Schnelle Linkshänderin schießt die HF HUK mit 14 Treffern fast im Alleingang ab Lisa Rajes gnadenlos effektiv

Das war das Spiel der Lisa Rajes: Die schnelle Linkshänderin war mit 14 Treffern bei nur einem Fehlversuch die überragende Figur im Angriffsspiel des Nord-Drittligisten TV Oyten, der mit dem 44:30 (19:12) gegen die HF HUK einen Rückrundenstart nach Maß hinlegte.
16.01.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Michael Schön

Das war das Spiel der Lisa Rajes: Die schnelle Linkshänderin war mit 14 Treffern bei nur einem Fehlversuch die überragende Figur im Angriffsspiel des Nord-Drittligisten TV Oyten, der mit dem 44:30 (19:12) gegen die HF HUK einen Rückrundenstart nach Maß hinlegte.

Oyten. Der TV Oyten stabilisiert sich auf hohem Niveau. Mit dem gestrigen 44:30 gegen die HF HUK trat er erneut den Nachweis an, dass er hinter dem verlustpunktfreien Spitzenreiter BVB Füchse Berlin zu den Klassenbesten in der 3. Handball-Liga Nord der Frauen gehört.

TVO-Trainer Sebastian Kohls freute sich über den geglückten Rückrunden-Auftakt und sprach zu Recht von einem Start-Ziel-Sieg. Seine Mannschaft hatte den Gegner schon in der Anfangsphase beherrscht und war nach einem 5:1 auf 12:5 davongezogen. Die Gäste aus Henstedt-Ulzburg stellten keine echte Bedrohung mehr dar für den TV Oyten, dessen Spielanlage immer stärker vom Stempel Sebastian Kohls' geprägt wird. Es wird kompromisslos umgeschaltet, der Ball wird nach Inbesitznahme blitzschnell nach vorne gebracht und dann auch sicher verarbeitet. Auch im Abschluss bestach der TV Oyten gegen die als Tabellenneunte angereisten Gäste mit einer geradezu gnadenlosen Effektivität. Das galt vor allem für die wirkungsvollste Gegenstoßspielerin, Rechtsaußen Lisa Rajes. Die schnelle Linkshänderin erzielte 14 teilweise sehr spektakuläre Treffer, darunter auch eine prächtige Bogenlampe. Bereits neunmal war sie im ersten Durchgang erfolgreich, gegen dessen Ende sie auch ihren einzigen Fehlversuch

verzeichnete. Lisa Rajes leistete auch noch bei zwei Siebenmetern wesentliche Vorarbeit, gab entscheidende Pässe und traf keineswegs nur als Gegenstoß-Vollstreckerin, sondern auch vom rechten Flügel. "Das war sicherlich eine ihrer besten Saisonleistungen", freute sich Kohls über "Speedys" grandiosen Lauf, der nicht etwa vom Gegner, sondern durch den Oytener Trainer gestoppt wurde. Nach 45 Minuten wechselte er Katharina Kruse ein.

Lisa Rajes kehrte wenig später noch einmal aufs Spielfeld zurück, in der ungewohnten Rolle der rechten Rückraumkraft und als vorgezogene Spielerin der 5:1-Abwehr. Beides zielte auf die bevorstehende Phase nach dem vorläufigen Abschied von Kim Pleß und Ivonne Krängel, durch den zwei Arbeitsplätze im Rückraum frei werden. "Mit Anna-Lena Kruse haben wir neben Lisa noch eine weitere Alternative", schaute Kohls voraus. Die jüngere der Kruse-Schwestern war seine zentrale Rückraumspielerin, als er mit der weiblichen Jugend A des TV Oyten seine ersten ganz großen Erfolge feierte.

Sonderlob für Manuela Heise

Der TV Oyten konnte sich auf der Grundlage eines sehr komfortablen Vorsprunges leisten, das letzte Viertel der Spielzeit zu einer Experimentierphase zu machen. Miriam Thamm, Denise Engelke und Sarah Pomorski bildeten die finale, sehr junge Rückraumreihe, nachdem Lisa Rajes bereits angedeutet hatte, dass sie auch von der Fernwurfzone aus Torgefahr auszustrahlen vermag. Die bisher nur zum erweiterten Personalkreis gehörende Pomorski nutzte ihre Chance mit großer Entschlossenheit und Kaltblütigkeit. Ihr Treffer zum 41:24 wurde vom sachkundigen Publikum gebührend gefeiert.

Kohls erteilte auch seiner Torfrau Manuela Heise ein Sonderlob. Sie vereitelte etliche klare Einschussmöglichkeiten der Gäste aus Schleswig-Holstein und hatte keinen geringen Anteil am Erfolg der Oytener Konter-Attacken. Erst nach 53 Minuten räumte sie ihren Platz zwischen den Pfosten zugunsten Cora Schumachers.

Mit Genugtuung registrierte Kohls, dass sich seine Mannschaft gegen Henstedt-Ulzburg nicht die fast schon obligatorisch gewordenen "Auszeiten" nahm, sondern sehr konstant auf einem gehobenen Niveau spielte. Das wurde den Oytenerinnen sicherlich auch dadurch erleichtert, dass Henstedt-Ulzburg ihnen in fast allen Belangen unterlegen war und an diesem Tag mit Tina Pejic auch nur eine aus der Distanz wirklich gefährliche Torschützin aufbieten konnte. Kohls wollte das Ergebnis in seiner Deutlichkeit daher auch nicht überbewerten, wies aber darauf hin, "dass wir uns auch gegen Mannschaften dieses Formats schon sehr schwer getan haben".

Andererseits kann der Oytener Abwehrarbeit bei immerhin 30 Gegentoren in eigener Halle kein uneingeschränktes Lob zugewiesen werden. Es gelang dem Gegner immer wieder, Schwächen in der Oytener Abwehrmitte aufzudecken. "Wir wollten mit einem konsequenten 6:0 decken, haben es dabei aber versäumt, auch die entscheidenden Schritte nach vorne zu gehen", gab Kohls zu. Abgesehen davon, dass Kreisläuferin Jana Kokot (Verletzung im Sprunggelenk) diesmal nur Teilzeitkraft war und auch als Abwehrspielerin häufig fehlte, wird der Trainer an seiner Defensive noch feilen müssen.

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