Mit Trainer Geoff Ward zum Titel Mannheimer Glücksgriff

Mannheim. Wenn man Augenzeugen aus dem Lager der Adler Mannheim glauben darf, empfingen am Donnerstagmorgen um 3.10 Uhr rund 1500 Eishockey-Begeisterte ihre Helden an der SAP-Arena.
24.04.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Tobias Schächter

Wenn man Augenzeugen aus dem Lager der Adler Mannheim glauben darf, empfingen am Donnerstagmorgen um 3.10 Uhr rund 1500 Eishockey-Begeisterte ihre Helden an der SAP-Arena. Stunden zuvor hatten die Adler 3:1 beim ERC Ingolstadt gesiegt und den entscheidenden vierten Sieg der Best-of-Seven-Finalserie errungen – acht Jahre mussten die Fans auf diesen siebten Titel der Vereinsgeschichte warten, da tut man schon einmal, was man sonst nicht tut zwischen drei und vier Uhr morgens. Am Donnerstagmittag durfte dann ganz „Monnem“ seine Meister feiern: Nach dem Empfang im Rathaus wurden die Cracks mit der Trophäe in offenen Autos durch die Stadt kutschiert.

Wenn der Titel „Comeback-Meister“ auf eine Mannschaft zutrifft, dann auf diese Mannheimer Meistergeneration 2015. Souverän dominierten diese die Hauptrunde, und in den Play-offs wurden sie nach Rückschlägen immer nur besser. Als wollten sie einen Witz machen, lagen die Adler im Halbfinale drei Mal gegen Wolfsburg mit 0:3 zurück – und gewannen dennoch immer. Und als sie im dritten Spiel des Finales von Ingolstadt mit 1:6 aus der eigenen Halle geprügelt wurden, schien nicht nur der Heimvorteil verloren. Doch danach folgten nur noch Siege. Adler-Geschäftsführer Daniel Hopp findet: „Der unbändige Siegeswille kommt nicht von ungefähr.“

Der Sohn des SAP-Mitgründers Dietmar Hopp war Fan des damaligen Mannheimer ERC und überredete seinen Vater einst, den klammen Klub vor dem Aus zu retten. Als erster Fan und Funktionär der Adler musste Hopp junior aber zuletzt manche Enttäuschung verkraften: Die Art und Weise wie die Adler in den beiden Jahren zuvor jeweils schon im Viertelfinale der Play-offs ausgeschieden waren, enttäuschte Fans und Vereinsführung tief.

Mit dem neuen Trainer Geoff Ward, 52, gelang ein Glücksgriff. Ward ist ein moderner Head Coach, der mit zwei Assistenten sowie der Auszeichnung gekommen ist, 2011 den Stanley-Cup, die wichtigste Trophäe im Eishockey, als Assistenztrainer der Boston Bruins gewonnen zu haben. „Man merkt, dass diese Jungs einen anderen Background haben. Früher haben wir uns bei Videoanalysen zum Gegner den Hintern abgesessen – Geoff und sein Team aber bringen alles auf den Punkt“, erzählt Flügelflitzer Ronny Arendt.

Mannheim galt lange Jahre als Eishockey-Standort, an dem die Profis gut verdienen und leben können – oft aber fehlte in den entscheidenden Momenten auf dem Eis der letzte Biss. Das ist in dieser Saison anders, auch weil bei der Besetzung der Ausländerpositionen alles passte: An der Seite der ehemaligen NHL-Profis Glen Metropolit und Jamie Tardif gelang vielen jungen Spielern eine Leistungssteigerung.

In Mannheim träumen viele nun vom Beginn einer neuen Ära – Trainer Ward besitzt einen Dreijahresvertrag. „In einem Monat beginnen wir in Mannheim das Projekt Titelverteidigung“, sagt er. Zuvor aber wartet eine andere Aufgabe auf den „DEL-Trainer des Jahres“: Wie am Donnerstag offiziell bestätigt wurde, assistiert Ward im Mai während WM in Tschechien dem deutschen Nationalcoach Pat Cortina.

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