Leichtathletik Weltmeisterschaft für Freese kein Thema

Anna-Lena Freese vom FTSV Jahn Brinkum hat sich auf der großen nationalen Leichtathletik-Bühne zurückgemeldet. Die 25-Jährige ist nach Rang sechs wieder in der nationalen Spitze angekommen.
05.08.2019, 17:02
Lesedauer: 3 Min
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Von Jannis Klimburg

Björn Sterzel war einfach nur stolz. Der Trainer von Anna-Lena Freese, Leichathletin des FTSV Jahn Brinkum, zeigte sich glücklich darüber, dass sein Schützling das Finale der Deutschen Meisterschaften in Berlin in vollen Zügen genießen konnte. „Schon alleine die Vorstellung vor dem Start hat ihr richtig gut getan. Das hat man gesehen, als sie freudestrahlend in die Kamera geblickt hat“, schmunzelt Sterzel. Das breite Grinsen sollte auch nach dem Lauf nicht mehr verschwinden. Denn die Sprinterin setzte auch in der Hauptstadt ihre prächtige Saisonform fort. Im Finale des 100-Meter-Laufes landete die 25-Jährige mit 11,50 Sekunden auf einem guten sechsten Platz. Und meldete sich somit zurück auf der ganz großen nationalen Bühne.

„Nach den vergangenen schwierigen Jahren war es einfach mal wieder schön, bei einem großen Finale wieder dabei sein zu dürfen“, berichtet Sterzel. Sowieso geht es in dieser Saison für Freese stetig bergauf. Schon zu Beginn des Jahres hatte die Brinkumerin bei den Hallen-Landesmeisterschaften in Hannover für einen Ausnahmemoment gesorgt: Mit einer hervorragenden Zeit von 7,39 Sekunden holte sie sich auf der 60-Meter-Strecke den Titel. Anfang Juni setzte das Sprint-Ass des FTSV sogar noch einen drauf: Beim 38. Nationalen Pfingstsportfest der LAV Zeven unterbot sie mit 11,29 Sekunden ihre persönliche Bestzeit von 11,30 Sekunden.

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Und eben auch unter Deutschlands Elite-Sprinterinnen musste sich Freese nun nicht verstecken. Im Halbfinale erwischte die 25-Jährige einen sehr guten Start und kämpfte sich in Folge über die Zeit von 11,44 Sekunden in den Endlauf. „Das war eine totale Willensleistung von Anna“, strahlt Sterzel. Sein Schützling hat nach vielen Verletzungen den Spaß am Sprinten wiedergefunden. „Ich bin derzeit einfach gut drauf, gehe gerne zum Training. Das wirkt sich dann auch auf den Wettkampf aus“, betont Freese.

Nächster Wettkampf wohl in Belgien

Für die ganz vorderen Plätze fehlten allerdings noch ein paar Wimpernschläge. Den Titel bei den Deutschen Meisterschaften über die 100 Meter sicherte sich Tatjana Pinto (LC Paderborn) mit 11,09 Sekunden vor Gina Lückenkemper (SCC Berlin), die in 11,20 Sekunden Zweite wurde. Es sind nur noch ein paar Kleinigkeiten, die zum ganz großen Wurf fehlen. Doch Sterzel weiß auch: „Wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Anna hat das absolute Maximum aus sich herausgeholt.“ Auch deswegen sagte sie ihren Start über die 200 Meter ab. „Sie hatte zwei anstrengende Rennen in den Knochen.

Daher war sie schon ziemlich müde. Dann grätsche ich bei der Entscheidung auch nicht dazwischen“, so Sterzel. Der Blick des Trainers richtet sich nach dem starken sechsten Platz in die Zukunft. „Wir müssen bis zum nächsten Wettkampf noch unbedingt daran arbeiten, dass Anna ihre maximale Geschwindigkeit noch länger halten kann.“ Wann das nächste Rennen für Freese genau stattfinden wird, ist noch ungewiss. Die eine oder andere Teilnahme sei in dieser Saison auf jeden Fall noch geplant.

Womöglich schon beim Flanders-Cup, der am 17. August in Belgien ausgetragen wird. Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften, die vom 28. September bis zum 6. Oktober in Doha in Katar ausgetragen werden, wird Freese dagegen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht dabei sein. „Von der WM-Norm ist Anna noch etwas entfernt. Trotzdem ist es schön zu sehen, dass sie den Anschluss an die deutsche Spitze wiedergefunden hat“, meint Sterzel. Freese selbst sagt dazu: „In meinem Kopf ist die WM zurzeit kein Thema. Ich will meine Zeit einfach weiter verbessern.“ Auf einem guten Weg ist sie auf jeden Fall.

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Eckhardt mit noch einer Chance

Dagegen noch berechtige Chancen auf die Weltmeisterschaften kann sich Neele Eckhardt machen. Die aus Asendorf stammende Dreispringerin, die für die LG Göttingen startet, hat zwar mit dem zweiten Platz und den 13,93 Metern in Berlin die Norm noch nicht geknackt, zufrieden war sie mit der Performance aber dennoch. „Mit der Silbermedaille kann ich sehr gut leben. Weil ich auch einfach weiß, dass nicht mehr drin gewesen wäre“, sagt Eckhardt, die im zurückliegenden Winter wegen einer Erkrankung eine lange Zeit nicht trainieren konnte.

„Die Sprünge waren nicht konstant genug, es haben sich einige technische Fehler eingeschlichen.“ Doch eine allerletzte Chance besteht noch, dass Eckhardt mit dem deutschen Tross noch mit nach Katar fliegen kann. Und zwar beim Berliner ISTAF, das am 1. September im Olympiastadion stattfindet. „Darauf werde ich mich jetzt intensiv vorbereiten. Ich brauche einfach regelmäßig ordentliche Sprünge auf hohem Niveau“, unterstreicht Eckhardt. Wenn das gelingt, scheint der Traum von Doha noch realisierbar.

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