Motocross auf dem Hillmannring

Matschrennen mit hitzigen Zweikämpfen

Zum Saisonfinale des Motocross-Niedersachsen-Cups auf dem Hillmannring gehen zwar deutlich weniger Teilnehmer an den Start als erhofft, spannende Rennen werden dennoch geboten.
09.10.2017, 16:13
Lesedauer: 2 Min
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Von Niklas Golitschek
Matschrennen mit hitzigen Zweikämpfen

Weicher Boden, tiefe Rillen: Die Motocross-Fahrer fuhren zum Saisonfinale auf dem Hillmannring bei schwierigen Bedingungen.

Udo Meissner

Osterholz. Heino Helms hat sein Versprechen gehalten: Das Saisonfinale des Motocross-Niedersachsen-Cups ist über die Bühne gegangen. Aber wäre es nicht das Abschlussrennen gewesen – der Gastgeber hätte es wohl abgesagt. Zu schwierig waren die Bedingungen auf dem Hillmannring in Osterholz nach den Regenfällen der vorherigen Tage.

Ganz nach Plan lief es dann auch nicht. Während im ersten der beiden Rennläufe noch alle Klassen starteten, passten die meisten Fahrer im Anschluss. Die Damen und Senioren zogen geschlossen zurück – auch, weil der Kampf um die vorderen Plätze inzwischen entschieden war. Für die Jugendlichen mit den schwächeren Motoren war die Strecke nicht zu befahren und ein zweiter Start deshalb zu gefährlich. Ohnehin war nicht einmal die Hälfte des Klassements angetreten. Nur in der MX1 und MX2 fand noch ein zweiter Lauf statt. „Wir haben das Rennen durchgezogen, jetzt geht nix mehr“, sagte ein resignierter Gastgeber, Heino Helms. Da sich auch bei der MX1 nur noch drei Fahrer die Blöße geben wollten, fuhren diese kurzerhand bei den MX2-Kollegen mit.

Die Königsklasse hatte es dann noch einmal in sich. Auf weichem, matschigem Boden mit teils tiefen Rillen waren die Fahrer zwar deutlich langsamer unterwegs. Dennoch schenkten sie sich nichts, kämpften um jeden Zentimeter und holten jeden möglichen Kilometer pro Stunde aus ihren Maschinen heraus. Am schnellsten war dabei Robin Birkenfeld unterwegs, der auch im ersten Lauf schon die beste Tagesform gezeigt hatte. Die 50 Punkte (368 gesamt) reichten aber nicht mehr ganz, um in der Gesamtwertung noch einmal nach oben zu klettern – Daniel Wewers kam mit seinem zweiten Platz auf insgesamt 369 Punkte und Gesamtrang zwei. Im Schlussspurt zog er noch an Roel van Ham vorbei und ergatterte damit die zwei so wichtigen zusätzlichen Zähler. Auf Platz vier landete diesmal Julian Hagemeier, der keinen optimalen Start erwischt hatte und das Feld von hinten aufrollen musste. Mit insgesamt 381 Punkten war ihm die Meisterschaft jedoch nicht mehr zu nehmen. „Das ist mein erster Meistertitel. Ich habe hart dafür gearbeitet und viel gemacht“, sagte der glückliche Gesamtsieger. Die matschige Strecke sei er mit viel Technik angegangen: „Da darf man nicht wild fahren, sondern muss konzentriert fahren.“

Nicht ganz so glücklich wirkte Lokalmatador Marcel Hilbig. Der Weyher fuhr in Osterholz zweimal auf Position fünf über die Ziellinie. Im Gesamtranking war der Abstand nach oben wie unten deutlich. „Als Nicht-Schlammfahrer war das heute schwierig“, schilderte Hilbig. Deswegen betrachte er das Ganze als Trainingseinheit und versuche, darauf aufzubauen – um für die Zukunft zu lernen. Für einen der angepeilten Podestplätze in der Saisonwertung hätte Hilbig aber bereits in den vorherigen Rennen besser abschneiden müssen. „Ich habe das Beste draus gemacht. Im kommenden Jahr versuche ich es noch einmal“, sagte der Weyher mit einem verschmitzten Lächeln.

Keinen weiteren Anlauf wird dagegen Hergen Mehrtens nehmen. Der Spartenleiter des Vereins für Motorsport gab bei der Siegerehrung seinen Rücktritt bekannt. „Ich bin seit 27 Jahren dabei und habe genug für den Sport getan. Da muss man auch mal von sich aus sagen, es war eine schöne Zeit“, erklärte er. Er werde zwar weiter als Rennleiter fungieren, wolle aber die Gesamtverantwortung abgeben.

Umso schöner war es für Mehrtens, dass vor seinem Abschied noch einmal ein Rennen stattgefunden hat. „Die Veranstalter haben hier Enormes geleistet, noch bis in die Morgenstunden das Wasser abgepumpt“, lobte er. Zwar sei er sehr unzufrieden mit dem Wetter in diesem Sommer gewesen, dafür könnten aber weder Fahrer noch Ausrichter etwas. Dennoch sei das eigentliche Ziel erreicht, „wenn es eine Meisterschaftsehrung, wenige Verletzte und Spaß am Hobby gibt“. Und das war am Hillmannring der Fall.

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