Unsere Talente: Der Basketballer Sebo Taute spielt für die Bundesliga-Junioren der Eisbären Bremerhaven Leidenschaftlicher Spätzünder

Brinkum. Die Sonne senkt sich langsam über Brinkum, aber trotzdem tummeln sich noch zahlreiche Menschen auf dem Gelände der KGS: Die einen sitzen auf den Holzbänken und genießen das spätsommerliche Wetter. Andere wiederum nutzen die angenehmen Temperaturen, um sich auf der Sportanlage zu betätigen.
10.09.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Nico Nadig

Brinkum. Die Sonne senkt sich langsam über Brinkum, aber trotzdem tummeln sich noch zahlreiche Menschen auf dem Gelände der KGS: Die einen sitzen auf den Holzbänken und genießen das spätsommerliche Wetter. Andere wiederum nutzen die angenehmen Temperaturen, um sich auf der Sportanlage zu betätigen. So auch der 15-jährige Sebo Taute, der gemeinsam mit seinem Vater Uwe Taute auf dem Streetcourt Basketball spielt. „Früher haben wir hier noch nahezu täglich Körbe geworfen, mittlerweile geht das aber nicht mehr so oft“, erzählt der Gymnasiast. Der Grund dafür: Seitdem es Sebo Taute in den 15-köpfigen Junioren-Bundesliga-Kader der Eisbären Bremerhaven geschafft hat, geht er vier Mal in der Woche zum Training und hat zudem am Wochenende noch Spiele. „Das macht mir aber nicht wirklich was aus, weil Basketball meine große Leidenschaft ist“, verkündet er.

Sebo Taute steht einige Meter vom Korb entfernt. Den dunkelorangen Ball dribbelt er immer wieder auf dem grünen Boden des Brinkumer Streetcourts. Plötzlich stoppt er ab, nimmt das Spielgerät hoch und geht leicht in die Knie. Sein rechtes Handgelenk knickt ab, der Ball fliegt in Richtung des Korbes und klatscht mit einem dumpfen Knall auf den metallischen Ring – den Weg durch das engmaschige Netz findet er aber nicht. „Ich habe einen schnellen Antritt, außerdem zählt der Korbleger zu meinen Stärken. Der Wurf ist hingegen meine große Schwäche“, gibt sich der Gymnasiast durchaus selbstkritisch.

Dabei hat Sebo Taute eine erstaunliche Entwicklung genommen: Das Basketballspielen begann er 2007 beim FTSV Jahn Brinkum. „Ich war mit meinem Vater schwimmen, als wir einen Freund von ihm getroffen haben. Beide haben früher zusammen gespielt, und dann kam den beiden die Idee, dass sie die Basketball-Jugendabteilung wieder aufbauen könnten“, erinnert sich Sebo Taute. Doch zu Beginn sorgte der 15-Jährige nicht wirklich für Furore im Umgang mit dem orangen Leder. Erst in den vergangenen zwei Jahren blühte er auf und machte fortwährend auf sich aufmerksam. „Sebo war sozusagen ein Spätzünder, aber dafür begeistert er jetzt mit seinen Leistungen. Ich bin erstaunt, wie er das alles unter einen Hut kriegt“, meint Uwe Taute, der seinen Sohn beim FTSV Jahn Brinkum trainierte.

Angesichts seiner enormen Leistungssteigerung versuchte der Schüler im vergangenen Jahr sein Glück bei den Bundesliga-Junioren der EWE Baskets Oldenburg. Jedoch scheiterte er in der zweiten Runde des Probetrainings – die Verantwortlichen beklagten die mangelnde Körperspannung bei ihm. Die Kritik tat seiner Motivation indes keinen Abbruch. Er nahm sich die Verbesserungsvorschläge zu Herzen und arbeitete hart an sich.

Daraufhin besuchte er in diesem Jahr erneut das Auswahlverfahren in Oldenburg sowie das der Eisbären Bremerhaven. „In Oldenburg war in der ersten Runde schon Schluss, dafür bin ich bei den Eisbären weitergekommen und habe es in den endgültigen Kader geschafft“, erzählt Sebo Taute freudestrahlend.

Das Abenteuer Junioren-Bundesliga betrachtet er als eine große Chance, um sein Können zu zeigen. Wenngleich er zugibt, dass er noch viel Luft nach oben habe und sich weiterentwickeln müsse. „Ich möchte es gerne in den Nachwuchskader schaffen, aber ich schätze meine Chance nicht besonders hoch ein, da die Anforderungen sehr hoch sind. Die Entscheidung dafür fällt in einem Jahr“, sagt Sebo Taute, der sich auf der Position des Power Forwards (großer Flügelspieler) am wohlsten fühlt. Auf selbiger reifte übrigens auch Dirk Nowitzki bei dem amerikanischen NBA-Klub Dallas Mavericks zum Weltstar. Der deutsche Basketballprofi gehört aber nicht unbedingt zu den Vorbildern des 15-jährigen Schülers. Sebo Taute schaut zu Spielern wie Michael Jordan oder LeBron James auf. „Bei denen kann man sich einiges abgucken, wobei das vielleicht zu hoch gegriffen ist. Deren Technik ist perfekt, daher ist es unmöglich, die beiden auch nur ansatzweise zu kopieren“, meint Sebo Taute.

Bislang verschwendet er keinen Gedanken an eine Profikarriere in Deutschland oder gar den USA. Für ihn sei zuallererst wichtig, einen Schritt nach dem anderen zu machen und dann zu sehen, wie weit er am Ende kommt. „Mein Fokus liegt nun auf der Nominierung für den Nachwuchskader der Eisbären Bremerhaven. Wenn es damit aber nicht klappen sollte, dann ist das auch in Ordnung. Basketball wird trotzdem meine große Leidenschaft bleiben“, versichert Sebo Taute.

„Für die Eisbären Bremerhaven zu spielen, ist eine einmalige Chance.“ Sebo Taute
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