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Projekt „Bremen läuft 10“
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Karina Sempf geht mit voller Motivation an den Start

Liane Janz 20.08.2018 0 Kommentare

Die erste Fitnesseinheit für das Projekt
Die erste Fitnesseinheit für das Projekt "Bremen läuft 10" gab es auf der Wiese vor dem Unisee. (Frank Thomas Koch)

Zu warm, zu nass, zu viele andere Sachen zu tun – Gründe, warum gerade keine Zeit für Sport ist, lassen sich einige finden. Selbst Menschen, die sich darüber bewusst sind, dass sie mit Sport besser leben, brauchen zuweilen die richtige Motivation, um sich aufzuraffen. Diese Motivation will ihnen die Stiftung Bremer Herzen mit dem Projekt „Bremen läuft 10“ geben. Eine Teilnehmerin ist die 47-jährige Karina Sempf.

40 Jahre lang war Sport schon ein Teil ihres Lebens. Sie spielte Handball von der Pampers- bis zur Regionalliga, machte Judo, ging regelmäßig schwimmen und begann vor rund zehn Jahren Halbmarathons zu laufen. Dann trat eine große Veränderung ein: Seit der Geburt ihrer Tochter vor sechs Jahren rutschte der Sport weit in den Hintergrund. Der Kontakt zur alten Laufgruppe ist nie abgebrochen. Einige von ihnen traten regelmäßig bei Wettbewerben wie dem Bremer Marathon an und Karina Sempf jubelte ihnen dabei zu. „Wenn man an der Strecke steht, merkt man, wie sehr man den Sport vermisst“, sagt sie. Das Projekt „Bremen läuft 10“ poppte genau zum richtigen Zeitpunkt bei ihr auf. Das Ziel: Zehn Wochen nach Start des Projekts sollen alle Teilnehmer einen Zehn-Kilometer-Lauf durchhalten.

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Auch Ehemann Olaf Sempf ist begeisterter Marathonläufer und Triathlet; jetzt wird er sportlich kürzertreten, damit Karina Sempf regelmäßig zum Training gehen kann. Ihren Mann habe sie vor vollendete Tatsachen gestellt, nachdem ihre Bewerbung für das Projekt raus war. Der Rückhalt ihrer Familie sei ihr sofort sicher gewesen, erzählt sie. Auch in der Firma stand auf Anhieb jeder auf ihrer Seite. Mit so viel Unterstützung kann nicht mehr viel schiefgehen.

Die erste Fitnesseinheit für das Projekt
Karina Sempf kämpft sich zu ihrer alten Fitness zurück. (Frank Thomas Koch)

Das Ziel ist New York

Beim Auftakt von „Bremen läuft 10“ am Unisee trainierte Karina Sempf mit Philipp Mehrtens, Präsident des Bremer Leichtathletik-Verbandes. Künftig wird sie in ihrer 25-köpfigen Gruppe (insgesamt gibt es 250 Teilnehmer) einen Personaltrainer an ihrer Seite haben, der einmal die Woche das Ziel Zehn-Kilometer-Lauf in Angriff nimmt. Aber Karina Sempf hat noch höhere Ziele. Sie möchte im April beim Halbmarathon der Frauen in New York antreten. Dieser Start hat für sie eine ganz besondere Bedeutung, denn im Jahr 2009 lief ihr Mann Olaf Sempf den Marathon der Männer in der Millionen-Metropole. Die ganze Strecke trug er dabei einen Ring in der Tasche. Im Zieleinlauf im Central Park machte er Karina Sempf einen Heiratsantrag. Das Zehnjährige wollen die zwei dann mit ihrer Tochter nach Karina Sempfs Zieleinlauf im Central Park gebührend feiern. Bis dahin ist es noch ein Stückchen Weg. Vor dem Auftakt des Projekts wurde Karina Sempf im Klinikum Links der Weser gründlich durchgecheckt. Dabei zeigte sich, dass sie topfit sei und ohne Weiteres an „Bremen läuft 10“ teilnehmen kann. Diesen Gesundheitscheck gab es nur für eine Handvoll Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die für das Projekt als Laufvorbilder ausgewählt worden. Laufvorbild zu sein, dafür hat sich Karina Sempf beworben. Sie arbeitet seit 25 Jahren unter anderem im Bereich Gesundheitsmanagement für die Hegemann-Gruppe, die seit Längerem die Stiftung Bremer Herzen unterstützt. Dadurch erfuhr sie früh von dem Projekt. „Da man immer mit gutem Beispiel vorangeht, war ich die Erste, die sich dafür angemeldet hat“, sagt sie.

