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GEWOBA-City-Triathlon
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Sportliches Spektakel in der Bremer Überseestadt

Mathias Sonnenberg 11.08.2019 0 Kommentare

Mehr als 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben am Sonntag am GEWOBA-City-Triathlon teilgenommen.
Mehr als 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben am Sonntag am GEWOBA-City-Triathlon teilgenommen. (Christina Kuhaupt)

Als sich Alfred Hintzmann die paar Stufen zur Bühne hoch stemmt, brandet plötzlich Beifall auf. Viele Zuschauer stehen und applaudieren, der Moderator brüllt in das Mikro und feiert Hintzmann als Vorbild. Stimmt ja auch, 85 Jahre alt ist der Norderstedter im Mai geworden. Aber der Sport, oder besser gesagt Triathlon, ist noch immer der Motor seines Lebens. Hintzmann nimmt die Goldmedaille entgegen und hängt sie sich um den Hals. Deutscher Triathlon-Meister Sprint in der Altersklasse 85 darf er sich jetzt nennen. Für ihn war das keine so große Überraschung, „ich war ja auch der einzige Teilnehmer“, sagt er und schmunzelt. 

In Bremen sei er das erste Mal gewesen, aber der City Triathlon, immerhin schon der achte jetzt, habe ihm gut gefallen. Nur dass die Weser zu warm gewesen sei, das habe ihm gar nicht gepasst. Hintzmann schwimmt nämlich am liebsten im Neoprenanzug, aber der ist nur bis 21,9 Grad Wassertemperatur erlaubt. Die Weser aber war 22 Grad warm, also musste er in Badebuxe rein ins Wasser. Auf seiner Uhr hat er die genauen Zeiten seines Triathlons eingespeichert. Für 750 Meter Schwimmen brauchte der 85-Jährige 35:03 Minuten, 20 Kilometer Radfahren schaffte er in 55:18 Minuten und zum Abschluss fünf Kilometer Laufen in 59:05 Minuten.

"Immer Angst, dass ich einbreche"

„Hat Spaß gemacht“, sagt er nach der Siegerehrung, „nur beim Schwimmen hab' ich immer Angst, dass ich einbreche“. Aber tat er nicht, Hintzmann kämpfte sich durch die Strecke. Und wird jetzt in die Schweiz reisen, um dort an der Weltmeisterschaft teilzunehmen. Aber da ist der Titel gar nicht so sicher, es gibt nämlich noch einen zweiten Teilnehmer in der Altersklasse 85. „Das ist ein Amerikaner“, sagt er, „zwei Jahre älter als ich. Deshalb rechne ich mir schon Chancen auf den Sieg aus“.  

Fotostrecke: So lief der GEWOBA-City-Triathlon am Sonntag in der Überseestadt

Es sind Menschen wie Alfred Hintzmann, die den City Triathlon in Bremen zu einer besonderen Veranstaltung machen. Wer es am Sonntag in die Überseestadt schaffte, erlebte viele aufgeregte, aber durchweg gute gelaunte Sportler. Und ein paar Zweifler wie die junge Frau, die mit einem Turnbeutel auf dem Rücken ins Becken des Europahafens blickt, die nassen Läufer an sich vorbei ziehen lässt und noch immer unsicher ist, ob sie denn später beim Volks-Triathlon wirklich Schwimmen, Radeln und Laufen will. „Ich hab' Schiss, dass ich es nicht packe“, sagt sie.

Im Zielbereich herrscht den ganzen Tag über emsiges Treiben. Ist ja auch klar, denn wenn die Triathleten, es sind insgesamt über 1200, hier ankommen, wollen sie nur eins: Schnell was trinken. Imme Ahrens und Andreas Kielies gehören seit vier Jahren zum Helfer-Team, sie sind die Erstversorger. 1500 Flaschen Weißbier stehen parat, am frühen Nachmittag schätzt Kielies, dass er bestimmt schon 800 Flaschen ausgeschenkt hat, „alkoholfrei natürlich“, sagt er. Über Nachbarn seien sie zum Helfer-Team gestoßen, das neben Bier auch isotonische Getränke, Wasser, Brötchen, Waffeln und Obst verteilt. Selbst die Nachhaltigkeitsdiskussion zieht nicht ohne Folgen am City-Triathlon vorbei. „Vor einem Jahr haben die Teilnehmer jeden Becher nach dem Austrinken weggeschmissen“, erinnert sich Imme Ahrens, da sei immer ruckzuck ein riesiger Becher-Berg entstanden. „In diesem Jahr aber kommen sie mit ihrem Becher wieder, wenn er leer ist.“ Und so hat sich der Verbrauch gleich mal um die Hälfte geleert.

Das gefällt natürlich auch Jan Brüning. Er ist der Mann, bei dem alle organisatorischen Fäden zusammen laufen. Seit 2012 gib es den City Triathlon, Brüning hat ihn damals auf die Beine gestellt, quasi als Probelauf. Denn eigentlich sollte er die Triathlon-EM der Polizei ausrichten, hatte von dem Sport aber keine Ahnung. „Deshalb haben wir das in Bremen mit dem Triathlon probiert“, sagt er. Klappte gut, Brüning ist seitdem mit seiner Agentur Spospom dick im Triathlon-Geschäft. Aber das klappe nur gut, weil er ein achtköpfiges Organisations-Team an seiner Seite habe und viele, viele ehrenamtliche Helfer. „In diesem Jahr sind es 220 Ehremamtliche“, erklärt er, die die Triathleten versorgen, Strecken kontrollieren und überwachen, Startlisten erstellen oder auch auf Motorrädern darauf achten, dass keiner schummelt auf der Strecke. Hinzu kommen 180 bezahlte Kräfte. „Wir brauchen 400 Helfer für die Durchführung des Triathlons“, hat Brüning errechnet. Und erklärt damit auch, warum die Startgebühr in diesem Jahr von 40 auf 45 Euro gestiegen ist.     

