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Hallen-Landesmeisterschaften in Hannover
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Ein seltener Applaus

Niklas Golitschek 21.01.2019 0 Kommentare

Anna-Lena Freese (rechts) vom FTSV Jahn Brinkum sorgte mit ihrer Bestzeit für tosenden Applaus.
Anna-Lena Freese (rechts) vom FTSV Jahn Brinkum sorgte mit ihrer Bestzeit für tosenden Applaus. (Golitschek)

Im Sportleistungszentrum Hannover blieb es am vergangenen Wochenende weitgehend ruhig. Herausragende Leistungen waren eher Mangelware, als die besten Athletinnen und Athleten Niedersachsens und Bremens sich bei den gemeinsamen Hallen-Landesmeisterschaften maßen. Für einen dieser raren Ausnahmemomente sorgte jedoch Anna-Lena Freese. Dass die Sprinterin des FTSV Jahn Brinkum auf der Strecke von 60 Metern den Titel verteidigen würde, war abzusehen. Auch der Vorsprung, mit dem sie im Finale die Ziellinie überquerte, war deutlich und bestätigte nur ihre Spitzenstellung innerhalb der beiden Verbände. Doch als dann die Zeit durchgesagt wurde, hallte ein Applaus mit Jubelrufen durch die Halle: 7,39 Sekunden. Persönliche Bestleistung. Umarmungen von den eigentlichen Konkurrentinnen. Im Vorjahr war sie noch mit einer Bestzeit von 7,45 Sekunden unterwegs gewesen.

"Perfekt" beschreibt es gut

Dass die 24-Jährige zwei Tage vor ihrem Geburtstag und ihrem ersten Hallenwettkampf der Saison eine so starke Form zeigte, war derweil gar nicht so verwunderlich. Immerhin ist sie mittlerweile seit mehr als zwei Jahren verletzungsfrei und kann sich über einen längeren Zeitraum optimal vorbereiten. Endlich einmal, möchte man fast sagen. „Damit habe ich nicht gerechnet“, sagte sie nach ihrem Sprint strahlend. Schließlich hatte sie bereits im Vorlauf mit 7,40 Sekunden ihre alte Bestzeit eingestellt. Neue Bestzeiten habe sie sich angesichts der guten Phase durchaus in dieser Saison gewünscht, aber nicht beim ersten Wettkampf. "Das ist umso besser.“

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Gar mit „perfekt“ beschrieb Berthold Buchwald wenig später die Leistung seiner Schützlinge. Als der Trainer des LC Hansa Stuhr das Ergebnis seiner U18-4x200-Meter-Staffel hörte, riss er die Arme in die Höhe und ballte seine Hände zu Fäusten. 1:33,80 Minuten, damit knackten Tim Gutzeit, Elvio Kremming, Jeron Serbin und Marius Nüssle als Startgemeinschaft Hansa-Ettenbüttel-Oldenburg die Norm für die Deutsche Meisterschaft. Die Konkurrenz ließen sie mit mehr als einer halben Sekunde Vorsprung hinter sich. „Unsere Taktik war, den schnellsten nach vorne zu stellen“, verriet der Übungsleiter. Denn überholen sei in der kleinen Halle sehr schwer, die richtige Taktik umso wichtiger – und der Erfolg gab ihm recht.

Deutlich unzufriedener wirkte Elvio Kremming da mit seinem Sprint über 60 Meter. Zwar qualifizierte sich der Hansa-Mehrkämpfer mit seiner Zeit von 7,40 Sekunden für das Finale. Dort verpatzte er jedoch den Start und war eine vier Hundertstelsekunde langsamer – Platz acht. „Ich habe den Start verpennt und einen zu großen Schritt gemacht“, sagte Kremming selbstkritisch. Luft nach oben sah er auch im Kugelstoß. Mehrere ungültige Versuche und schwache Weiten nagten sichtlich an ihm. Im fünften Wurf immerhin das akzeptable Abschneiden: 13,99 Meter, Bronze. „Ich habe mir nicht viel erhofft“, gestand er fehlendes Training ein. Angesichts dessen stellte zumindest die Weite zufrieden. Denn in der Halle können die Hansa-Athleten keinen Kugelstoß üben. Trainer Berthold Buchwald kündigte daher an, einen Baustellenstrahler organisieren zu wollen, um auch bei Dunkelheit den Sportplatz nutzen zu können. Es war sichtbar, dass im Bewegungsablauf die Routine fehlte. Ähnlich erging es Kremmings Teamkollegen Lasse Pixberg. „Ich bin mit der Kugel nicht zurechtgekommen und ausgerutscht“, begründete er zwei Fehlversuche und zwei schwache Würfe. Auch bei ihm platzte im fünften Anlauf der Knoten. 14,16 Meter reichten für Rang zwei. Jubeln durfte Kremming noch einmal beim Hürdenlauf: In 8,56 Sekunden sprintete er zu Gold.

Trotz Rückenproblemen aufgerafft 

Trotz Rückenproblemen raffte sich Jannick Voß zum Stabhochsprung in der Altersklasse U18 auf. Während seine Konkurrenz bereits bei 3,30 Metern die Segel strich, startete der Hansa-Athlet bereits bei 4,30 Meter. Und fast hätte ihn das den Titel gekostet: Erst im dritten Anlauf schaffte er seine Starthöhe, ohne die Latte zu reißen. Die 4,50 Meter schaffte er dann mühelos, bei 4,80 Meter war jedoch Schluss. „Das war knapp. Mit einem härteren Stab wäre ich wahrscheinlich rübergekommen“, bilanzierte Voß.

Mehr erhofft hatte sich Louis Knüpling (TSV Asendorf). Über 60 Meter lief er seine 7,20 Sekunden außer Konkurrenz, weil er zu spät gemeldet hatte. Auch in seiner Paradedisziplin, dem Dreisprung, wollte es dieses Mal nicht so recht klappen. 14,17 Meter reichten zwar für den Titel, waren jedoch weit hinter seinen gewohnten Leistungen. Ihm gelang nur ein gültiger Versuch. „Es ist schwierig, Spannung aufzubauen, wenn so wenige Teilnehmer dabei sind“, sagte er mit Blick auf die fünf gemeldeten Athleten. Allein die Motivation reiche für eine gute Weite nicht immer aus. Außerdem probierte er einen veränderten Anlauf. „Das hat nicht zu 100 Prozent gepasst“, bilanzierte er.

Etwas Pech hatte Fenja Schäfer (FTSV Jahn Brinkum) im U18-Sprint über 60 Meter. Mit 8,27 Sekunden verfehlte sie den Endlauf nur um ein Hundertstel. Hinter ihren Möglichkeiten blieb auch Denise Jaschinski, die die 800 Meter als 19. in 2:39,41 Sekunden zurücklegte.


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Leserkommentare
heinmueckausbremerhaven am 21.10.2019 20:47
Es gibt nur eine Chance wieviel Artikel beschrieben. Und jetzt schwindet mit dem Artikel von Stefan Rahmstorf das Argument, dass die BRD nur für ...
Bremen99 am 21.10.2019 20:41
Das Parken in Wild-West-Manier rund um den Freimarkt hat Tradition. Vor über 40 Jahren konnte man auch schon regelmäßig beobachten wie dreiste ...