Schalke Magaths Meisterstück? - oder neue Bayern-Attacke

München. Vor 25 Jahren standen sich Bayern-Trainer Louis van Gaal und Schalke-Coach Felix Magath schon einmal in einem K.o.-Spiel gegenüber. Damals, im September 1985, ging es nicht wie beim Gipfel in Gelsenkirchen um die deutsche Meisterschaft, sondern um das Weiterkommen im UEFA-Pokal.
02.04.2010, 15:30
Lesedauer: 3 Min
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München. Vor 25 Jahren standen sich Bayern-Trainer Louis van Gaal und Schalke-Coach Felix Magath schon einmal in einem K.o.-Spiel gegenüber. Damals, im September 1985, ging es nicht wie beim Gipfel in Gelsenkirchen um die deutsche Meisterschaft, sondern um das Weiterkommen im UEFA-Pokal.

«Das war eine unglaubliche Geschichte für uns, dass wir mit Sparta Rotterdam so eine große Mannschaft wie Hamburg mit Spielern wie Magath aber auch Manfred Kaltz geschlagen haben», erinnerte sich van Gaal. Seinerzeit traf er als Kapitän im Elfmeterschießen «oben in die Kreuzung», wie der Niederländer fast schon vergnügt erzählte. «Aber ich denke nicht, dass diese alten Männer am Samstag spielen.»

Franck Ribéry & Co. gegen die Schalker Defensive mit Tor-Garant Kevin Kuranyi lauten stattdessen die Gegner in der gehypten Partie, vor der sich Meistermacher Magath anders als sein Kollege «an den Spieler van Gaal gar nicht mehr erinnern» konnte. «Aber als Trainer ist er ein Top-Mann, der seine Linie konsequent verfolgt. Solche Leute haben immer Erfolg», sagte der ehemalige Münchner Coach. Nur am Samstag nicht. «Ich bin sogar überzeugt, dass wir dieses Spiel gewinnen können.» Ein Sieg der Schalker würde ihnen in der Tabelle einen Fünf-Punkte-Vorsprung auf den Fußball-Rekordmeister bescheren - und wohl die Vorentscheidung im Titelkampf bedeuten.

Zwar seien auch dann die Titelchancen nicht dahin, rechnete van Gaal bei möglichen 15 Punkten in den fünf ausbleibenden Spielen vor. Aber dennoch ist die Partie wieder eine von den Begegnungen, die er gerne in die holländische Kategorie «Tod oder Gladiolen» einstuft. «Das Pokalspiel war ein Spiel um den Tod oder die Gladiolen und so wird das wieder», sagte der Niederländer voller Zuversicht. «Wir haben bis jetzt noch jedes Spiel mit der Regel, der Tod oder die Gladiolen, gewonnen.» Oder zumindest erfolgreich bestanden: Ob beim 1:0 im DFB-Pokal-Halbfinale über die Gelsenkirchener oder in der Champions League gegen Turin, Florenz oder Manchester - die Münchner erreichten immer gute Ergebnisse. «Das ist auch ein Kennzeichen einer Spitzenmannschaft.»

Van Gaal mag diese Alles-oder-Nichts-Spiele und fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem 5:1 seiner Wolfsburger über die damals gedemütigten Münchner war auch Magath vor dem Liga-Knaller voll in seinem Element. Einen süffisanten Kommentar darüber, dass sich der Bayern-Vorstand mit seiner Beschwerde über die grün-braune Schalker Wiese an Öffentlichkeit und Deutsche Fußball Liga gewandt hatte, konnte sich der 55-Jährige natürlich nicht verkneifen. «Ich weiß nur, dass die Bayern hier gewonnen und daheim gegen Stuttgart verloren haben. Welche Schlussfolgerungen daraus zu ziehen sind, überlasse ich dem Vorstand des FC Bayern», stichelte Magath.

Die Münchner, zuletzt in der Liga gegen Stuttgart und Frankfurt zweimal unterlegen, mussten sich in der zweiten Wochenhälfte vom kräftezehrenden 2:1-Erfolg in der Champions League über ManU erholen, die Schalker sich den schweren Medizinbällen zuwenden. «Es war mal wieder Zeit, sich mit den großen Bällen zu beschäftigen», berichtete Magath - der «Quälix» in ihm ließ wieder grüßen.

Personell sah es auf beiden Seiten vor dem Gipfel gut aus, in Schalke widmete sich Magath auch noch einmal dem Turbo-Torschützen Arjen Robben, der mit seinem Traumsolo den Pokal-K.o. der «Königsblauen» besiegelt hatte. «Wir freuen uns auf Arjen Robben, der mit 25 Millionen Ablöse noch verhältnismäßig preiswert war», erklärte der frühere Münchner Coach. «Wir verfügen nicht über Spieler mit dieser individuellen Klasse, sondern haben unseren Mannschaftsgeist. Wir haben uns über die ganze Saison die Erfolge erarbeitet und werden auch am Samstag kampfbetont in die Partie gehen. Mal sehen, was die große Bayern-Mannschaft dagegenzuhalten hat.» Sätze wie diese sind es, die den Münchnern noch einmal vor Augen führen, welche Sprüche Magath erst machen wird, wenn er den Bayern erneut ein Schnippchen schlagen würde. (dpa)

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