Auf einmal war die HSG Stedingen verschwunden

Lediglich die Staffel gewechselt

Das Team von Trainer Hauke Dierks hat sich mit der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg II zusammengeschlossen und geht in der kommenden Saison in der Landesklasse Weser-Ems an den Start.
18.08.2017, 16:44
Lesedauer: 3 Min
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Von Olaf Kowalzik

Stedingen. Auf einmal war die HSG Stedingen verschwunden! Die Handball-Interessierten, die sich im Internet vor Kurzem den Spielplan der Landesklasse Männer Elbe-Weser angeschaut hatten, waren verwirrt. Dort wurden die „Gladiators“ als zurückgezogen vermeldet und mittlerweile sogar durch die eigentlich abgestiegene HSG Bruchhausen-Vilsen ersetzt.

Ohne weiteren Hinweis auf den Verbleib der HSG Stedingen. Ganz von der Bildfläche verschwunden, wie einige dadurch vermuteten, ist der Klub aus der Wesermarsch jedoch nicht: Er hat lediglich die Staffel gewechselt und tritt dort in einem neuen Gewand auf. Das Team von Trainer Hauke Dierks hat sich mit der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg II zusammengeschlossen und geht in der kommenden Saison in der Landesklasse Weser-Ems an den Start.

„Die Bookholzberger waren zum Start unserer Saisonvorbereitung an uns herangetreten und hatten gefragt, ob wir als ein gemeinsames Team starten wollen“, klärt Hauke Dierks, zugleich Pressewart seines Vereins, auf. Der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg II stand nämlich bis dahin nur noch ein Kader von vier bis fünf Spielern zur Verfügung, und auch die HSG Stedingen selbst hätte noch den ein oder anderen zusätzlichen Mitspieler ganz gut vertragen können.

Ganz abgesehen davon, dass den „Gladiators“ mittelfristig eine Blutauffrischung gut zu Gesicht stehen würde, was bei ihnen mangels Unterbau aber nicht ohne größeren Aufwand, sondern nur über den Weg von Spieler-Neuakquisen möglich wäre. Da kam es der Bookholzberger Offerte zugute, dass beide Klubs schon in der vergangenen Saison gemeinsame Erfahrungen in der Zusammenarbeit sammeln konnten, da sie im Nachwuchsbereich einige Jugendspielgemeinschaften ins Rennen geschickt hatten. Insofern war es auch kein unmoralisches Angebot, das den Stedingern auf den Tisch geflattert war. Also steckten die Spieler schnell ihre Köpfe zusammen und fällten flott ihre Entscheidung: „Ja, wir wollen!“, lautete das einhellige Urteil. Inzwischen ­haben sich die Spieler beider Vereine ­beschnuppert „und passen alle richtig gut zusammen“, wie der Stedinger Mittelangreifer Bastian Friese am Rande eines Testspiels gegen die Bundesliga-A-Jugend der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg bestätigte.

Damit kann im Training zugleich die Kluft zwischen den älteren und den jüngeren Spielern überwunden werden, die teilweise unterschiedlicher Auffassung hinsichtlich der Trainingsintensität waren. „Die einen wollten eben etwas mehr, die anderen lieber etwas weniger“, klärte Hauke Dierks auf. Was zum Teil auch an der beruflichen Beanspruchung der Akteure lag. Auch die Zahl der Spieler, mit denen Hauke Dierks nun beim Training arbeiten kann, hat sich erhöht, was sich positiv auf den Übungsbetrieb auswirkt.

Die Frage, unter welcher Vereinsflagge die Mannschaft spielen soll, war ebenfalls schnell geklärt, denn durch die Eingliederung in die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg verfügen die erwachsenen Spieler auch gleich über den entsprechenden Unterbau im Herren- und dem Jugendbereich.

„Die Spieler, die später gerne etwas weniger machen wollen, können in der dritten Mannschaft weiter spielen. Diese hätten sonst aufgehört“, betont Hauke Dierks. Umgekehrt bekommen aber auch diejenigen hungrigen Akteure, die noch mehr erreichen wollen, die Chance, sich für die erste Mannschaft der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg zu empfehlen.

„Das ist für beide Vereine eine Win-Win-Situation“, meint Detlef Krix, der zweite Vorsitzende der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg. Hauke Dierks nickt zustimmend dazu. Um die Identität der beiden Klubs zu wahren, sollen die Heimspiele auch je zur Hälfte in den gewohnten Hallen stattfinden.

Inwieweit die Männer der HSG Stedingen 2016 letztlich dauerhaft in der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg aufgehen werden, konnte Hauke Dierks nicht beantworten. „Das wird die Zukunft zeigen“, wollte er keine Kaffeesatzleserei betreiben.

Fakt ist aber auch, dass die am 19. April 1994 aus dem TuS Warfleth, dem VSK Bardewisch und ein Jahr später auch noch dem TV Altenesch hervorgegangene HSG Stedingen wohl in der untersten Klasse einen Neuanfang machen müsste, wenn sie sich wieder von der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg II trennen würde. In der Spitze ihrer Blütezeit hatte die HSG Stedingen 2013 in zwei Entscheidungsspielen gegen TuS Marienhafe an die Tür zur Oberliga Nordsee geklopft.

Eine schlechte Nachricht gibt es dagegen von der Frauenmannschaft der HSG Stedingen. Sie musste mangels Spielerinnen endgültig aus der Bremenliga zurückgezogen werden. Über weitere Damenmannschaften verfügt der Klub aus der Wesermarsch nicht. Damit gehen als HSG Stedingen 2016 nur noch die weibliche B-Jugend (Regionsoberliga), die männliche C-Jugend (Bremenliga) und die männliche E-Jugend (Vorrunde A) an den Start.

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