Fußball

Wilde Anfangsphase, gerechtes Ergebnis

Melchiorshausen dreht gegen Lemwerder zunächst einen Rückstand und verspielt dann eine Zwei-Tore-Führung.
20.09.2020, 12:42
Lesedauer: 3 Min
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Von Karsten Bödeker

Melchiorshausen. Es gab ein halbes Dutzend Tore, eine aufregende Anfangsphase und ein gerechtes Ergebnis. Fußballerische Leckerbissen gab es allerdings kaum beim 3:3 (3:1) des TSV Melchiorshausen gegen den SV Lemwerder. Das Spiel, das übrigens nur am Rande, war ein Niedersachsenduell unter Organisation des Bremer Fußballverbandes in der Landesliga, wo beide Teams seit Langem spielen.

„Ich bin absolut unzufrieden, aber das Remis ist okay“, meinte TSV-Trainer Lars Behrens hinterher. Seine Unzufriedenheit lag an dem Leistungsgefälle seiner Mannen. Die hatten nämlich eine ordentliche erste Halbzeit abgeliefert - zugegebenermaßen ohne zu glänzen, aber eben mit Spielzügen und vor allem Torabschlüssen. Das mit den Spielzügen sahen die Gäste etwas anders. „Die Ablagen waren zwar ganz gut, aber vorher haben die die Bälle auch nur nach vorne geschlagen“, meinte Fabian Wilshusen, der als spielender Trainer gemeinsam mit Waldemar Gilmut die Geschicke in Lemwerder leitet. Wilshusen hatte zuvor 90 Minuten auf dem Feld gearbeitet und war bei seiner Analyse noch genau so engagiert, wie sein Team vor allem ab Minute 46 aufgetreten war. So konnte man sich lebhaft vorstellen, wie das Trainerteam den SVL nach eigenem Bekunden wachgerüttelt hatte.

Kollege Behrens seinerseits hatte von seiner Elf nicht mehr das gesehen, was in Hälfte eins noch gut gewesen war. „An fehlender Kraft lag es nicht, uns fehlte die Struktur.“ Tatsächlich übernahm Lemwerder nach Wiederanpfiff das Kommando, Melchiorshausen hielt sich erstaunlicherweise zurück. Wohlgemerkt: Der SVL war in seinen fußballerischen Möglichkeiten ebenfalls limitiert. Landesligist blieb der SV nach nur zwei Punkten in 19 Partien nur aufgrund des Saisonabbruchs.

Melchiorshausen seinerseits ließ sich erneut einen Zwei-Tore-Vorsprung aus der Hand nehmen und hat nun fünf Zähler auf dem Konto. Es hätten aber auch sieben sein können. Denn Melchiorshausen drehte einen Rückstand in ein 3:1 und hatte die Partie im Griff. Wenn Lucas Heinemann kurz vor der Pause selbst abgeschlossen und das 4:1 markiert statt ins Leere gepasst hätte, hätte das Duo Gilmut/Wilshusen wohl wirkungslos wachgerüttelt. Auch die Melchiorshauser Pointe blieb aus. Denn einen Schuss von Kevin Nienstermann nach Kopfball-Ablage seines Bruders Marvin klärte der SVL auf der Linie (89.). Ein paar Schüsse platzierte der TSV in Richtung Tor und einmal musste Keeper Calvin Gätje aufmerksam aus dem Tor eilen und vor Julian Bertram und Marvin Nienstermann mit vollem Einsatz klären (72.).

Diese Torszenen passierten, als Melchiorshausen in Richtung Strafraum spielte. Das passierte aber viel zu selten, allzu oft standen einige Spieler hinten, andere vorne, zwischendrin war eine Lücke. Zu wenig bewegten sich beide Teams, Stockfehler bestimmten das Geschehen. Behrens hatte ein starkes Zentrum des SVL gesehen. „Die haben uns aufgewirbelt.“ Zeitweise, so eine nicht allzu kühne These, reichte dem SVL reine Präsenz, was am kräftigen Stürmer Tim Weinmann deutlich wurde, der allein dadurch Verunsicherung beim TSV verursachte, dass er gradlinig dem Weg zum Tor suchte. Hinzu kam der eine oder andere waghalsig gespielte (Rück-)Pass der Melchiorshauser und unklare Klärungsversuche. Solche nutzte Sandro Iacovozzi zum 3:2 (59.), und vor dessen 3:3 (67.) hatte Marvin Nienstermann den Ball gegen Weinmann vertändelt. Nienstermann war aber auch derjenige, der es immer wieder nach Ecken und Freistößen im Strafraum der Gäste versuchte.

Iacovozzi hatte auch das 0:1 erzielt – mit gekonntem Freistoß über die Mauer (3.). Das war offenbar die Phase, die Wilshusen als „guten Start“ bezeichnet hatte. Das Kommando übernahm aber recht schnell der TSV Melchiorshausen. Kevin Nienstermann (8.), Lucas Heinemann (10.) und Lucas Kracke (29.) drehten das Ergebnis auf 3:1. „Wir haben da schön über die Außen gespielt“, fand nicht nur Behrens.

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