Rollstuhlrugby Mehr als nackte Ergebnisse

Die Achimer Heroes haben die Saison in der Regionalliga Nord-Ost mit ihrem Heimspieltag abgeschlossen. Und das äußerst erfolgreich, feierten sie doch drei Siege in vier Spielen.
28.05.2018, 16:25
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Mehr als nackte Ergebnisse
Von Patrick Hilmes

Achim. Viele würden eine Saison als verkorkst, als katastrophal bezeichnen, wenn erst am letzten Spieltag die ersten Saisonsiege eingetütet werden. Doch nicht so die Achimer Heroes. Bei den Rollstuhlrugbyspielern, die in der Regionalliga Nord-Ost antreten, geht es um mehr als nur die nackten Ergebnisse. Entwicklung, Gemeinschaft, Bewegung – das sind die Punkte, um die es vordergründig geht. Und ein bisschen dann doch auch um Resultate.

Denn so unwichtig Siege für die Achimer Heroes im sportlichen Sinne auch erscheinen – die Regionalliga ist die tiefste Klasse, ein Abstieg daher nicht möglich –, der Ehrgeiz ist wie bei allen Sportlern vorhanden. Und dieser wurde erstmals in der Saison nun am Heimspieltag, der zugleich auch der letzte Saisonspieltag war, mehr als befriedigt. Die Achimer durften gleich drei Siege bejubeln – es waren ihre ersten in dieser Spielzeit.

Fünf Mannschaften der Siebenerstaffel empfingen die Achimer Heroes in der barrierefreien Uphuser Sporthalle. Ein Spieltag wird beim Rollstuhlrugby über zwei Tage ausgetragen. An Tag eins traf die Mannschaft von Kai Schäfer – Spartenleiter, Trainer (zusammen mit Nacer Menezla) und Spieler in Personalunion – auf Rug’n Rolls Dresden und Thuringia Bulls Elxleben. Und es sollte ein perfekter Tag für die Gastgeber werden. Die Dresdner wurden deutlich mit 37:28 besiegt, Elxleben musste sich mit 25:29 geschlagen geben.

Auch an Tag zwei bestätigten die Achimer ihre ansteigende Form. Zwar musste zunächst eine 23:25-Pleite gegen den Tabellendritten, die Berlin Raptors, weggesteckt werden, doch anschließend folgte ein 31:30-Erfolg gegen Alstersport Hamburg. „Wir haben alles gegeben und das bei den hohen Temperaturen in der Halle. Toll war besonders auch der Sieg gegen Hamburg, da lagen wir die ganze Zeit zurück und sind erst ganz am Schluss in Führung gegangen“, freute sich Kai Schäfer.

Durch die Triumphe am Heimspieltag gaben die Achimer Heroes in der Abschlusstabelle noch die Rote Laterne an Rug’n Rolls Dresden ab und beendeten die Saison als Sechster. Gänzlich zufrieden war Coach Schäfer zwar mit dem Heimspieltag, mit der gesamten Saison jedoch nicht so ganz: „Am ersten Spieltag in Hamburg haben wir noch die Hucke voll bekommen.“ Doch bereits am zweiten Spieltag in Hannover sowie nun am dritten und letzten daheim in Achim zeigte sich die Weiterentwicklung der Heroes. Und mit der zeigte sich Schäfer äußerst zufrieden. Nach Ende der zweiten Saison ist vor der dritten: Eine Pause steht demnach für die Achimer nur im Punktspielbetrieb an, das Training wird fortgeführt. „Nächste Saison wollen wir besser starten“, begründet Schäfer.

Wann dies sein wird, stellt sich erst nach den Sommerferien heraus, erst dann werden die Termine und auch die Orte der Spieltage festgelegt. Die Achimer Heroes werden sich wieder für einen Heimspieltag bewerben, nicht zuletzt, weil der diesjährige reibungslos über die Bühne gegangen ist. „Ich war total beeindruckt von unseren Helfern, die alles auf- und abgebaut haben. Da können wir als Rollstuhlfahrer ja wenig helfen. So etwas ist fast noch mehr wert als unsere drei Siege“, richtete Schäfer ein großes Lob und Dankeschön an die Betreuer, Familienmitglieder und Freunde. Bei den Rollstuhlrugbyspieler der Achimer Heroes geht es halt noch um mehr als nur um die nackten Ergebnisse.

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