Fußball-Landesliga: Spieler der Woche Eike Dziuba vom SC Weyhe Matchwinner wider Willen

Weyhe. Mit seinem 4:3-Siegtreffer in der 89. Minute gegen den TSV Melchiorshausen sorgte Eike Dziuba für den krönenden Abschluss einer Aufholjagd. Der Mittelfeldakteur des SC Weyhe ist deshalb unser Spieler der Woche.
23.08.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Matchwinner wider Willen
Von Malte Bürger

Weyhe. Um ein Haar wäre die Überraschung ausgeblieben, die erfolgreiche Aufholjagd des SC Weyhe hätte ohne krönenden Abschluss auskommen müssen. 20 Minuten vor dem Schlusspfiff ging bei Eike Dziuba nämlich nichts mehr, entkräftet bat er seinen Trainer um eine Auswechslung. Doch Dirk Pistol verzichtete auf einen Spielertausch: "Ich habe ihn einfach nicht gelassen - der Rest ist bekannt", meint der Coach schmunzelnd. In der Tat: Dziuba bekam in der 89. Minute den Ball vor die Füße, entwischte seinem Gegenspieler und schoss zum 4:3-Siegtreffer seines SCW gegen den TSV Melchiorshausen ein. Der 21-jährige Mittelfeldakteur ist daher unser Spieler der Woche.

Lange Zeit hatte es sogar so ausgesehen, als hätte Eike Dziuba sein Landesliga-Debüt verschieben müssen. Die gesamte Woche vor der Partie in Melchiorshausen machte ihm eine Erkältung zu schaffen, an eine Trainingsteilnahme war nicht zu denken. "Ich war dann letztlich selbst überrascht, was ich noch alles aus mir rausgeholt habe", erklärt er. "Aber nach dem Anschlusstreffer zum 1:3 durch Tim Eichhorn hat die gesamte Mannschaft unheimlich gekämpft, die gesamte Bank hat uns permanent angefeuert - das hat mir dann auch noch einmal Auftrieb gegeben." Und so agierte Dziuba weiter kompromisslos, kämpfte im Mittelfeld um jeden Ball und ging auch die weiten Wege. Zur Belohnung durfte er bereits über seinen Treffer zum 2:3 jubeln.

Die Aufholjagd

"Dass wir tatsächlich noch einmal herankommen, habe ich nicht für möglich gehalten", gesteht der BSAG-Angestellte. "Ich habe in der Halbzeit schon den Kopf hängen lassen und gehofft, dass wir uns nicht abschlachten lassen." Doch plötzlich spielte sich die Mannschaft in einen Rausch, und obwohl sich die Akteure im von Grund auf neuen Kader mitunter erst wenige Wochen kennen, arbeitete jeder Einzelne auf dem Platz gleich für die eigenen Kollegen mit. "Das hat alles sehr schnell gepasst und sich wie bei einem Puzzle zusammengefügt", meint der 21-Jährige rückblickend. "Und an den Puzzleteilen, an denen es noch nicht so passt, wird jetzt noch etwas herumgefeilt."

Zittern mit dem Heimatverein

Dass Eike Dziuba in dieser Saison überhaupt für den SC Weyhe auflaufen würde, war vor einigen Monaten noch gar nicht abzusehen. Gemeinsam mit seinem Heimatverein, dem TuS Sudweyhe, befand sich Dziuba im Abstiegskampf der Bezirksliga Hannover - mit nicht allzu schlechten Chancen auf den Klassenerhalt. Doch es kam anders, in der Relegation folgte bekanntlich der endgültige K.O.. "Ich bin damit zunächst überhaupt nicht klargekommen", gesteht er. "Wenn man bedenkt, dass wir letztlich zehn Spiele Zeit hatten, um ein einziges, rettendes Tor zu schießen, ist das schon sehr bitter." Und mit dieser Rettung wäre dann auch das Thema eines Vereinswechsels vom Tisch gewesen. "Ich weiß hundertprozentig, dass neben mir auch alle anderen Spieler der Mannschaft in Sudweyhe geblieben wären." Kein Wunder also, dass Dziuba auch jetzt noch regelmäßig bei seinem Ex-Klub vorbeischaut und mitzittert. "Die momentane Entwicklung tut mir sehr weh, es ist halt mein Verein", betont er. "Aber bin ich fest davon überzeugt, dass die Mannschaft in der Kreisliga noch die Kurve kriegt."

Das komplett neue Team hat Dziuba gereizt

Auf einen Gang in eben jene Kreisliga hatten die meisten Akteure des TuS damals jedoch keine Lust und suchten nach neuen Perspektiven. Bei Eike Dziuba klopfte der SCW an, dessen Konzept ihn von Beginn an überzeugte. "Der Trainer ist sehr ehrgeizig hinterhergegangen und hat sich um mich bemüht. Das hat mir imponiert", erinnert er sich. "Und bei dem Gedanken daran, dass da ein komplett neues Team entsteht, war für mich klar, dass ich unbedingt dabei sein wollte."

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