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In ihrer Funktion in der Unternehmensgruppe versuche sie, die Kollegen dafür zu sensibilisieren, mehr für sich zu tun, beispielsweise genug zu trinken, als es so heiß war, oder nicht stundenlang still am Schreibtisch zu sitzen. Gegen den inneren Schweinehund haben vor allem Menschen über 40 oft das Nachsehen, erzählt sie. Gerade dieser Altersgruppe will sie zeigen, dass es nie zu spät ist, schrieb sie in ihrer Bewerbung zum Laufvorbild.

Unabhängig vom von der Stiftung organisierten Training nimmt Karina Sempf auch eine Ernährungsberatung am Diako wahr und will so nachhaltig etwas für sich tun. „Da soll sich als langfristiges Ziel etwas ändern“, sagt sie. Nach Ablauf der zehn Wochen, die „Bremen läuft 10“ dauert, sollen fünf bis sieben Kilo runter sein. Danach soll es weitergehen, sodass sie mittelfristig unter die 100 Kilo und langfristig auch unter die 80 Kilo kommt. Was die Waage anzeigt, darauf liege für sie aber gar nicht der Fokus. „Im Vordergrund steht das Wohlbefinden“, sagt sie. Auch wenn sie im Grunde fit ist, fühlt sie sich in ihrer Haut nicht sehr wohl. Diese Unzufriedenheit bekomme manchmal auch ihr Umfeld zu spüren. Für Karina Sempf bedeutet „Bremen läuft 10“ den Start in einen neuen Lebensabschnitt. Der WESER-KURIER wird sie dabei begleiten.

Zur Sache

Leichter Einstieg in den Sport dank Stiftung Bremer Herzen

Die Initiative für „Bremen läuft 10“ ging von Professor Rainer Hambrecht aus. Der Vorsitzende der Stiftung Bremer Herzen ist Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Angiologie am Klinikum Links der Weser. Er ist außerdem Sprecher für Prävention in der „Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung“. Dabei erfuhr er von einem ähnlichen Projekt, das seit Längerem in Bayern durchgeführt wird, und brachte die Idee nach Bremen. Ziel des Ganzen sei, Menschen einen niederschwelligen Einstieg in Sport zu ermöglichen, sagt Maurice Scharmer von der Stiftung Bremer Herzen. Durch mehr Bewegung sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Fitnesslevel steigern und senken dabei gleichzeitig das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Um das Projekt umzusetzen, kooperiert die Stiftung unter anderem mit dem Bremer Leichtathletik-Verband (BLV). Die Trainer für die Probanden kommen aus verschiedenen Bremer Vereinen und dem BLV.

Rund 250 Menschen trafen sich für den Auftakt des Projekts am Unisee. Sie wurden in Gruppen mit etwa 20 Sportanfängern und -wiedereinsteigern einem der zehn Lauftrainer zugeteilt, mit dem sie die Trainingsorganisation klärten. Zwei Abende die Woche treffen sie sich entweder im Bürgerpark oder bei einem der teilnehmenden Vereine, SV Werder Bremen, TuS Huchting, TV Eiche Horn, BTV 1877 sowie ATS Buntentor und TV Lilienthal zum Lauftraining. Komplett Unsportliche beginnen zunächst mit Walken, wer früher schon sportlich aktiv war, steigt ein Level höher ein. Einige Ehrgeizige absolvierten beim Kennenlernen am Unisee bereits eine erste kleine Trainingseinheit.

Ende des Projekts ist der 28. Oktober, wenn alleTeilnehmer eine zehn Kilometer lange Strecke durch den Bürgerpark laufen oder walken. Mehr zu „Bremen läuft 10“ ist auf www.bremer-herzen.de unter „Projekte“ zu finden.


Sporttabellen & Ergebnisse
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Leserkommentare
admiral_brommy am 19.10.2019 14:52
Dann ist es wichtig, alle vier Jahre so zu wählen, damit sich daran nichts ändert. Da freut sich der Verwaltungsbeamte.
IhrenNamen am 19.10.2019 14:35
Die SPD kann hier aber höchstens zu 50% Schuld sein da das DSM zu 50% vom CDU-Regierten Bund finanziert wird.

Ich denke die Schuldigen ...