Bayern bezwingt Mainz nach Pausenrückstand vor allem dank Götzes Ideen noch 4:1

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Der FC Bayern hat durch ein 4:1 (0:1) gegen den FSV Mainz 05 die Tabellenführung in der Bundesliga zurückerobert. Vier Tage vor dem Gruppenspiel in der Champions League gegen Viktoria Pilsen benötigte die Mannschaft von Pep Guardiola allerdings eine 45-minütige Anlaufzeit und die Passgeber-Qualitäten des eingewechselten Mario Götze, ehe sie den standesgemäßen Sieg herausschoss.
20.10.2013, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Maik Rosner

Der FC Bayern hat durch ein 4:1 (0:1) gegen den FSV Mainz 05 die Tabellenführung in der Bundesliga zurückerobert. Vier Tage vor dem Gruppenspiel in der Champions League gegen Viktoria Pilsen benötigte die Mannschaft von Pep Guardiola allerdings eine 45-minütige Anlaufzeit und die Passgeber-Qualitäten des eingewechselten Mario Götze, ehe sie den standesgemäßen Sieg herausschoss.

Nach dem Rückstand durch Shawn Parker (44.) erzielten Thomas Müller (52. und 82./Elfmeter), Arjen Robben (50.) und Mario Mandzukic (69.) die Münchner Tore. Später stand Thomas Tuchel vor den Mikrofonen und verstand die Welt nicht mehr. Was in der zweiten Halbzeit schiefgelaufen sei, war er gerade gefragt worden. „Ihr seid schon lustig“, sagte der Mainzer Trainer, „wir fahren hier mit dem VW Käfer, Baujahr 1970, gegen einen Ferrari, und ihr fragt, wieso bist du nicht vor Vettel ins Ziel gekommen.“ Der Normalzustand sei das Ergebnis, „da ist nichts schiefgelaufen“, befand Tuchel, er sei „sehr, sehr einverstanden“ mit dem, was seine Mannschaft abgeliefert habe, „das war top“.

Sein Kollege Guardiola kam zumindest bei der Beurteilung der ersten Halbzeit zu einem gegenteiligen Ergebnis bei seiner Mannschaft, denn das Spiel hatte lange Zeit nicht die Konturen angenommen, die der Münchner Trainer gefordert hatte. Nach zuletzt imponierenden Auftritten nun auch zu Hause zu überzeugen, war ja die Maßgabe des Katalanen gewesen. Doch nun musste er viele Fehlpässe, versiegende Angriffszüge und eine Elf beobachten, die zwar gewohnt häufig den Ball hatte, mit diesem aber wenig anzufangen wusste. Sogar einfache Dinge missglückten.

Herauskam ein Halbzeitergebnis, das für den FC Bayern mindestens so ungewohnt war wie die Chancenbilanz. 0:1 und 0:1 las sich das jeweils. Weil Jérôme Boateng einen weiten Pass von Julian Baumgartlinger unterschätzte und ein Luftloch schlug, durfte Parker frei aufs Tor zulaufen, Manuel Neuer umkurven und mit der ersten echten Chance des Spiels zum 0:1 einschieben. Mildernde Umstände konnte Boateng nur bedingt geltend machen, wenngleich sich Dante kurz vor dem Gegentor mit einer Risswunde am linken Sprunggelenk auswechseln lassen musste und David Alaba dafür zunächst neben Boateng in die Abwehrzentrale gerückt war. „Wir haben uns in der ersten Hälfte sehr, sehr schwergetan“, gab Philipp Lahm zu.

Erst nach dem Seitenwechsel entwickelte sich die Partie erwartungsgemäß, maßgeblichen Anteil daran hatte der für Rafinha eingewechselte Götze. Zunächst steckte er nach einem Zuspiel von Toni Kroos auf Robben durch, der mit links zum Ausgleich einschob. Zwei Minuten später leitete Götze mit einem Direktpass auf Robben das 2:1 ein, der Müller ebenfalls direkt bediente. Schließlich brauchte Mandzukic nur einschieben, nachdem Götze von rechts hereingegeben hatte. „Er kommt langsam in seinen Rhythmus“, lobte Robben den zuletzt lange maladen Kollegen, der bereits im Länderspiel in Schweden in der zweiten Halbzeit überzeugt hatte.

Die Mainzer hätten allerdings zwischen dem zweiten und dritten Münchner Treffer durchaus zum Ausgleich kommen können, denn Guardiolas Team erlaubte sich nach dem Zwischenspurt wieder eine Phase der Laxheit. Nicolai Müller, zweimal Eric Maxim Choupo-Moting und Christoph Moritz hatten binnen drei Minuten gleich viermal das 2:2 auf Kopf und Fuß, scheiterten aber jeweils an Neuer oder mangelnder Präzision. Bayerns Müller sorgte per Foulelfmeter nach Nikolce Noveskis leichtem Schubser gegen Bastian Schweinsteiger endgültig für klare Verhältnisse.

Tuchel griff noch einmal zu einem Vergleich mit dem Motorsport: „Wenn du in den Käfer steigst, solltest du nicht davon ausgehen, dass du die Formel 1 gewinnst.“

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