Stürmer des TSV Ottersberg überwindet sein Tief mit Kurzeinsätzen / In Nordhorn die zweite Spitze? Lars Behrens vor dem Startelf-Comeback

Ottersberg. 'Eine schwere, aber nicht unlösbare Aufgabe.' Von der Papierform her dürfte es für den in bislang fünf Oberliga-Auswärtsspielen sieglosen TSV Ottersberg gegen den vor eigenem Publikum noch ungeschlagenen SV Eintracht Nordhorn (13 von 15 möglichen Punkten) nichts zu holen geben. Doch Axel Sammrey, der Trainer des Außenseiters aus dem Kreis Verden, spricht seinen Schützlingen vor dem am Sonntag um 15 Uhr anstehenden Auftritt im Eintracht-Stadion am Heideweg Mut zu.
15.10.2010, 05:00
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Von Ehrhard Müller

Ottersberg. 'Eine schwere, aber nicht unlösbare Aufgabe.' Von der Papierform her dürfte es für den in bislang fünf Oberliga-Auswärtsspielen sieglosen TSV Ottersberg gegen den vor eigenem Publikum noch ungeschlagenen SV Eintracht Nordhorn (13 von 15 möglichen Punkten) nichts zu holen geben. Doch Axel Sammrey, der Trainer des Außenseiters aus dem Kreis Verden, spricht seinen Schützlingen vor dem am Sonntag um 15 Uhr anstehenden Auftritt im Eintracht-Stadion am Heideweg Mut zu.

Sammrey schöpft seine Zuversicht aus den aktuellen Bilanzen seiner Mannschaft. Sie hat seit sieben Spieltagen nicht mehr verloren, konnte aus den letzten drei Auswärtspartien gegen BSV Rehden (2:2), SV Drochtersen/Assel (2:2) sowie VfL Osnabrück II (0:0) jeweils einen Punkt mitbringen und verkaufte sich auch am Dienstagabend in einem Freundschaftsspiel gegen den Regionalligisten FC Oberneuland ordentlich. Rund eine Stunde lang mit einer B-Elf spielend, hatte der eingewechselte Stürmer Iman Bi-Ria mit seinem Treffer zum 1:2 (72.) die Ottersberger Hoffnungen auf ein Unentschieden genährt, ehe der Favorit neun Minuten später das vorentscheidende Tor zum 1:3 (0:1)-Endstand erzielte.

Iman Bi-Ria trifft erneut

Bi-Ria besorgte am vergangenen Sonntag schon das Führungstor im Heimspiel gegen Eintracht Northeim (3:1) - für das Match an diesem Sonntag steht jedoch ausgerechnet der innerhalb von drei Tagen zweimal treffende Stürmer auf der Kippe. Aus dem Grund, weil sich Lars Behrens, in den vergangenen Spieljahren der Kapitän und Haupttorschütze des TSV Ottersberg, rasant seiner Bestform nähert. Zuletzt zwei Kurzeinsätze reichten dem Routinier, um sich wieder für die Startelf aufzudrängen.

Gegen Northeim kam Behrens von der 63. Minute an als Mittelfeldspieler zum Zug. Er verlieh dem linken Flügel tüchtig Schwung und schoss obendrein das Tor zum 3:1. Gegen Oberneuland lief Behrens als Stürmer mit der Startelf auf, sorgte sowohl für Entlastung als auch Torgefahr und war von der Oberneuländer Abwehr nur schwer zu kontrollieren. Allerdings endete Behrens? klasse Vorstellung schon nach 31 Minuten.

Nach Ansicht von Sammrey ist der Angreifer 'aus dem Spiel getreten worden'. Behrens bekam Tritte auf das Sprunggelenk und in die Wade, sein Mitwirken in Nordhorn ist nicht gesichert. Allerdings legte Sammrey sich bereits am Donnerstag fest. 'Ist Lars fit, ist er ein heißer Kandidat für die Startelf.' Der TSV Ottersberg war vom fünften bis einschließlich neunten Oberliga-Spieltag im 4-1-4-1-System aufgelaufen, gegen Northeim und Oberneuland dagegen bot der Trainer wieder eine Doppelspitze auf. Das könnte auch in Nordhorn der Fall sein. Dachte Sammrey bereits laut nach: 'Wir wollen mehr riskieren als in unseren letzten Auswärtsspielen, der Trend geht zu zwei Stürmern.' Wird der Plan tatsächlich in die Tat umgesetzt, läuft der derzeit seinen Torriecher beweisende Bi-Ria Gefahr, die Rolle des Leidtragenden spielen zu müssen. Sammreys Fingerzeig: 'Alexander Neumann ist gesetzt, und Lars hat seinen Hänger überstanden. In der Spitze ist er wertvoller als im Mittelfeld.'

So oder so wird der TSV Ottersberg nicht umhinkommen, in Nordhorn mit einer veränderten Mittelfeldreihe anzutreten. Zunächst im halbrechten Mittelfeld und von der 69. Minute an als rechter Außenverteidiger, lieferte Ole Bruns am vergangenen Sonntag ein für den Trainer zufriedenstellendes Startelf-Debüt ab. Diesmal kann der Neuzugang vom FC Worpswede jedoch nicht mit von der Partie sein. Er hat am Sonntag berufliche Verpflichtungen.

Zudem gibt es mit Vizekapitän Marco Wahlers einen Spieler, der aus Fitnessgründen zum Zuschauen verurteilt sein könnte. Er ist seit zwei Wochen nicht mehr im Vollbesitz seiner Kräfte, bekam in Osnabrück und gegen Northeim aber trotzdem seinen gewohnten Startelf-Platz, musste aber am vergangenen Sonntag seiner Blessur Tribut zollen. Nach einer guten Stunde ging nichts mehr, Wahlers bat um seine Auswechslung. 'Fraglich, ob er in Nordhorn spielen kann', sagt Sammrey. Gibt der Außenverteidiger grünes Licht, heißt das aber noch lange nicht, dass er auch für die erste Elf nominiert wird.

'Marco spielt derzeit nicht so, wie wir ihn kennen', bemerkt Sammrey, 'das sehe ich mir schon zwei Wochen an. Gerade in Nordhorn brauchen wir Spieler, die von der ersten bis zur 90. Minute Gas geben.' Neuerdings ist der Trainer der Meinung, einen angeschlagenen Wahlers auch mal draußen lassen zu können. 'Wir haben uns weiterentwickelt und sind jetzt auch in der Breite gut aufgestellt. Mehrere junge Spieler sind mittlerweile so weit, dass wir Ausfälle verkraften können.'

Fans des TSV Ottersberg haben die Möglichkeit, im Mannschaftsbus mit nach Nordhorn zu reisen. Er fährt um 10.30 Uhr am Wümme-Sportplatz ab.

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