Andree Bitterer pendelt ständig zwischen Jadebusen und Melchiorshausen Liebgewordene Routine-Touren

Melchiorshausen. Die Lage hat sich stabilisiert, weil das Mannschaftsgefüge deutlich stabiler geworden ist. Beim Fußball-Bremen-Ligisten TSV Melchiorshausen hat man offensichtlich aus der vergangenen Saison gelernt, als eine fatale Serie mit hohen Pleiten und haarsträubenden individuellen Fehlern fast in den Abstieg gemündet hätte. Es war kaum zu glauben, dass die ständig gebeutelten Melchiorshauser am Ende tatsächlich den Klassenerhalt bejubeln durften. Diesmal sind die Vorzeichen andere. Für die sinnvoll verstärkte Truppe geht es zwar erneut vor allem um den Ligaverbleib, doch die bisherigen Darbietungen lassen vermuten, dass es dafür keines Fußballwunders bedarf. Der TSV ist konkurrenzfähig geworden.
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Liebgewordene Routine-Touren
Von Jens Hoffmann

Melchiorshausen. Die Lage hat sich stabilisiert, weil das Mannschaftsgefüge deutlich stabiler geworden ist. Beim Fußball-Bremen-Ligisten TSV Melchiorshausen hat man offensichtlich aus der vergangenen Saison gelernt, als eine fatale Serie mit hohen Pleiten und haarsträubenden individuellen Fehlern fast in den Abstieg gemündet hätte. Es war kaum zu glauben, dass die ständig gebeutelten Melchiorshauser am Ende tatsächlich den Klassenerhalt bejubeln durften. Diesmal sind die Vorzeichen andere. Für die sinnvoll verstärkte Truppe geht es zwar erneut vor allem um den Ligaverbleib, doch die bisherigen Darbietungen lassen vermuten, dass es dafür keines Fußballwunders bedarf. Der TSV ist konkurrenzfähig geworden.

Für Co-Trainer Andree Bitterer, der noch in der vergangenen Spielzeit - ebenso wie Chefcoach Markus Hoßfeld - öfter als Aktiver aushelfen musste als ihm lieb war, hat der Aufschwung Gründe: '2009 haben uns viele Stammkräfte verlassen, das war in diesem Sommer nicht der Fall', erklärt er. Auf der anderen Seite hat es der TSV geschafft, Spieler der Marke 'echte Verstärkung' an Land zu ziehen. Auch das war zuletzt anders. Vor allem im Defensivbereich, lange Zeit eine echte Problemzone, wurde quantitativ und qualitativ aufgerüstet. Ein Zbigniew Byrger, Manoel Arnhold und Jan Wittenberg verfügen nicht nur über die nötige Erfahrung, sondern stehen noch voll im Saft. Sie verleihen einem Mannschaftsteil, der zuvor wiederholt bedenkliche Auflösungserscheinungen zeigte, die nötige Sicherheit. Das verraten die nackten Ergebnisse: Während Melchiorshausen in der vergangenen Serie immer wieder für erschreckend hohe Klatschen gut war, gab es bislang nur zwei heftigere Ausreißer

nach unten: ein 0:5 bei Werder III und ein 2:7 in Vegesack - beides Teams, mit denen sich der TSV bei aller Wertschätzung nicht messen kann.

Solide Entwicklung

Ansonsten agiert die Truppe viel zuverlässiger als in den vorherigen anderthalb Jahren. Natürlich: Ein zwölfter Tabellenplatz mit elf Punkten und 19:26 Toren nach zwölf Partien ist auf den ersten Blick bestenfalls durchschnittlich - wenn überhaupt. Zieht man aber die Leistungen der Melchiorshauser aus 2009/2010 zu Rate, ist eine positive Entwicklung nicht von der Hand zu weisen. Sie ist nicht überragend, eher solide, aber sie ist auch nicht wegzudiskutieren. Der TSV kommt mit kleinen Schritten voran. Das zeigt sich auch innerhalb der Mannschaft: Mittlerweile können Ausfälle deutlich besser kompensiert werden.

Wenn Jan Wittenberg, eigentlich als zentraler Defensivmann gesetzt, aus beruflichen Gründen passen muss, rückt Oliver Riekers von ganz vorne nach ganz hinten. Und: Es funktioniert. Der Stürmer kann auch als Libero Akzente setzen. Und ist er anschließend wieder als Angreifer gefragt, macht Riekers eben die Rolle rückwärts, so wie zuletzt beim 7:0 in Oberneuland, als er vier Mal traf.

Andree Bitterer verfolgt das alles mit Wohlwollen. Auch wenn?s schwer fällt. Der Schritt vom reinen Fußballer, zum Stand-by-Spieler zum Nur-noch-Co-Trainer sei kein einfacher gewesen, gibt er zu. 29 Jahre auf dem Feld - unter anderem beim SC Weyhe, Bremer SV, zwei Jahre in den USA und seit 2006 in Melchiorshausen - haben Spuren hinterlassen. Deshalb gilt: Ganz ohne Fußball? Geht nicht. Andree Bitterer lebt zwar 100 Kilometer entfernt am Jadebusen zwischen Wilhelmshaven und Varel - 'der Liebe wegen hat es mich dorthin verschlagen' -, aber die regelmäßigen Touren zum Arbeitsplatz nach Stuhr und zum Training nach Melchiorshausen stellten keine Belastung dar, versichert er. Vor allem jetzt nicht, wo eine gute Entwicklung erkennbar ist.

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