Badens Regionalliga-Volleyballer lassen sich auch von einer 30 Minuten lang heulenden Sirene nicht stoppen – 3:0 Mächtig Alarm

Baden.Die Badener Lahofhalle hat schon einiges erlebt, einige kuriose Szenen haben sich in ihrem Inneren abgespielt. Am Sonntagnachmittag kam ein neues Kapitel hinzu.
07.03.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Mächtig Alarm
Von Malte Bürger

Die Badener Lahofhalle hat schon einiges erlebt, einige kuriose Szenen haben sich in ihrem Inneren abgespielt. Am Sonntagnachmittag kam ein neues Kapitel hinzu. Während der Partie der Regionalliga-Volleyballer des TV Baden gegen den MTV 48 Hildesheim heulte plötzlich der Feueralarm auf. Die Sirene war versehentlich ausgelöst worden – ließ sich allerdings nicht ganz so problemlos wieder abstellen. Die Partie wurde für eine Dreiviertelstunde unterbrochen, am Ende siegten die Gastgeber trotzdem deutlich mit 3:0 und haben den Relegationsplatz sicher.

Die Geschichte des ersten Durchgangs ist schnell erzählt. Wie schon häufiger in dieser Saison verschliefen die Badener den Auftakt, zwischenzeitlich lagen sie mit sechs Punkten zurück. Es folgte eine Aufholjagd, beim 26:25 glückte erstmals die Führung. Wenig später besiegte ein Ass von Ole Seuberlich den 28:26-Satzgewinn. Im zweiten Durchgang stand es dann 13:15 aus Sicht der Hausherren, ehe es kurios wurde. Plötzlich war der Feueralarm zu hören, viele der rund 200 Zuschauer verzogen aufgrund des nervtötenden Tons das Gesicht. Das war um 16.43 Uhr. In den Folgeminuten wurde viel gelaufen, Türen geöffnet, Schränke durchstöbert, Knöpfe gedrückt. Doch nichts half. Auch Bürgermeister Rainer Ditzfeld weilte unter den Besuchern und versuchte ebenfalls zu helfen. „Es gibt hier in der Halle keine Brandmeldeanlage, weshalb der Alarm nicht in der Leitstelle angekommen ist“, sagte er auf Nachfrage. „Wir haben jetzt aber mit der Feuerwehr telefoniert, sie ist unterwegs.“ Als gegen 16.59 Uhr einer der Brandschützer durch die Halle eilte, brandete Applaus auf. Es vergingen allerdings weitere 15 Minuten, ehe die Sirene abgeschaltet werden konnte. „Jemand hat einen Taster eingedrückt oder sich versehentlich dagegengelehnt“, sagte Rainer Ditzfeld. „Das kann aber eben nur von der Feuerwehr behoben werden, deshalb der ganze Aufwand.“

Nach einer kleineren erneuten Aufwärmphase wurde die Partie schließlich um 17.25 Uhr fortgesetzt. Die Unparteiischen hatten zur Behebung des Problems zuvor eine Unterbrechung bis 18 Uhr genehmigt, laut Badens Trainer Peter-Michael Sagajewski sei im Regelwerk für solch einen Fall sogar eine bis zu vierstündige Pause möglich. Diese Zeit wurde jedoch nicht benötigt, auch ein Großteil des Publikums hatte sich durch den permanenten, lautstarken Heulton nicht aus der Halle vertreiben lassen und feuerte die Teams weiter an. „Letztlich kann man sagen, dass wir deutlich besser aus dieser Pause gekommen sind“, meinte Peter-Michael Sagajewski später. Ein wuchtiger Angriffsschlag durch das Zentrum läutete die Wende in diesem Durchgang ein, beim 19:18 führte der TVB wieder. Und er brachte den Abschnitt dann auch sicher nach Hause, erneut durfte Ole Seuberlich den letzten Punkt machen (25:23). Gerade einmal sieben Minuten nach der Wiederaufnahme der Partie waren da vergangen.

Im dritten Satz wurde es dann sogar deutlich, die Gastgeber führten die Hildesheimer in einigen Momenten sogar ein wenig vor. Der MTV hatte bekanntlich das Problem, dass sich der etatmäßige Zuspieler Edin Mehic kürzlich einen Wadenbeinbruch zugezogen hat. Für ihn rückte kurzfristig der vertragslose sportliche Leiter des Zweitligisten TSV Giesen, Sascha Kucera, ins Team. Dem Routinier mit höherklassiger Erfahrung fehlte in einigen Momenten allerdings verständlicherweise noch die Abstimmung mit seinen neuen Kollegen. Zwar waren die Badener auch dieses Mal wieder in Rückstand geraten (2:5), doch eine eigene Führung gelang dieses Mal schneller (8:7). Von diesem Moment an zog das Heimteam davon, um die Gefühlslage war es endgültig bestens bestellt, als mit Canh Han Huynh ausgerechnet ein Badener Zuspieler per Schmetterball erfolgreich war (13:8). Schließlich gewann der Tabellenzweite den Satz mit 25:18.

„Wir haben am Ende viel richtig gemacht, ein Gegner wie Hildesheim knickt schließlich nicht einfach ein“, sagte Peter-Michael Sagajewski. „Der Relegationsplatz ist jetzt sicher. Nun müssen wir abwarten, was er letztlich wert ist, falls die beiden Extra-Partien tatsächlich gewonnen werden. Das hängt vor allem mit den Lizenzen und daraus resultierenden Abstiegen aus den drei oberen Ligen zusammen.“ Sollte allerdings am letzten Spieltag bei Bremen 1860 gewonnen werden, während Tabellenführer Lüneburg gegen Hildesheim verliert, gäbe es neben dem Titel sogar noch den direkten Aufstieg in Liga drei.

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