Halbmarathon-WM in Gdynia

„Mega-Lauf“: Melat Kejeta WM-Zweite in sensationellem Rekordtempo

Melat Kejeta sorgt bei der Halbmarathon-WM in Gdynia für eine Sensation. In 1:05:18 Stunden gewinnt die 28-Jährige vom Laufteam Kassel die Silbermedaille, knackt den deutschen Uralt-Rekord von Uta Pippig und sichert sich zudem eine europäische Bestmarke.
20.10.2020, 09:06
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„Mega-Lauf“: Melat Kejeta WM-Zweite in sensationellem Rekordtempo

Melat Yisak Kejeta (l) aus Deutschland freut sich über den zweiten Platz. Kejeta hat als Zweite überraschend für eine deutsche Medaille bei der Halbmarathon-Weltmeisterschaft gesorgt.

Adam Warzawa/PAP/dpa

Besonders flott war auch Uta Pippig mit ihrem „Herzlichen Glückwunsch“ nach dem Sensationsrennen von Melat Kejeta bei der Halbmarathon-WM in Gdynia unterwegs. „Das hast Du supergemacht! Ein Mega-Lauf!“, postete die als deutsche Rekordhalterin abgelöste Ex-Weltklasseläuferin auf Instagram. Die 28 Jahre alte Kejeta vom Laufteam Kassel holte am Samstag in 1:05:18 Stunden WM-Silber und knackte dabei die 25 Jahre alte Pippig-Bestmarke (1:07:58). Zudem unterbot die gebürtige Äthiopierin den Europarekord für reine Frauenrennen.

„Ich bin sehr glücklich und freue mich über diese gute Leistung“, sagte Kejeta, die seit März 2019 die deutsche Staatsbürgerschaft hat, dem Onlineportal „leichtathletik.de“. „Klar, ich wollte mein Bestes geben, aber mit diesem Ergebnis hätte ich nicht gerechnet.“

Schneller als sie war nur Peres Jepchirchir aus Kenia, die auf dem Kurs an der polnischen Ostseeküste in 1:05:16 Stunden den Weltrekord für reine Frauenrennen verbesserte. Auch Kejeta blieb mit ihrer Zeit um eine Hundertstelsekunde unter der alten Bestmarke von Yalemzerf Yehualaw aus Äthiopien, die im einstigen Gdingen 100 Meter vor dem Ziel falsch abbog, weil sie dem die Strecke verlassenden und die Gruppe führenden Radfahrer kurz gefolgt war.

"Alles richtig gemacht"

Die Sternstunde für die deutsche Leichtathletik begeisterte auch die Marathon-Bundestrainerin. „1:05:18 Stunden, das ist eine Hausnummer und absolute Weltspitze“, sagte Katrin Dörre-Heinig. „Ich fand vor allem den Mut beeindruckend, von Anfang an dieses hohe Tempo mitzugehen. Hut ab, sie hat alles richtig gemacht.“

Wie Dörre-Heinigs Tochter Katharina Steinruck (früher Heinig) unterbot Kejeta bei ihrem Marathon-Debüt 2019 in Berlin in 2:23:57 Stunden die Olympia-Norm für die Spiele 2021 in Tokio. Das Ticket dafür dürfte sie nicht nur sicher haben: Jetzt gilt sie auch als Mitfavoritin für das Medaillenrennen in Sapporo.

Neben Kejeta sorgten auch die weiteren deutschen Starterinnen für gute Leistungen und im Endergebnis für Platz drei im Teamwettbewerb. Als zweitbeste Deutsche rannte die Wattenscheiderin Laura Hottenrott in persönlicher Bestzeit von 1:10:49 Stunden auf Platz 26.

Weltmeister bei den Männern wurde Jacob Kiplimo. Der 19-Jährige aus Uganda lief in 58:49 Minuten eine Weltklassezeit. Auf Platz zwei kam der Kenianer Kibiwott Kandie (58:54 Minuten) vor Amedework Walelegn (59:08/Äthiopien). Vierter wurde bei seinem Debüt der

10 000-Meter-Weltrekordler Joshua Cheptegei (Uganda) in 59:21 Minuten. Bester Deutscher war Simon Boch (LG Telis Finanz Regensburg), der in 1:01:36 Stunden den 35. Platz belegte. Nur auf den 100. Rang landete der mehrfache deutsche Meister Amanal Petros (TV Wattenscheid, den früh Seitenstechen plagten. (dpa)

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