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"Mensch gegen Maschine" in Bruchhausen-Vilsen
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Läufer schlägt Lok

Tanja Stelloh 12.05.2019 0 Kommentare

Kopf-an-Lok-Rennen: Teilnehmer des Laufes und der Zug in der Nähe des Bahnhofes Heiligenberg.
Kopf-an-Lok-Rennen: Teilnehmer des Laufes und der Zug in der Nähe des Bahnhofes Heiligenberg. (Michael Braunschädel)

Schnell noch ein Selfie neben der qualmenden Lok geschossen und dann den perfekten Fensterplatz in einem der zehn Anhänger der Bruchhausen-Vilsener Museumsbahn ausgewählt. Von dort hatten Verwandte und Freunde, während des so genannten AOK-Wettlaufs, die Möglichkeit, ihre favorisierten Läufer lautstark anzufeuern. Auch die aus Fischerhude angereiste Esther und Söhnchen Lennet freuten sich, eine passende Sitzbank gefunden zu haben, um den nebenher laufenden Papa nicht aus den Augen zu verlieren. Sie saßen nämlich im einzigen Cabrio-Wagen der Bahn und genossen das schöne Wetter und den rauchigen Fahrtwind. Ein Mensch im Wettstreit mit einer Lok – das kann nur Mensch gegen Maschine sein. Und eben jener Wettstreit ist am gestrigen Sonntag an den Start gegangen.

„Den Wagon ohne Dach setzen wir heute zum ersten Mal zum Wettlauf ,Mensch gegen Maschine‘ ein“, wusste Lokführer Eric Arndt zu berichten und fügte ergänzend hinzu: „Gezogen wird der Zug von der 125 Jahre alten ,Franzburg-Lok‘, die 1894 von der Stettiner Aktiengesellschaft Maschinenbau Vulcan gebaut wurde. Da diese lediglich über 80 PS verfügt, benötigen wir eine zweite Dampflok, welche von hinten kräftig schiebt und dafür ist heute die 280 PS starke und 120 Jahre alte ,Hoya‘ verantwortlich.“

Auf die Frage, wer denn bei dieser mittlerweile vierten Veranstaltung ihrer Art wohl als erster die Ziellinie überqueren wird – der Mensch oder die Maschine – grinste Arndt und sagte ganz diplomatisch: „Wir geben selbstverständlich unser Bestes, aber das Wichtigste ist, das alle Beteiligten ihren Spaß haben und die Läufer den Zug dicht neben sich sehen.“

Um 13.30 Uhr gab Bernd Schneider vom örtlichen Tourismusverband das Rennen schließlich frei und das lautstarke Pfeifen der Dampfmaschine diente als Startschuss. Rund 140 Läufer machten sich auf den Weg, wobei neben dem acht Kilometer langen AOK-Wettlauf zeitgleich auch der Novo-Nordisk-Staffel-Lauf über zwei Mal vier Kilometer begann. Selbiger führte die zehn Teilnehmer bis zur Haltestelle Heiligenberg, wo der Stab an den Teamkollegen überreicht und dann nach Asendorf getragen wurde.

Kleine Überraschung

Dort herrschte bereits große Spannung, ob es dem schnaufenden Stahlross in diesem Jahr wohl erstmalig gelänge, alle zweibeinigen Verfolger abzuhängen und den Sieg einzufahren. Aber bereits 29,43 Minuten nach Start des Rennens überquerte Leonard Bröker die Ziellinie und stellte erneut klar, dass der Mensch über die Maschine, welche im Übrigen nach 42,41 Minuten eintraf, gesiegt hatte. Lokführer Eric Arndt nahm es sportlich und freute sich mit den Gewinnern. Derweil kommentierte Bernd Rebischke vom Niedersächsischen Leichtathletik-Verband den Einlauf und überreichte Urkunden und Sachpreise an die Bestplatzierten.

Es folgte anschließend der Kinder-Wettlauf für Jungen und Mädchen des Jahrgangs 2010 und jünger. Hier verlief die ein Kilometer lange Strecke vom Asendorfer Ortseingang bis zum Bahnhof und rund 60 Kinder nahmen daran teil. Selbstverständlich hielten die Veranstalter (Niedersächsischer Leichtathletik-Verband, Deutscher Eisenbahn-Verein und Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen) für alle jungen Sportler nachher eine kleine Überraschung als wohlverdiente Belohnung bereit. Neu im Programm war der anschließende Volksbank-Lauf, bei dem 1,8 Kilometer von Arbste bis zum Bahnhof in Asendorf anstanden.

Neben den engagierten Sportfreunden waren an diesem Tag selbstverständlich auch weniger ambitionierte Menschen unterwegs, die sich über ein tolles Rahmenprogramm der Interessengemeinschaft Asendorf freuten. Hier gab es Infostände der AOK und Novo Nordisk (Diabetes Spezialist), an denen man viel Interessantes und Neues erfahren konnte. Außerdem lockte das Jugendmobil „Club 51“ mit Spielgeräten und lustigen Gemeinschaftsspielen, während der „Kunst-Schuppen“ Souvenirs und künstlerische Werke präsentierte. Darüber hinaus waren einige Fachgeschäfte geöffnet, und gegen den kleinen Hunger kämpften diverse Schlemmer-Stände erfolgreich an.

Da sich auch das Wetter von seiner freundlichen Seite präsentierte und die Organisatoren erneut viel Können und Geschick bewiesen hatten, verlebten alle Besucher und Sportler einen rundum gelungenen Tag zwischen Bruchhausen-Vilsen und Asendorf.

Alle Ergebnisse des sportlichen Wettbewerbs können im Internet unter www.wettlauf-mensch-maschine.de oder www.laufmanager.net nachgelesen werden.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...