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So lief die Premiere des Ultramarathons am Werdersee ab

Olaf Dorow 20.05.2019 0 Kommentare

Da lachen die Ultra-Renner noch: Organisator Jan Schrobsdorff, sein Bruder Hecke Degering, der spätere Sieger, sowie Holger Nolte (von rechts).
Da lachen die Ultra-Renner noch: Organisator Jan Schrobsdorff, sein Bruder Hecke Degering, der spätere Sieger, sowie Holger Nolte (von rechts). (Christina Kuhaupt)

Am Montagmorgen musste Jan Schrobsdorff dann wieder zur Arbeit fahren, mit dem Zug nach Oldenburg. Und als er dort im Büro der Naturstrom AG ankam, erzählte er einer Kollegin, dass es eng war am Morgen. Dass er eines der Kinder in den Kindergarten hätte bringen müssen, und dass er dann hätte rennen müssen, um den Zug noch zu bekommen. Und vor allem: dass er das konnte. Das war ziemlich cool. Er war am Wochenende am Werdersee den von ihm selbst organisierten „Katzen Sprung's Backyard Ultra Spendenlauf“ gelaufen. Weswegen man keineswegs sicher sein konnte, ob er am Montagmorgen noch einen Fuß vor den anderen setzen kann.

Schrobsdorff konnte. Den Mitläufern soll es ähnlich ergangen sein. Sie – und auch die, die mal vorbeigeschaut haben – sollen das da am Werdersee als insgesamt ziemlich coole Nummer empfunden haben. Einige Vorbeischauer sollen sogar überlegt haben, im nächsten Jahr ebenfalls an den Start zu gehen. Und auf dem Spendenkonto zugunsten des Pegasus e.V. sei auch schon mehr eingegangen, als er sich erhofft hatte, sagt Jan Schrobsdorff. Schon 650 Euro, es werde wahrscheinlich sogar noch etwas mehr werden.

Acht Ultraläufer, sieben Männer und eine Frau, hatten bei Sonnenaufgang losgelegt. Jede Stunde war es erneut auf eine Runde auf der Werderinsel gegangen, 6,7 Kilometer lang. So lange sollte es gehen, bis nur noch ein Läufer übrig bleibt, der eine Runde dreht. Das war schließlich Jan Schrobsdorffs Bruder. Hecke Degering, Systemadministrator am Göttinger Max-Planck-Institut und 40 Jahre jung, war der Einzige, der am Abend auch noch die 16. Runde durchgehalten hatte. 16 Runden gleich 16 Stunden gleich 107,2 Kilometer. Auch Morten Surhoff, ein erfahrener Ultraläufer, war noch zu dieser 16. Runde angetreten, er gab jedoch auf und begab sich nach wenigen Minuten zum Start und Ziel zurück. Ihm sei übel, gestand er den anderen.

„Wir sind oftmals in der prallen Sonne gelaufen“

Sieger Degering ging es auch nicht mehr gerade blendend. Er habe aber gesagt, so berichtet es sein Bruder, dass er notfalls auch 24 Runden geschafft hätte, falls dies für Platz eins erforderlich gewesen wäre. Man darf das ruhig glauben. Sein Bruder habe, berichtet Jan Schrobsdorff, schon mal das bewältigt, was er selbst in diesem Herbst  angehen will: den 24-Stundenlauf von Braunschweig-Rüningen.

Das kann ja dann was werden. Am Werdersee war für den Organisator dieses Ultras, dem nun möglichst weitere Backyard-Auflagen folgen sollen, nach elf Runden Schluss. Es sei recht heiß gewesen. „Wir sind oftmals in der prallen Sonne gelaufen“, sagt Schrobsdorff. Um den Kreislauf nicht zu überfordern, habe er nach diesen elf Runden beziehungsweise elf Stunden lieber Schluss gemacht. 73,7 Kilometer statt 100, wie er sich vorgenommen hatte.

Wie man so schön sagen könnte in der Beschreibung von Sport, war Jan Schrobsdorff bei diesem sehr speziellen Wettkampf damit auf den undankbaren vierten Platz gekommen. Tanja Ostapenko, eine in Göttingen lebende US-Amerikanerin, hatte zwölf Runden geschafft, eine Runde mehr, als der 34-jährige Ultra-Mann aus Bremen. Aber dieses Platz-vier-Gefühl, wonach Undank der Welten Lohn ist, war definitiv nicht das vorherrschende Gefühl beim Ausrichter nach diesem Wochenende. Es ist wirklich gut gelaufen. Und es läuft ja auch schon wieder, wie  Jan Schrobsdorff Montag früh am Bahnhof feststellen durfte.


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Leserkommentare
suziwolf am 22.10.2019 13:29
@Wesersteel ...

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Oder Vorhandene mit Rammschutz ausrüsten ?
Bremen-Fan am 22.10.2019 13:25
Was ist "mangelnde soziale Kompetenzen"? Oder wollte @daa2011 einfach ein Schlagwort benutzen, um Bremer Eltern schlecht zu reden, die ihre Kinder in ...