Dass er jetzt die Deutschen Meisterschaften im Sprint nach Bremen holen konnte, die im Rahmen des Triathlons ausgetragen wurden, freut Brüning besonders. „Damit steigt die Wertigkeit der Veranstaltung, die Deutsche Triathlon Union zeigt, dass man uns Veranstaltern was zutraut.“ Brüning will sich jetzt einen kleinen Traum erfüllen: den ersten Triathlon seines Lebens laufen. Dann will er beweisen, dass er nicht nur die Theorie, sondern auch die Praxis im Triathlon beherrscht.      

Zur Sache

Behrens gewinnt Olympia-Distanz

In 2:02:50 Stunden hat Timo Behrens vom Bremischen Schwimmverein auf der Olympia-Distanz (1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren, 10 Kilometer Laufen) den ersten Platz belegt. Es folgten Patrick Dekorsi (Triathlon Club Bremen) in 2:10:14 Stunden und Marlon Thomas (Radsportverein Sturm Hombruch Dortmund) in 2:10:48 Stunden. Bei den Frauen gewann Anna Lechowicz vom Sauerland Team in 2:18:16 Stunden vor Johanna Geise (Kölner Triathlon-Team) in 2:29:21 Stunden und Janine Kaiser von den Triathlöwen Bremen, die 2:32:10 Stunden benötigte. Den Volkstriathlon (500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, 5 Kilometer Laufen) gewann Carina Brettmann (TV Sottrum/1:13:24 Stunde) vor Lena Stange (Sparkasse Bremen/1:13:46 Stunde). Bei den Männern siegte Felix Simon (Triathlöwen Bremen/1:02:32 Stunde) vor Kai d'Alquen (Düsseldorf/1:04:29 Stunde).

Zur Sache 

Platzierungen (ausgewählte Ergebnisse) 

Deutsche Meisterschaften Sprintdistanz Altersklassen 

Männer

1. Alexander Brenecke SV Nienhagen (TM25) 1:00:15

2. Markus Klinder SV Würzburg 05 (TM25) 1:00:37

2. Julian Müller SV Würzburg 05 (TM20)  1:00:37

Frauen

1. Hanna Arlom LG Emsdetten (TW30) 1:05:5 3

2. Laura Jansen Ski Club Heidelberg (TW25) 1:06:22

3. Leonie Wilke SV Tungendorf (TW20) 1:07:41

Ältester Teilnehmer Gesamtzeit

1. Alfred Hintzmann SG Wasserratten (TM85) 2:48:33

Olympischer Triathlon

Männer

1. Timo Behrens Bremischer Schwimmverein (MJUN) 2:02:50

2. Patrick Dekorsie Triathlon Club Bremen (TM30) 2:10:15

3. Marlon Thomas Radsportverein Sturm Hormbruch Dortmund (TM25) 2:10:48

Frauen

1. Anna Lechowicz Sauerland Team (TM30) 2:18:16

2. Johanna Geise Kölner Triathlon Team (TM20) 2 :29:22

3. Janine Keiser Triathlonlöwen Bremen (TM40) 2:32:10

Volkstriathlon

Männer

1. Felix Simon Triathlöwen Bremen (TM20) 1:02:32

2. Kai d'Alquen Triathlöwen Düsseldorf (TM35) 1:0 4:30

3. Luca Echterlin (TM25) 1:05:24

Frauen

1. Carina Brettmann TV Sottrum (TM25) 1:13:25

2. Lena Stange Sparkasse Bremen (TM25) 1:13:47

3. Maria Sell Triathlöwen Bremen (TM25) 1:14:35

Staffeltriathlon

Firmenstaffel

1. Nina Rathjen, Tobias Schröder, André Ostermann Team Käfer 1:06:06

Staffel weiblich

1. Ina Diedrichs, Silke Brocks, Silvia Schulte ISS Tri's 1:17:46

Staffel männlich

1. Niklas Behrens, Vladi Riha, Andrés Gier Riha Bike Express 0:57:44

Staffel gemischt

1. Carina Czienskowski, Rainer Goldelius, Martin Mohrdieck SG Stern Bremen 1:04:34


Sporttabellen & Ergebnisse
Sporttabellen & Ergebnisse

Welcher Verein wann in Bremen oder der Region spielt und wie die Begegnung ausgegangen ist, erfahren Sie in unserem Tabellenbereich. Auch die Ergebnisse der Spiele der höheren Ligen finden Sie dort.

Lokalsport im Überblick

Sport in Bremen: Meldungen aus Bremen und den Stadtteilen

 

Die Norddeutsche: Sport aus Bremen-Nord, Schwanewede, Elsfleth, Berne und Lemwerder

 

Osterholzer Kreisblatt/Wümme-Zeitung: Sport aus Hagen, Hambergen, OHZ, Ritterhude, Gnarrenburg, Worpswede, Tarmstedt, Lilienthal, Grasberg

 

Achimer Kurier/Verdener Nachrichten: Sport aus Achim, Verden, Ottersberg, Oyten, Sottrum, Rotenburg, Langwedel, Thedinghausen, Kirchlinteln, Dörverden

 

Regionale Rundschau/Syker Kurier: Sport aus Stuhr, Weyhe, Syke, Bassum, Bruchhausen-Vilsen

 

Delmenhorster Kurier: Sport aus Delmenhorst, Hude, Ganderkesee, Dötlingen, Harpstedt, Wildeshausen

Sport aus der Region
Sport aus der Region
Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?