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Zehn-Kilometer Finisher: Karina Sempf hat es geschafft

Olaf Dorow 28.10.2018 0 Kommentare

Siegerin über sich selbst: Karina Sempf hat durchgehalten. Obwohl die Strecke sogar deutlich länger gewesen sein soll als zehn Kilometer.
Siegerin über sich selbst: Karina Sempf hat durchgehalten. Obwohl die Strecke sogar deutlich länger gewesen sein soll als zehn Kilometer. (Frank Thomas Koch)

Und dann kam so etwas wie eine Zielgerade. Vorbei am Parkhotel, runter zum Start und Ziel am Marcusbrunnen. Dort standen Leute bereit für einen Glückwunsch, für eine Umarmung. Sehr ausführlich fielen die Gratulationen aus. Ausführlich genug, um auch ein paar Tränen aus den Augen von Karina Sempf kullern zu lassen. Sie hatte ja einen Wettkampf gewonnen, einen Wettkampf gegen sich selbst. Sie ist eine Siegerin gewesen.

So wie rund 150 andere Läuferinnen und Läufer. Weil sie die vom Bremer Leichtathletik-Verband und der AOK unterstützte Aktion „Bremen läuft 10“ der Stiftung Bremer Herzen durch ihren Zieleinlauf zum Erfolg gemacht haben. Aus „Bremen läuft 10“ ist wirklich etwas geworden, es ist an diesem Sonntag im Bürgerpark sogar „Bremen läuft 11“, daraus geworden. Weil die viermal zu absolvierende Runde deutlich länger ausgefallen sein soll als 2,5 Kilometer.

Karina Sempfs Runden eins und zwei: Skepsis, ob der Fuß mit seiner Sehnenentzündung durchhält. Runde drei: Kaum gemerkt, weil von den Fragen des begleitenden Reporters abgelenkt. Runde vier: Mitläufer gesucht und gefunden. Gegenseitig angespornt. Nach 1:27 Stunden hatte Karina Sempf die elf Kilometer geschafft, das war ungefähr das Tempo, das sie sich vorgenommen hatte. 

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Die Zeit, sie war natürlich Nebensache. „Dieses Kopfkino: Du hast etwas geschafft, was du jahrelang nicht geschafft hast“, sagte Karina Sempf. Sie sei voller Euphorie, sie könnte glatt noch eine Runde dranhängen. Schon beim Einbiegen auf die Zielgeraden hätte sie eine Gänsehaut bekommen. Die Schmerzen im Fuß, diese blöde Sehnenentzündung? Ja, die war zu spüren, ganz schön sogar. Am Montag müsse sie wieder zum Arzt, sagte sie.

Aber der Sonntag, der war halt der Tag für Glücksgefühle und Sieggefühle. Für Siege über den inneren Schweinehund. Und auch über den Fuß. Es war auch der Tag, von dem sie sagt, dass er nur der Anfang war. Jetzt heiße es: dranbleiben. Am Dienstag wolle sich ihre Gruppe, zu der mittlerweile 21 Leute zwischen 20 und 75 zählen, schon wieder treffen zum Joggen im Bürgerpark.

Karina Sempf gehört nicht zu den Anfängern. Mit dem Projekt wolle man vor allem auch gezielt diejenigen erreichen, die nichts machen, sagte Stiftungsprofessor Harm Wienbergen. Der Kardiologe am Krankenhaus Links der Weser kennt ja die gesundheitlichen Effekte von Bewegung nur zu gut, sie sind ja wissenschaftlich längst nachgewiesen.

"H wie Herzensangelegenheit"

Karina Sempf ist quasi eine Wieder-Anfängerin. Sie hat eine sportliche Vorprägung, sie war Kreisläuferin im Handball, sie hat auch schon mal einen Halbmarathon durchgehalten. Aber in den letzten Jahren hat sie halt nichts mehr gemacht. Sie hat zugenommen. Beim Check vor zehn Wochen wog die 1,65 Meter große 47-Jährige 113,4 Kilogramm.

Sie ist als Ex-Läuferin in dem Projekt ein sogenanntes Lauf-Vorbild in der Gruppe H, einer von anfangs zehn, am Ende neun Laufgruppen. Die Rolle habe sie sehr gut ausgefüllt, sagte Patrick Pavel vom Landessportbund, Trainer der Gruppe H. Er wurde fast so euphorisch wie Karina Sempf im Ziel, als er von ihr sprach. Einfach genial sei das gewesen, wie Karina Sempf als diejenige, die am meisten motiviert war, die anderen mitmotiviert und als treibende Kraft die Gruppe immer enger zusammengebracht habe. Stolz erzählte Karina Sempf, dass Gruppe H vollzählig angetreten sei am Sonntag. Sogar Dagmar Brandt war da, obwohl sie nur anfeuern konnte, sie hatte sich einen Ermüdungsbruch zugezogen. „Da blutet einem ja das Herz, wenn man das hier so sieht“, sagte sie.

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Die Gruppe. „H wie hervorragend“, sagte Trainer Patrick Pavel. „H wie Herzensangelegenheit“, sagte Karina Sempf. Alleine hätte sie wohl nicht durchgezogen. Die regelmäßigen Gruppentermine seien es gewesen, die sie von der Couch weggezogen hätten. Und den Impuls gaben für die erhoffte Nachhaltigkeit. Gruppe H bleibt bestehen. Aus dem Projekt sind Lauftreffs und Vereinsmitgliedschaften entstanden. Karina Sempf will demnächst die Winterlaufserie mitlaufen. Sie wiegt jetzt 108 Kilo. In zwei Jahren sollen es nur noch um die 80 sein. Sie will doch dranbleiben.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...