ein Spiel komplett auf Augenhöhe abgeliefert hat“. Andererseits aber stellte FCI-Abwehrspieler Romain Bregerie bitter enttäuscht fest: „In den letzten 15 Minuten waren wir eine Mannschaft, die ich nicht kenne. Keine Ahnung, was passiert ist, aber auf einmal waren wir aus den Wolken.“ Es kommt ja nicht selten vor, dass Fußball-Mannschaften in einem Spiel verschiedene Gesichter zeigen – aber mittlerweile ist diese TSG Hoffenheim vor allem konsequent unbarmherzig, wenn es darum geht, Spiele im richtigen Moment zu entscheiden.

Zwar unterband Ingolstadt fast 75 Minuten lang durch energisches Pressing den Spielaufbau der Gastgeber effizient. Aber wehe, diesen energischen Hoffenheimern öffnen sich Räume – dann sind sie nicht zu stoppen. Auch weil personell und taktisch fast immer alles aufgeht, was sich TSG-Trainer Julian Nagelsmann ausdenkt, wird Hoffenheim als stabiler Tabellenvierter immer mehr zum heißen Champions-League-Kandidaten.

Als ab der 75. Minute das Abwehrnetz der Ingolstädter löchriger wurde, entschied der eingewechselte Andrej Kramaric für Hoffenheim die Partie: Zunächst traf der schnelle Kroate zum 3:2 (77.), dann legte er nur zwei Minuten später das 4:2 von Adam Szalai auf. Szalai spielte erst zum zweiten Mal von Beginn an und hatte auch das wichtige 2:2 (62.) nur zwei Minuten nach der Führung der Ingolstädter durch ein Eigentor von Niklas Süle erzielt. Kramarics Treffer war schon das zwölfte Jokertor der Hoffenheimer: Ligarekord. Das 5:2 durch einen Kopfball von Benjamin Hübner (88.) schraubte das Ergebnis für die Ingolstädter dann in eine schwer erträgliche Höhe. „Fünf Minuten waren wir unkonzentriert, da haben wir es nicht mehr geschafft, den Gegner früh zu verteidigen – und das nutzt eine Spitzenmannschaft wie Hoffenheim aus“, analysierte Walpurgis.

Fünf unkonzentrierte Minuten, ein entfesselter Gegner – und plötzlich fühlte sich dieser Sonnabend für Ingolstadts Profis an, als seien sie wie Schüler auf dem Pausenhof vom älteren Jahrgang verprügelt worden. Der Blick auf die Statistiken des Spieltages verstärkte die Schmerzen nur noch. Weil Bremen gegen Darmstadt gewann und Wolfsburg in Mainz ein Remis erreichte, wuchs der Abstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz auf fünf Punkte an. Ingolstadt steht als Vorletzter immer mehr unter Siegzwang. Und bei allem Lob für das Spiel der Elf in den ersten 70 Minuten: Sie haben diese gute Leistung eben nicht über die volle Distanz geschafft, dann Kraft und Überblick verloren. „Ich kann die ganze Nacht nicht schlafen“, wusste Mittelfeldspieler Almog Cohen direkt nach der am Ende alptraumhaften Pleite. Der fleißige Israeli hatte Sebastian Rudys Führungstor (17.) sieben Minute vor der Pause mit dem ersten Torschuss „der Schanzer“ ausgeglichen. Der schnelle Ausgleich nach dem 2:1 nahm den Ingolstädtern schnell die Euphorie und mit dem 2:3 dann auch die Ordnung.

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