Hausbesuch bei Trainer und Fußball-Manager Sascha Adler, der eine Tätigkeit im bezahlten Fußball anvisiert Leopardgecko ist der neueste Mitbewohner

Aumund. Nur allzu gerne hätte Sascha Adler eine Wand mit Natursteinen in seiner Wohnung. Da dies in der vom Trainer und Direktor Fußball des A-Kreisligisten SV Eintracht Aumund angemieteten Wohnung der Gewosie in der Straße Bramheide in Aumund nicht möglich ist, muss es auch eine Fototapete mit Steinen im Wohnzimmer tun.
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Von Karsten Hollmann

Aumund. Nur allzu gerne hätte Sascha Adler eine Wand mit Natursteinen in seiner Wohnung. Da dies in der vom Trainer und Direktor Fußball des A-Kreisligisten SV Eintracht Aumund angemieteten Wohnung der Gewosie in der Straße Bramheide in Aumund nicht möglich ist, muss es auch eine Fototapete mit Steinen im Wohnzimmer tun. Der frischgebackene Fußball-Manager bewohnt zusammen mit seiner Ehefrau Dana und dem zweijährigen Sohn Finn eine Wohnung im zweiten Stock mit einer Größe von 60 Quadratmetern.

Seit Finn auf der Welt ist, hält sich die wohlgenährte Hauskatze Sissi lieber auf dem Balkon auf. Dort bekommt sie ihre Streicheleinheiten von Sascha Adler. „Ich bin ein Naturmensch und gerne an der frischen Luft“, lässt der 27-Jährige wissen. Um sämtliche Pflanzen auf dem acht Quadratmeter großen Balkon kümmert sich auch Sascha Adler. „Das ist mein Reich. Ich habe auch den grünen Daumen und bereits früher an meinem Elternhaus mein eigenes Obst und Gemüse angebaut“, erzählt der Übungsleiter. Demnächst wird Adler wohl noch viel mehr Möglichkeiten bekommen, sich pflanzentechnisch auszutoben. „Wir wollen ein Haus in Leuchtenburg kaufen und befinden uns deshalb gerade in Finanzierungsgesprächen mit der Sparkasse“, verrät der Werder-Fan. Vielleicht schafft sich Sascha Adler dann auch noch mehr Reptilien an. Neben einer Bartagame (ein Schuppenkriechtier) namens Leo hält er sich neuerdings auch noch einen Leopardgecko. Dana Adler hat sich aber noch keinen Namen für den tierischen Nachwuchs ausgedacht.

Interessante Abschlussarbeit

Das Thema von Adlers Abschlussarbeit im Rahmen der Manager-Ausbildung dürfte allgemein von großem Interesse sein. Anhand des Beispiels von Werders Shooting-Star Ousman Manneh arbeitete der 27-Jährige detailliert heraus, ob es sich für einen Fußball-Verein in wirtschaftlicher Hinsicht lohnt, Flüchtlinge fußballerisch auszubilden. Im Falle des Blumenthaler SV und Ousman Manneh ist dies auf jeden Fall zu bejahen. Schließlich bescherte der Mann aus Gambia den Nordbremern durch seinen Wechsel zu Werder Bremen bekanntlich den Erlös aus einem Freundschaftsspiel gegen den Erstligisten. Zudem wird eine Ausbildungsentschädigung von etwa 40 000 Euro durch seine ersten Einsätze in der Bundesliga fällig. Entscheidend in einem Fall wie Manneh sei die erfolgreiche Integration in eine bereits bestehende Mannschaft. „Es bringt dagegen nichts, eine Mannschaft nur mit Flüchtlingen zu gründen“, versichert Adler.

Das Beispiel Manneh taugt für den jungen Coach auch für seine Arbeit auf dem Trainingsplatz: „Ich sage meinen Spielern, dass sie immer Gas geben sollten. Man weiß nie, wo einen der Weg noch hinführt.“ Sein Studium als Fußball-Manager schloss Adler mit einer Note von 2,7 ab. „Der Durchschnitt siegt immer“, lautet das Credo des Trainers. Bei der Übergabe seines Zertifikats am 11. November in Wolfsburg hofft Sascha Adler auf ein Gespräch mit dem Manager des VfL Wolfsburg, Klaus Allofs. Das langfristige Ziel von Adler sei es, einem Funktionär wie Allofs auf Augenhöhe zu begegnen. „Ich möchte einmal einen Fußball-Klub von der Regionalliga an aufwärts managen“, bestätigt der junge Familienvater. Er setzt darauf, dass die Profi-Klubs künftig nicht mehr in erster Linie auf ihre ehemaligen Spieler bauen. „Jetzt kommen wir als ausgebildete Manager. Ich hoffe deshalb, dass ein Umdenken in den Vereinen stattfindet“, erklärt Adler. Derzeit konzentriert dieser sich aber noch ganz auf den SV Eintracht Aumund. Sportlich läuft es in diesem Verein auch sehr gut. Die Nordbremer haben die Chance, wieder in die Bezirksliga zurückzukehren. „Wir wollen aber nicht mehr länger eine Fahrstuhl-Mannschaft zwischen den beiden Ligen sein“, betont der Coach. Er beabsichtige deshalb, eine stabile Bezirksliga-Formation zu formen.

