TuS Heidkrug Mannschaft bekommt ihren Wunschtrainer

Delmenhorst. Nach unruhigen Wochen will sich der Fußball-Kreisligist TuS Heidkrug in Zukunft wieder als Einheit präsentieren und setzt dabei auf den neuen Trainer Holger Weber.
03.07.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Mareike Scheer

Delmenhorst. Nach dem geplatzten Bezirksliga-Aufstieg und der Entlassung von Trainer Matthias Trätmar herrschten in den vergangenen Wochen wieder einmal unruhige Zeiten beim Fußball-Kreisligisten TuS Heidkrug. Damit soll jetzt Schluss sein, zumindest wenn es nach dem neuen Trainer Holger Weber geht.

Der 54-Jährige zeigte sich bei seiner Vorstellung am Montagabend überzeugt davon, dass er mit der Mannschaft in Ruhe arbeiten kann. Er kenne die Spieler schließlich sehr gut, betonte Weber. "Einigen von ihnen habe ich bereits in der F-Jugend die Schuhe zugebunden."

Weber hält dem Verein vom Bürgerkampweg schon 46 Jahre lang die Treue, lief als Aktiver für den Klub auf und hat in der Vergangenheit zahlreiche Jugendmannschaften betreut. Kapitän Selim Karaca berichtete, dass die Mannschaft ihren Wunschkandidaten Weber dem Vorstand vorgeschlagen habe. Der neue Mann übernimmt den Chefposten mit drei Jahren Verspätung. Bereits im Juli 2010 sollte er nach seiner Zeit als Assistent von Thomas Meyer Heidkruger Trainer werden, doch wegen Problemen mit dem damaligen Vorstand entschied sich Weber dagegen. Daran verschwendet der 54-Jährige inzwischen keinen Gedanken mehr. "Ich bin schon so lange im Verein, habe viele Höhen und Tiefen miterlebt. Jetzt ist es Zeit, etwas zurückzugeben, und sportlich ist die Aufgabe reizvoll", unterstrich Weber.

Seine letzte Station war der VfL Stenum, bei dem er von Juli bis November 2010 als Co-Trainer tätig war. Als Chefcoach fungierte damals kurioserweise Matthias Trätmar, der kürzlich auf Wunsch der Heidkruger Mannschaft seinen Hut nehmen musste. Angst, dass ihn das gleiche Schicksal ereilen könnte, hat Holger Weber nicht. Er arbeite anders als Trätmar. "Jeder hat seine eigene Philosophie und Trainingslehre." Zu Trätmar pflege er aber ein freundschaftliches Verhältnis. "Wir haben uns schon ausgetauscht", berichtete Weber. Der neue Heidkruger Coach räumte auch ein, dass sein Vorgänger durch die errungene Kreisliga-Vizemeisterschaft die Messlatte hoch gelegt habe. "Das wird schwer zu wiederholen sein", sagte Weber, der kein Saisonziel ausgeben wollte. Die Vorsitzende Marion Grotheer warnte zudem vor überzogenen Erwartungen: "Wir sind ein Stadtteilverein aus dem Osten, mehr wollen wir auch nicht sein."

Selim Karaca gab sich da schon etwas kämpferischer: "Wir müssen uns an der Vorsaison messen lassen. Uns bleibt nichts anderes übrig." Coach Weber will die Heidkruger mit einer hohen Trainingsintensität zum Erfolg führen. Den Schwerpunkt setze er in den Übungseinheiten auf Spielformen. Zudem gelte es, durch Laufeinheiten die konditionellen Grundlagen zu schaffen. Unterstützt wird Holger Weber in seiner Arbeit von Betreuer Lars Weber, mit dem er weder verwandt noch verschwägert ist. "Er soll mir den Rücken freihalten, damit ich mich auf den Sport konzentrieren kann", erklärte der Coach, der erst einmal ohne Co-Trainer auskommen möchte. Wichtiger sei es, einen Spieler als verlängerten Arm auf dem Platz zu haben.

Abseits des Feldes hat in der Heidkruger Fußball-Abteilung weiterhin Christoph Ernst das Sagen. Auf Wunsch der Mannschaft macht der Obmann, der auch als 2.Vorsitzender fungiert, nun doch weiter. Ernst war von dem Amt zurückgetreten, weil er die Verantwortung für den Wechselfehler im Relegationsspiel gegen den SV Ofenerdiek übernommen hatte, der Heidkrug den Bezirksliga-Aufstieg kostete. "Jeder macht mal Fehler. Chris hat viel für den Verein getan. Er verdient es, dass wir hinter ihm stehen", betonte Karaca. Ernst hatte zunächst ausgeschlossen, dass er Abteilungsleiter bleibt, ließ sich von den Spielern aber zum Weitermachen überreden.

Gegen die Folgen des erwähnten Wechselfehlers kämpfen die Heidkruger noch vor dem Bezirkssportgericht. Am Freitag wird dort der Einspruch des Vereins gegen die Ausschreibung der Bezirksliga-Relegation verhandelt. Am Sonnabend geht es dann um den Protest gegen die Wertung des Ofenerdiek-Spiels und gegen die Relegationstabelle. "Wir mussten Einspruch einlegen, das ist unser gutes Recht", sagte Grotheer. Unabhängig von der Ligazugehörigkeit wollen alle Spieler bleiben. Auch für Trainer Weber ist der Ausgang der Gerichtsverhandlung nicht entscheidend. "Das hat für mich nie eine Rolle gespielt", sagte er. "Die Kreisliga hat ihren Reiz. Sie wird wesentlich stärker sein als im Vorjahr." Um sich auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten, bittet Holger Weber sein Team am Freitagabend zum ersten Training. Viel Zeit zum Kennenlernen muss er dabei nicht einplanen: Der neue Coach verfolgte in der abgelaufenen Saison die meisten Heidkruger Spiele, sein 27-jähriger Sohn Stefan gehört nämlich zum Kader der ersten Herren.

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