Bremen-Ligist SAV verliert 3:4 gegen TuS Schwachhausen nach kuriosem Spielverlauf Lange Gesichter nach Lotteriespiel

Vegesack. Nach dem Schlusspfiff fehlten SAV-Coach Marcel Kulesha zunächst die Worte. Solch ein Spiel habe er in seiner achtjährigen Trainer-Laufbahn noch nicht gesehen, lautete dann sein erstes Fazit nach der 3:4-Heimpleite gegen den starken Bremen-Liga-Konkurrenten TuS Schwachhausen.
15.08.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Klaus Grunewald

Vegesack. Nach dem Schlusspfiff fehlten SAV-Coach Marcel Kulesha zunächst die Worte. Solch ein Spiel habe er in seiner achtjährigen Trainer-Laufbahn noch nicht gesehen, lautete dann sein erstes Fazit nach der 3:4-Heimpleite gegen den starken Bremen-Liga-Konkurrenten TuS Schwachhausen. Tatsächlich sahen die nur 70 Zuschauer im Vegesacker Stadion ein Fußball-Lotteriespiel, das die Gäste mit Glück für sich entschieden, weil Vegesacks Firas Tayari in der 89. Minuten einen Foulelfmeter in die Wolken schoss.

Am zweiten Spieltag der Saison lief beileibe noch nicht alles rund bei den Kontrahenten. Sowohl die SG Aumund-Vegesack als auch der TuS Schwachhausen zeigten vor allem in der Defensive erhebliche Leistungsschwankungen. Am Ende hätte die Partie auch 7:7 ausgehen können. Dass die Mannschaft von TuS-Trainer Benjamin Eta schließlich drei Punkte mit auf die Heimreise nahm, verdankte sie letztlich auch der Gastfreundlichkeit des Gegners. Nicht nur wegen des verschossenen Strafstoßes, sondern auch wegen einer völlig unnötigen Ampelkarte für Pascal Krombholz (51.). Der Ex-Blumenthaler, der bisweilen zur Über­motivation neigt, hatte den Ball nach einem Foul vom Tatort befördert: eine Unsportlichkeit, die Schiedsrichter Hidir Emen um­gehend ahnte.

Spielentscheidend war diese Szene indes zunächst nicht. Im Gegenteil, denn bei SAV-Sturmspitze Jannis Kurkiewicz sorgte sie für einen Motivationsschub. Innerhalb von drei Minuten drehte er nach zwei schnellen Kontern und energischem Nachsetzen im Duell mit TuS-Keeper Moritz Schumacher den 1:2-Rückstand in eine 3:2-Führung (55./58.). Plötzlich befand sich das Kulesha-Team wieder auf der Siegerstraße, nachdem Femi Lepe (29.) und Markus Wagner (30.) die Vegesacker 1:0-Führung durch Mannschaftskapitän Abduallah Basdas nach Freistoß von Tayari (11.) in einen 2:1-Vorsprung umgewandelt hatten. Zwei Treffer nach Tempogegenstößen, denen die SAV-Innenverteidigung nicht gewachsen war: Kulesha beorderte Sehon Deniz für Christian Böhmer aufs Feld.

Die beiden Kurkiewicz-Treffer waren auch Ausdruck einer Vegesacker Drangperiode, in der sich vor allem Vinzenz van Koll gute Gelegenheiten zur Resultatverbesserung boten. So in der 52. Minute, als er einen Kopfball knapp übers Lattenkreuz wuchtete. Doch als die SAV-Fans schon von drei Punkten träumten, sorgte Femi Lepe mit einem Seitfall-Rückzieher für das 3:3 und gleichzeitig für Ernüchterung (71.). Und es sollte noch schlimmer kommen für die Gastgeber: Vier Minuten vor dem Abpfiff unterlief dem spielstarken Außenverteidiger Clinton McMensah Quarshie ein überflüssiges Foul im Strafraum, dafür gab es Gelb-Rot. Den Elfmeter verwandelte Daniel Janke zur 4:3-Führung für Schwachhausen. Dabei blieb es, weil Firas Tayari den Ball beim Elfmeter himmelwärts beförderte.

Benjamin Eta gab sich nach dem Schlusspfiff diplomatisch und sprach von einem nicht unverdienten Sieg, während Marcel Kulesha noch eine Weile über das „Glücksspiel“ sinnierte, dass man auch als „Fußball verrückt“ einstufen könne.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+