Nach dem Champions-League-Debakel fängt sich Schalke die nächste Klatsche – der FC Bayern siegt mühelos 5:1

Kurzer Prozess in München

Der FC Bayern funktioniert wie ein Uhrwerk und steuert unaufhaltsam auf die Blitz-Meisterschaft noch im März zu. Der FC Schalke vermochte daran jedenfalls nichts zu ändern – auch der Tabellenvierte war allenfalls ein Sparrings-Partner.
02.03.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Der FC Bayern funktioniert wie ein Uhrwerk und steuert unaufhaltsam auf die Blitz-Meisterschaft noch im März zu. Der FC Schalke vermochte daran jedenfalls nichts zu ändern – auch der Tabellenvierte war allenfalls ein Sparrings-Partner.

Viel zu sagen hatten beide Trainer auf der Pressekonferenz nicht mehr, Spiel und Ergebnis waren ja auch eindeutig genug gewesen. Mit 5:1 (4:0) hatte der phasenweise wie entfesselt auftretende FC Bayern den Bundesliga-Vierten Schalke 04 aus der Münchner Arena geschossen. Und während Gäste-Coach Jens Keller anschließend von einer „unterirdischen, katastrophalen Leistung“ sprach, nutzte sein Gegenüber Pep Guardiola den nächsten Kantersieg in der Bundesliga, um sein Team ausdrücklich zu loben. „Gratulation an meine Spieler“, sagte der sonst eher zurückhaltende Spanier.

Das Lob hatten sich die Profis des souveränen Tabellenführers redlich verdient. Im einseitigen Top-Spiel machten die haushoch überlegenen Bayern mit Schalke schon in der ersten Hälfte kurzen Prozess. Die hoffnungslos unterlegenen „Knappen“ hingegen erlebten nach dem 1:6 in der Champions League gegen Real Madrid das zweite Debakel binnen vier Tagen.

David Alaba mit einem abgefälschten Freistoß (3.), Arjen Robben (15./28.) und Mario Mandzukic (24.) sorgten binnen einer halben Stunde für klare Verhältnisse. Robben machte den Heimsieg mit einem verwandelten Foulelfmeter perfekt (77.); zuvor hatte Kyriakos Papadopoulos für eine Notbremse im Strafraum an Mandzukic Rot gesehen. Bezeichnend: Selbst den Ehrentreffer für Schalke musste ein Münchner besorgen. Der ehemalige Gelsenkirchener Rafinha traf per Eigentor (64.).

„Ich habe keine Worte“, meinte Schalkes sichtlich mitgenommener Kevin-Prince Boateng, der sich als einer der wenigen Gäste-Spieler nach der erneuten Klatsche der Presse stellte: „Das war wieder ein Scheißtag. Es ist eine Horrorwoche.“

Ganz anders war – aus verständlichen Gründen – hingegen die Stimmung bei den Bayern, die mit dem 15. Sieg in Serie einen weiteren Rekord einstellten und angesichts von jetzt 20 Punkten Vorsprung auf Platz zwei den nächsten Schritt zur möglichen März-Meisterschaft machten. Vor 71 000 Zuschauern in der ausverkauften Münchner Arena hatten die seit nunmehr 48 Liga-Spielen ungeschlagenen Bayern indisponierte Gäste mit einem spektakulären Startsprint überrumpelt.

Bei phasenweise über 80 Prozent Ballbesitz spielte der gnadenlose Tabellenführer mit den Gästen Katz und Maus. Schalke konnte – wie schon gegen Real – dem Tempo des Gegners nicht folgen. Als Roman Neustädter einen Freistoß von David Alaba unhaltbar für S04-Torwart Ralf Fährmann ins lange Eck abfälschte, war die Partie praktisch entschieden – nach drei Minuten.

Während die Bayern-Fans danach schon die (bevorstehende) 24. Meisterschaft feierten, startete Robben auf dem Flügel durch, ging in den Strafraum und lupfte den Ball über den herausstürzenden Fährmann ins Tor. Neun Minuten später durfte Mandzukic nach Alaba-Flanke völlig frei zum dritten Münchner Treffer einköpfen. Robben nutzte schließlich einen weiteren Fehler der Gäste zum 4:0. Nur zur Erinnerung: Es lief immer noch die erste Halbzeit.

Nach dem Feuerwerk in den ersten 30 Minuten blieben die Bayern, die ohne Philipp Lahm und Jerome Boateng begannen, weiter dominant; Schalke wurde an die Wand gespielt. Den ersten Schalker Torschuss gab Christian Fuchs bei einem Freistoß zwei Minuten vor der Pause ab. Die einzige Torchance der Gäste vor der Pause hatte Benedikt Höwedes, der aus elf Metern an seinem früheren Vereinskollegen Manuel Neuer scheiterte (44.).

In der zweiten Halbzeit zeigten die Super-Bayern etwas Barmherzigkeit und schalteten zwei Gänge zurück. Schalke stand zunächst nicht mehr ganz so stark unter Druck und tauchte öfter in der gegnerischen Hälfte auf. Julian Draxler vernaschte Bastian Schweinsteiger auf der Grundlinie und passte zurück. Der Abschluss von Klaas-Jan Huntelaar ging aber neben das Bayern-Tor (61.). Dann misslang bei einer Ecke der Abwehrversuch des früheren Schalkers Rafinha, der Ball schlug unhaltbar für Neuer im Eck ein.

Das überraschende Gegentor stachelte die Bayern an. Mandzukic (65.), Schweinsteiger (67.) und Mario Götze (68.) hatten das nächste Tor auf dem Fuß, scheiterten aber an Fährmann. Beim Elfmeter von Robben war Schalkes Torwart aber machtlos.

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