Der Allrounder gründete die Firma „Sascha Adler Fußballmanagement“. „Für den 1. Januar des nächsten Jahres ist auch die Gründung einer Gesellschaft geplant“, so Adler. Vielleicht bilde er zusammen mit seiner Ehefrau eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Auf seiner Homepage rät er den Vereinen als Spezialist für Sport-Eventmanagement, Sport-Kommunikation und Imageprojekte im Sport von Trikotwerbung ab. Er empfiehlt vielmehr ein individuelles Marketingprojekt. Selbst kickte Sascha Adler bis in den Herrenbereich beim SV Eintracht Aumund. Als Spieler des Bezirksligisten Blumenthaler SV II brach ihm dann in der Saison 2008/2009 die Kniescheibe. „Danach bekam ich keinen Fuß mehr in den Fußballsport“, sagt Adler. Dafür begann er vor vier Jahren als Coach der E-Junioren des Blumenthaler SV eine Laufbahn als Übungsleiter. Unter anderem absolvierte er eine Ausbildung zum Inklusions-Trainer.

Drei Traumziele

Im Wohnzimmer von Sascha Adler deutet ein Bild eines Lavendelfeldes aus Frankreich auf bevorstehende Reisen hin. „Südfrankreich oder die Toskana sind schon Traumziele“, bestätigt der Familienvater. Außerdem wolle er als Fan der Herr-der-Ringe-Filme auch irgendwann mal nach Neuseeland fliegen. Dass Katze Sissi unübersehbare Kratzspuren am Sofa hinterlassen hat, stört Adler nicht: „Wir brauchen beim Umzug in unser Haus kein Möbellager, da wir ohnehin alles wegwerfen werden.“ In seinem künftigen Haus wolle er sich dann auch ein eigenes Arbeitszimmer mit vielen Fußball-Utensilien einrichten. Dann sollen auch Fan-Artikel von Werder Bremen ausgestellt werden. Bis dahin behilft sich Adler mit der grün-weißen Fußmatte vor der Tür. Zum Training des SV Eintracht Aumund geht Sascha Adler nur etwa zehn bis 15 Minuten zu Fuß. „Das brauche ich als Ausgleich für meine sitzende Tätigkeit“, erläutert der Trainer.

Draußen fühlt sich der Übungsleiter eben ohnehin am wohlsten. „Ich bin viel im Wald und in der Natur anzutreffen“, sagt der Hansestädter. Seine Naturverbundenheit gebe er auch an seinen Sohn Finn weiter. Dieser liebe zum Beispiel die Spielplätze im Rhododendronpark in Horn-Lehe, sagt Adler. Aber auch in Knoops Park in Burglesum fühlen sich die Adlers gut aufgehoben. Auch in der Küche seiner Wohnung hält sich Sascha Adler bereitwillig auf: „Ich koche sehr gerne, am liebsten Fisch und mediterrane Sachen.“ Er wollte deshalb auch mal Koch werden und habe im Restaurant „Zur Gläsernen Werft“ in Vegesack gearbeitet. „Aber ich hatte keine Lust, den ganzen Tag nur Fisch auszunehmen.“ Auch seinem Vater Rolf zuliebe, der Kaufmann bei einer großen Baufirma ist, studierte Sascha Adler sechs Semester Bauingenieurwesen. „Doch dann habe ich meine große Leidenschaft für den Fußball entdeckt“, so Adler.

Zur Person

Sascha Adler (27) ist seit Sommer dieses Jahres mit Dana Bockelmann verheiratet. Zusammen haben sie den Sohn Finn (2). Im Winter übernahm er das Traineramt beim damaligen Fußball-Bezirksligisten SV Eintracht Aumund und unterstützt seitdem den bisherigen Coach Joachim Burdorf. Gleichzeitig ist der Fußball-Manager als Direktor Fußball bei den Aumundern tätig. Seit sechs Jahren lebt Adler in einer Mietwohnung in Aumund. KH
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